Pflichtimpfung gegen Masern

Die Zahl der Masernfälle in Deutschland ist stark angestiegen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) denkt deshalb über eine Pflichtimpfung für Kinder nach.

Die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland hat erheblich zugenommen. Während im letzten Jahr insgesamt nur 166 Menschen an Masern erkrankten, gab es im ersten Halbjahr 2013 schon rund 900 Masernfälle. Die Masern gelten zwar als klassische Kinderkrankheit, doch das heißt nicht, dass die Infektion immer harmlos verläuft. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) brachte daher nun eine Pflichtimpfung für Kinder ins Gespräch. Gegenüber der „Bild“-Zeitung äußerte Bahr: „Es ist verantwortungslos, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen. In Skandinavien und USA sind Masern de facto ausgerottet, aber bei uns ist die Impfrate nicht hoch genug. Bleibt das so, wird die Diskussion über eine Impf-Pflicht kommen.“

Pflichtimpfung könnte gefährliche Folgeerkrankungen verhindern

Typische Symptome der Masern sind der charakteristische Hautausschlag, Fieber, Husten, Schnupfen und Entzündungen der Schleimhäute. Dem Berliner Robert-Koch-Institut zu Folge ist jedoch die Schwächung des Immunsystems, die mit den Masern einhergeht und bis zu sechs Wochen anhalten kann, viel gefährlicher als die eigentlichen Symptome. Bakterielle Infektionen wie Bronchitis oder Mittelohrentzündung können die Folge sein. In rund 0,1 Prozent der Fälle kann eine Gehirnentzündung (akute postinfektiöse Enzephalitis) auf die Masernerkrankung folgen, die in 10 bis 20 Prozent der Fälle tödlich endet. Bei weiteren 20 bis 30 Prozent der Fälle sind Hirnschäden möglich. Noch seltener, aber auch gefährlicher, ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis, die erst sechs bis acht Jahre nach der eigentlichen Masernerkrankung auftritt und meist tödlich endet. Da diese Spätkomplikation häufiger auftritt, wenn Kinder während des ersten Lebensjahres an Masern erkranken, ist eine Impfung gegen Masern gerade bei Kleinkindern ratsam.

Kleinkind wird geimpft

Eine Impfung gegen Masern kann schwere Folgekomplikationen verhindern.


Impfung gegen Masern – ein Überblick

Seit Einführung der Impfung gegen Masern vor 30 Jahren wird eine weltweite Ausrottung der Erkrankung angestrebt. Diese ist laut Weltgesundheitsorganisation allerdings nur möglich, wenn eine Durchimpfungsrate von über 95 Prozent gegeben ist. In Deutschland wird dieser Prozentsatz ausschließlich für die erste Impfung gegen Masern erreicht, obwohl zwei Impfungen notwendig sind, um einen Schutz zu garantieren. Zwar ist die Häufigkeit der Krankheitsfälle durch die Impfung gegen Masern deutlich zurückgegangen, doch es kommt immer wieder zu lokal begrenzten Ausbrüchen der Infektionskrankheit. Eine Pflichtimpfung könnte die Anzahl der Masernfälle weiter reduzieren, ist aber sehr umstritten.

Die Zahl der Masernfälle in Deutschland ist in diesem Jahr drastisch angestiegen. Deshalb brachte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr nun eine Pflichtimpfung für Kinder ins Gespräch. Obwohl die Masern als Kinderkrankheit gelten, können sie im Einzelfall schlimme gesundheitliche Komplikationen nach sich ziehen, die durch eine Impfung gegen Masern verhindert werden können. Eine Pflichtimpfung ist dennoch stark umstritten.

Bildquelle: Dmitry Naumov | Dreamstime.com

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