Schreibabys: Wenn Eltern hilflos sind

Ein Schreibaby kann die Nerven junger Eltern stark strapazieren. Vor allem dann, wenn es für die Eltern keinen erkennbaren Grund für das Schreiben gibt.

Die Geburt eines Babys ist für die Eltern in den meisten Fällen ein Grund zur Freude. Nach langem Warten ist der ersehnte Nachwuchs endlich da. Nicht immer macht ein Baby seinen Eltern aber von Anfang an nur Freude. Ein Schreibaby kann die Nerven seiner Eltern ganz schön strapazieren und die Freude über den Familienzuwachs enorm schmälern. Besonders schwierig ist es für Eltern, wenn sie den Grund für das ständige Schreien des neuen Erdenbürgers nicht erkennen können und sich das Trösten deshalb äußerst schwierig gestaltet.

Schreibabys: Gründe für die Tränen

Wenn Babys häufig und ausdauernd schreien und dabei schwer zu beruhigen sind, bezeichnet man sie als Schreibabys. Häufig ist für die Eltern in diesem Fall kein Grund für das ständige Schreien zu erkennen. Gerade dieser Umstand macht das Verhalten von Schreibabys für die Eltern so anstrengend. „Nicht immer hat das Baby einen für uns ersichtlichen Grund, wenn es schreit”, weiß auch Dr. med. Margret Ziegler, Leiterin der Sprechstunde für Schreibabys im Kinderzentrum München. Im Apothekenmagazin „Baby und Familie” erklärt sie, warum viele Eltern den Schreiattacken ihres Neugeborenen häufig hilflos gegenüberstehen: „Ein Baby ist nicht immer leicht zu lesen. Erst mit etwa sechs Monaten können Eltern ihr Kind besser verstehen.” Doch welche Anhaltspunkte gibt es für erschöpfte Eltern, die nichts lieber möchten als ihr Baby endlich zu beruhigen? Der häufigste Auslöser für das andauernde Schreien ist nach Zieglers Meinung Müdigkeit. Auch wenn ein Baby für den Betrachter hellwach und überreizt wirkt, kann es zutiefst erschöpft und müde sein. Auch Erwachsene kennen das Gefühl, todmüde zu sein und dennoch nicht zur Ruhe zu kommen. Für ein Baby ist Schreien die einzige Möglichkeit, diesen Missstand zum Ausdruck zu bringen. Ein Teufelskreis aus Erschöpfung und Überreizung ist dann vorprogrammiert. Ziegler rät Eltern von Schreikindern deshalb besonders, die Ruhe zu bewahren, um für das Baby eine ruhige Umgebung zu schaffen und dadurch den Teufelskreis zu durchbrechen.

Schreibabys brauchen Ruhe, Geduld und Zuwendung.

Schreibabys können die Nerven ihrer Eltern ganz schön strapazieren.


Schreibabys: So kehrt wieder Ruhe ein

Nichts hilft besser gegen Übermüdung und Erschöpfung als ausreichend Schlaf und ein gesunder Schlafrhythmus. Das gilt auch schon für Babys. Dr. med. Margret Ziegler rät deshalb tagsüber zu mehreren eher kurzen Schlafphasen. „Eine bis anderthalb Stunden nach dem Aufwachen, nach füttern, wickeln, schmusen sollte das Kind wieder zum Einschlafen gebracht werden.” Außerdem sei es wichtig, das Baby in den ersten Lebensmonaten nicht bereits durch sein Umfeld zu überfordern. Babykurse, Besuche, Ausflüge, das alles dürfe ein gesundes Maß nicht überschreiten, da das Baby sonst überreizt werde. Ziegler rät zu einem oder maximal zwei Babykursen pro Woche. Das sei ein gesundes Maß.

Darüber hinaus können die Eltern durch ihre eigene Einstellung positiv auf das Baby einwirken. Ruhe und Entspannung können vorgelebt und weitergegeben werden. Auch ist es wichtig, dass Eltern sich auf den aktuellen Rhythmus des Babys einstellen und ihm so dabei helfen, seine innere Uhr ganz natürlich einzustellen. Ruhe und Entspannung kann nach Meinung von Ziegler auch durch körperliche Nähe herbeigeführt werden. „Wenn eine Mutter das Baby häufig tagsüber am Körper trägt, etwa mit einem Tragetuch oder einer Babytrage, hilft die leichte Bewegung bereits beim Ruhigwerden und Einschlafen”, erklärt die Medizinerin. Auch beim Pucken kann diese körperliche Nähe hergestellt werden. Sollten sich Eltern für diese Methode entscheiden, rät Ziegler aber dazu, sich das Einschlagen des Babys in ein Tuch genau zeigen lassen, damit sich der gewünschte positive Effekt auch einstellt. Die Technik des Puckens kann zum Beispiel eine Hebamme vermitteln. Grundsätzlich rät Margret Ziegler dazu, auf das Schreien des Babys zu reagieren und es nicht einfach schreien zu lassen. „Einen Säugling kann man nicht verwöhnen”, gibt sie gestressten Eltern zu bedenken. Es sei immer besser, Trost zu spenden und dem Baby Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Trotzdem rät sie den Eltern, auch auf Auszeiten für sich selbst zu achten, damit sich keine zu große Frustration einstelle, die sich in Wut gegen das Kind äußern könne. Sollten Eltern solche negativen Gefühle bemerken, rät sie zu Unterstützung von außen, beispielsweise durch den Kinderarzt oder eine Schreiambulanz. Schließlich gilt es bei Schreibabys, die ersten gemeinsamen Monate zu überstehen. Denn in den meisten Fällen ist es so, dass Schreibabys nach wenigen Monaten ihren eigenen Rhythmus finden und das permanente Schreien ablegen.

Schreibabys verlangen ihren Eltern eine Menge ab und können die Freude über den Familienzuwachs trüben. In den meisten Fällen sind Überreizung und Übermüdung der Grund für die Schreiattacken der Neugeborenen. Mit Ruhe, Geduld und körperlicher Nähe können Eltern ihrem Baby helfen, zu einem gesunden Schlafrhythmus zu finden und das permanente Schreien nach wenigen Monaten abzulegen.

Bildquelle: Irogova | Dreamstime.com

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