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Teil 5

Die Schwanger-Kolumne: Wenn Leute ohne Kinder plötzlich DIE Experten sind

Ja, die Schwangerschaft ist eines der aufregendsten Abenteuer, das man erleben kann. Diese Phase bringt vieles mit sich, an das man vorher nicht mal einen winzigen Gedanken verschwendet hat, schließlich geht es jetzt noch um jemand anderen. Ich erwarte derzeit mein erstes Kind und gefühlt jeden Tag prasseln neue Eindrücke auf mich ein. In dieser Kolumne nehme ich euch mit durch meine Schwangerschaft und berichte von schönen Momenten, großen Sorgen und auch von extrem nervigen Mitmenschen!

Wenn man das erste Kind erwartet, dann hat man oft noch keine wirkliche Ahnung davon, was mit Nachwuchs auf einen zukommt. Selbst, wenn es im Umfeld Leute gibt, die bereits Kinder haben – man sammelt lediglich ein paar kleine Eindrücke. Genauso weiß man eben auch noch nicht, wie man als Eltern handeln, entscheiden und erziehen wird. Es gibt aber Leute, die scheinen schon vor einem selbst genau zu wissen, was ein Kind braucht und was nicht. Und sie sind der Meinung, dass es nur diesen EINEN Weg der Erziehung gibt und das sagen sie dir auch. Interessanterweise sind das oft die Leute, die selbst noch nicht mal Kinder haben ...

 

Die „Ich habe keine Kinder, aber weiß es trotzdem besser“-Fraktion

Vor kurzem wurden mein Mann und ich zu einer Veranstaltung eingeladen, die im Laufe des nächsten Jahres stattfinden wird und bei der man anschließend übernachten kann. Die Gastgeber hatten uns gebeten, Bescheid zu geben, ob wir dabei sein möchten. Da wir zu dem Zeitpunkt aber erst ein paar Monate lang Eltern sein werden, war uns von Anfang klar, dass wir unser Kind mitbringen und dort übernachten würden, weil wir nicht mit dem Kind mitten in der Nacht nach Hause fahren möchten. Gleichzeitig möchten wir das Kleine nach der kurzen Zeit auch noch nicht über Nacht „abgeben.“ Auf meine Antwort bekam ich ein „Ihr werdet euer Kind definitiv nicht mitnehmen. Ihr werdet froh sein, wenn ihr mal einen Abend für euch habt.“ Dieser Satz kam nicht von einem Elternteil, sondern von einer Person, die noch nicht mal Kinder hat.

Dass mein Mann und ich nach der Geburt weniger Zeit füreinander haben werden, ist klar. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man Kinder bekommt. Aber wir haben uns bewusst für Nachwuchs entschieden und zwar nicht, um ihn nach ein paar Monaten nur wegen einer einfachen Veranstaltung bei Großeltern und Co. eine ganze Nacht zu „parken.“ Auf meine Antwort, dass unsere Entscheidung steht, kam nur ein: „Da wird an dem Abend auch von den anderen niemand sein Kind mitbringen.“ Darauf folgte noch ein Kopfschütteln.

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Hochstuhl und teuren Kinderwagen? „Das brauchst du nicht!“

Dass ein Baby viel Geld kostet, weiß man eigentlich schon, bevor man überhaupt schwanger wird. Was man am Ende aber für Erstausstattung und Co. ausgibt, entscheidet jedes Paar oder Elternteil für sich. Schließlich geht es um die eigenen finanziellen Möglichkeiten, die Ansprüche und auch Ratschläge von anderen Eltern, was noch notwendig ist. Kürzlich aber waren wir bei unseren besten Freunden, die für ihr zweites Kind einen Neugeborenen-Hochstuhl gekauft haben. Ich fand es toll, dass das Kleine so auch mit am Esstisch sein kann. Das möchte ich auch, dachte ich. Es war jedoch ein Bekannter dabei, der noch keine Kinder und keine wirkliche Erfahrung damit hat, was ein Kind benötigt. (Außerdem sind die Bedürfnisse der Kinder sowieso unterschiedlich). Auf meine Begeisterung bekam ich ein „So eine Geldverschwendung. Diesen Hochstuhl brauchst du überhaupt nicht.“ Meine Antwort war kühl: „Hast du schon ein Kind und weißt, dass man das nicht braucht?“ (Die Antwort kannte ich ja schon).

Gleiche Person wollte mir noch vor dem Kauf des Kinderwagens erklären, wie viel Geld ich dafür höchstens ausgeben DARF. Ein Kinderwagen für 1.500 Euro sei totaler Quatsch und wir wären dumm, wenn wir das machen würden. So ein teurer Kinderwagen ist es bei uns auch nicht geworden, aber ich frage mich trotzdem: „Wer bist du, dass du anderen diese Vorschriften machst?“

Ratschläge – sehr gerne! „Du musst....!“– nein, danke.

Ich möchte damit nicht den Eindruck erwecken, dass ich Ratschläge nicht annehmen möchte. Ganz im Gegenteil! Wenn jemand Erfahrungen mit etwas gesammelt hat, bin ich froh, wenn ich daran teilhaben darf. Denn wie gesagt, gerade beim ersten Kind hat man oft keine Ahnung. Wenn meine beste Freundin, meine Mama, meine Oma oder auch meine Schwiegermama dann Ratschläge geben, bin ich immer sehr dankbar. Schließlich denkt man an manche Sachen einfach nicht. Und natürlich gibt es auch Leute ohne Kinder, die sich auskennen. Manchmal arbeiten sie mit kleinen Kindern oder haben durch häufiges Babysitten in der Familie und Co. schon sehr viel erlebt. Auch dann bin ich sehr froh über Feedback und gut gemeinte Ratschläge. Aber alles im „Nichts muss“-Format. Denn am Ende entscheiden Eltern immer selbst, was sie kaufen, wie sie handeln und was sie wirklich brauchen.

Laura-Jaen Kästner
Laura-Jaen Kästner, desired-Redakteurin für Liebe, Lifestyle und Women

Jeder wie er mag

Zugegeben, ich wurde noch nie gerne bevormundet. Wenn andere einem die eigenen Entscheidungen absprechen und stattdessen ihren Willen beinahe schon aufzwingen möchten, dann finde ich das ganz schrecklich. Jedes Kind ist individuell, jedes Bedürfnis und natürlich auch alle Eltern. Vor meiner Schwangerschaft und selbst jetzt noch, würde ich es mir nie anmaßen, meiner besten Freundin und Mutter von zwei Kindern zu sagen „Das solltest du so aber nicht machen.“ Natürlich, niemand kann alles wissen und deshalb sind Ratschläge gut und wichtig. Aber man sollte sich dabei nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Manchmal reicht doch auch schon ein einfaches „Ich verstehe, dass ihr das gut findet. Ich glaube, ihr bräuchtet das gar nicht, aber probiert euch mal aus. Sagt mir dann mal, ob es wirklich was gebracht hat.“ Sowas klingt nicht so vorlaut und viel sympathischer. Und wenn du selbst auch Menschen in deinem Umfeld hast, die dir überall reinreden möchten, dann sag ihnen ruhig, dass du das nicht so gut findest. Manchmal merken sie vielleicht gar nicht, dass sie über das Ziel hinausschießen. Genauso gilt aber auch: Hör dir die Ratschläge anderer an. Vielleicht sind sie manchmal auch sehr hilfreich!

Du möchtest noch mehr zum Thema lesen und hast die letzte Kolumne verpasst? Hier geht es zu Teil 4 der Schwanger-Kolumne.

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Bildquelle: Getty Images/nicoletaionescu

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