Schlafstörungen bei Kindern

Schlafstörungen bei Kindern sind nichts Ungewöhnliches. Gefährlich kann es allerdings werden, wenn die Ursachen falsch diagnostiziert und behandelt werden.

Gesunder Schlaf ist wichtig. Besonders für die kindliche Entwicklung ist ein regelmäßiger Schlafrhythmus unerlässlich. Umso stärker machen sich Schlafstörungen bei Kindern bemerkbar. Konzentrationsschwierigkeiten, Unausgeglichenheit und Nervosität sind nur einige der möglichen Symptome, die auf Schlafstörungen zurückzuführen sind. Dabei kommt es vor allem darauf an, die richtige Diagnose zu stellen und mit der Behandlung an der richtigen Stelle anzusetzen. Das ist das Fazit der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Jena.

Auch Kinder haben Schlafstörungen

Dass nicht nur Erwachsene unter Schlafstörungen leiden, ist inzwischen bekannt. Etwa sieben Prozent aller Kleinkinder entwickeln sogar das eher bei Erwachsenen festgestellte so genannte Schlafapnoe-Syndrom. Das bedeutet, dass die Kinder so stark schnarchen, dass sie dadurch ihren eigenen Schlaf empfindlich stören. Das Schnarchen führt zu Atemnot und löst somit einen ständigen Weckreiz aus, der den Schlafrhythmus stört. Die Folgen machen sich am Tag bemerkbar. „Anders als Erwachsene reagieren Kinder tagsüber darauf aber weniger mit Müdigkeit, sondern mit Zappeligkeit und Unaufmerksamkeit“, weiß Sabine Scholle, die als Schlafforscherin am Robert-Koch-Krankenhaus in Apolda tätig ist, „Sie werden deshalb oft in die ADHS-Ecke gestellt und fälschlicherweise mit Medikamenten behandelt.“ Wichtig ist nach Meinung von Fachleuten in diesen Fällen, abzuklären, ob es sich wirklich um ADHS handelt, oder ob doch Schlafstörungen hinter der Überaktivität am Tag führen. „Zur Abgrenzung von ADHS sollten Kinderärzte fragen, ob die Kinder schnarchen“, rät Sabine Scholle, die die Tagung wissenschaftlich begleitet. Sie empfiehlt dringend, betroffene Kinder zu einer besseren Diagnostik in einem Schlaflabor zu beobachten. Von den 300 bundesweit etablierten Schlaflaboren sind rund 50 auf die Diagnose von Schlafstörungen bei Kindern spezialisiert.

Schlafstörungen hemmen die kindliche Entwicklung.

Schlafstörungen bei Kindern sind nicht selten.


Bessere Diagnose von Schlafstörungen im Schlaflabor

Eines der führenden Schlaflabore im Bereich kindlicher Schlafstörungen ist das schlafmedizinische Zentrum Apolda. 1992 gegründet, hat das Schlaflabor eigenen Angaben zufolge erstmal eine nationale Studie zu Normwerten im Bereich Kinder- und Jugendschlaf durchgeführt, die die Daten von 16 in Deutschland ansässigen Schlaflaboren berücksichtigt. „Damit lässt sich abgrenzen, ab wann es sich um eine echte Schlafstörung handelt“, beurteilt Scholle die Aussagekraft der Studie. In den Schlaflaboren werden die im Schlaf aktiven Körperfunktionen mittels spezieller Untersuchungstechniken aufgezeichnet. Berücksichtig werden unter Anderem die Bewegungen insbesondere der Beine sowie die Anzahl der Atempausen während des Tiefschlafs. Aufgrund vorhandener medizinischer Daten geht die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin davon aus, dass etwa zwanzig Prozent aller Kinder von Schlafstörungen betroffen sind. Die Gründe für die nächtliche Unruhe sind vielfältig. Sabine Scholle nennt beispielsweise eine Veränderung der Lebensgewohnheiten, Lebensumbrüche, das Alter, einschneidende Erlebnisse wie eine Einschulung, einen Umzug oder eine Veränderung der familiären Situation und den grundsätzlichen Lebensrhythmus als Ursachen für einen gestörten Schlafrhythmus. Außerdem rät sie Eltern, ihr eigenes Verhalten in dieser Hinsicht kritisch zu überdenken: „Schreiende Kleinkinder müssen nicht gleich aus dem Bett geholt und gefüttert werden, damit sie wieder einschlafen“, weist sie auf ein typisches Verhalten vieler Eltern hin. Es sei durchaus üblich, dass Kinder nicht die ganze Nacht durch schlafen, sondern gelegentlich aufwachen. „Erst, wenn das mindestens viermal pro Nacht und das auch über einen längeren Zeitraum passiert, kann man von einer Schlafstörung reden“, beruhigt die Expertin besorgte Eltern.

Schlafstörungen sind nicht nur ein Phänomen, unter dem Erwachsene zu leiden haben. Auch Kinder weisen immer wieder einen gestörten Schlafrhythmus auf. Besonders wichtig ist es nach Meinung von Experten, dass die Schlafstörungen richtig diagnostiziert und behandelt werden. Eine Beobachtung im Schlaflabor kann davor schützen, eine frühzeitige und meist falsche ADHS-Diagnose zu stellen.


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Was denkst du?

  • Papacita am 31.05.2013 um 13:21 Uhr

    Das schlechter Schlaf sehr ungesund für den Menschen ist, ist ja hinlänglich bekannt. Ich selbst habe jahrelang unter Atmungsproblemen, Schnarchen bis hin zu Schlafapnoe und damit verbundener Tagesmüdigkeit gelitten. Mein HNO Arzt hat mir ein kleines Röhrchen aus Silikon mit Namen Nasivent tube plus empfohlen. Das hat bei mir Abhilfe geschaffen. Mein schnarchen hat sich damit stark reduziert und ich kann viel besser durchschlafen. Man sollte das Problem einfach angehen...

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  • secondmum am 18.03.2013 um 10:54 Uhr

    Mit Schlafstörungen hatten wir auch eine Weile zu kämpfen. Das war für uns alle extrem anstrengend. Mit Schnarchen hatte es nichts zu tun, sondern eher mit Gewohnheiten, die nicht wirklich gut waren. Aber ich kann alle Eltern verstehen, die wegen Schlafstörungen des Kindes auf dem Zahnfleisch gehen.

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