Schwangerschaftsdermatose
Anna Groß am 03.08.2017

Schwangerschaftsdermatosen sind juckende Hautkrankheiten, die während einer Schwangerschaft auftreten können. Welche Arten es gibt, welche Symptome für die Hautkrankheit typisch sind und welche Tipps sie lindern können, liest du hier.

Was ist eine Schwangerschaftsdermatose?

Ganz schön unangenehm! Wenn du während der Schwangerschaft plötzlich juckenden Ausschlag bekommst, kann es sich um eine Schwangerschaftsdermatose handeln. Bei der Hautkrankheit wird zwischen einer atopischen und polymorphen Schwangerschaftsdermatose unterschieden.

Atopische Schwangerschaftsdermatose

Die atopische Schwangerschaftsdermatose ist die häufigere der beiden Hautkrankheiten. Sie geht mit einem stark juckenden Hautausschlag, Rötungen und kleinen Pusteln oder Knötchen einher.

Die Ursache für die Erkrankung ist eine erbliche Veranlagung, die sogenannte atopische Diathese. Wer diese Veranlagung hat, neigt bereits vor der Schwangerschaft zu Neurodermitis, Heuschnupfen und allergischem Asthma bronchiale.

Juckreiz durch Schwangerschaftsdermatose

Juckreiz durch atopische Schwangerschaftsdermatose

Die ersten Symptome der atopischen Schwangerschaftsdermatose treten bereits im ersten oder zweiten Trimester der Schwangerschaft auf.

Entweder leiden Betroffene bereits an einem atopischen Ekzem, das sich in der Schwangerschaft sehr stark verschlechtert (bei ca. 20 Prozent der Fall), oder es tritt erstmalig wieder auf, wenn sie ein Baby erwarten. In vielen Fällen sind die Hautirritationen in der Kindheit schonmal in Erscheinung getreten, seitdem aber – bis zur Schwangerschaft – nicht mehr.

So äußert sich die atopische Schwangerschaftsdermatose:

  • In den meisten Fällen treten flächige Rötungen an Gesicht, Hals, Dekolleté, Ellenbeugen und Kniekehlen auf.
  • In wenigeren Fällen erscheinen bis zu einem Zentimeter große, hautfarbene oder leicht gerötete Knötchen in großer Anzahl an Oberkörper, Rücken, Armen und Beinen.

Alle Formen der atopischen Schwangerschaftsdermatose werden von starkem Juckreiz und trockener Haut begleitet.

Die Gesundheit deines ungeborenen Kindes ist durch die Hautkrankheit übrigens zum Glück nicht gefährdet. Da die Veranlagung allerdings an die nächste Generation weitergegeben wird, besteht für dein Baby ein erhöhtes Risiko, im Laufe seines Lebens ebenfalls ähnliche allergische Krankheiten zu entwickeln.

Das klingt wirklich nicht gerade angenehm, oder? Bevor wir dir verraten, wie du atopische Schwangerschaftsdermatose behandeln kannst, gehen wir im Video auf weitere unangenehme Dinge ein, die dir keiner über eine Schwangerschaft verrät. Von Nummer 4 haben wir zumindest vorher noch nichts gewusst…

Was hilft bei atopischer Schwangerschaftsdermatose?

Mit atopischer Schwangerschaftsdermatose solltest du es vermeiden, deine Haut weiter auszutrocknen. Deshalb:

  • Lieber kurz duschen als ausgiebig baden.
  • Milde, hautfreundliche Waschlotion anstelle einer alkalischen Seife verwenden.
  • Nach jedem Duschen die Haut mit einer rückfettenden Salbe oder Creme pflegen.
  • Gekühlte Creme mit dem Wirkstoff Polidocanol mehrmals täglich auftragen.
  • Kortisonpräparat in Form einer Salbe oder Creme vom Arzt verschreiben lassen.
  • Lichttherapie (Phototherapie) mit UVB-Strahlung in einer Hautarztpraxis machen.
  • Glukokortikoid, vorzugsweise den Wirkstoff Prednisolon, als Tablette einnehmen.
  • Antiallergische Arzneimittel (Antihistaminika) einnehmen.

Wenn du dich an die Behandlungstipps hältst und auch mit deinem Arzt besprichst, was du noch tun kannst, bessern sich die Symptome der atopischen Schwangerschaftsdermatose meist schon nach ein paar Tagen. Wenn du bei deiner ersten Schwangerschaft bereits mit einer atopischen Schwangerschaftsdermatose zu kämpfen hattest, wirst du sie höchstwahrscheinlich auch während einer weiteren bekommen.

Creme gegen Schwangerschaftsdermatose

Verwende mehrmals täglich eine Creme mit Polidocanol gegen Schwangerschaftsdermatose.

Polymorphe Schwangerschaftsdermatose (PUPPP)

Doch nicht immer handelt es sich bei dem Juckreiz um die oben beschriebene atopische Schwangerschaftdermatose. Möglicherweise ist auch die andere Form, eine polymorphe Schwangerschaftsdermatose, verantwortlich. Diese tritt eher in den letzten Wochen der Schwangerschaft auf. PUPPP steht für „Pruritic Urticarial Papules and Plaques of Pregnancy” – also „Juckende quaddelartige Knötchen und Plaques in der Schwangerschaft“. Die Erkrankung trifft vor allem Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden oder aber Zwillinge oder Drillinge erwarten und/oder in der Schwangerschaft sehr stark zugenommen haben.

Wie genau es zu der polymorphen Schwangerschaftsdermatose kommt, ist noch nicht gänzlich erforscht. Es könnte jedoch sein, dass die Überdehnung der Haut durch die Zunahme und den wachsenden Babybauch das Bindegewebe schädigt. Der Körper reagiert darauf mit einer Entzündung, wodurch es zu dem juckenden Ausschlag kommt. Diese Erklärung macht vor allem Sinn, wenn man bedenkt, dass die Pusteln zuerst an Dehnungsstreifen auftreten.

So zeigt sich die polymorphe Schwangerschaftsdermatose:

  • Plötzlich treten neue Dehnungsstreifen auf.
  • Die Dehnungsstreifen jucken, sind gerötet und schwellen an.
  • An Bauch, Po und Oberschenkeln entstehen kleine gerötete Knötchen.
Dehnungsstreifen durch Schwangerschaftsdermatose

Dehnungsstreifen durch Schwangerschaftsdermatose

Nach diesen ersten Anzeichen verändern sich die Hautirritationen. Daher hat die polymorphe Schwangerschaftsdermatose auch ihren Namen – „polymorph“ heißt nämlich so viel wie „vielgestaltig“. Neben den Pappeln und Pusteln entstehen hier nun auch Bläschen, kleine Krusten und Hautschuppen.

Wie kannst du die polymorphe Schwangerschaftsdermatose behandeln?

  • Kortisonpräparat in Form einer Salbe oder Creme vom Arzt verschreiben lassen.
  • Nach jedem Duschen die Haut mit einer rückfettenden Salbe oder Creme pflegen.
  • Gekühlte Creme mit dem Wirkstoff Polidocanol mehrmals täglich auftragen.
  • Antiallergene Arzneimittel (Antihistaminika) einnehmen.
  • Glukokortikoid, vorzugsweise den Wirkstoff Prednisolon, als Tablette einnehmen.

Hinweis: Besprich vor jeder Behandlung ausführlich mit deinem behandelnden Arzt, welche Therapie sinnvoll ist und welche Nebenwirkungen auftreten können!

Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber der atopischen: In weiteren Schwangerschaften tritt sie nicht erneut auf. Die Gesundheit des Kindes ist auch hier nicht gefährdet.

Wer hätte gedacht, dass man in der Schwangerschaft oft auch mit juckenden Ausschlägen zu kämpfen hat? Was dich sonst noch erwartet, wenn du erwartest – oder was dagegen bloß Mythos ist – erfährst du in unserer Bilderstrecke:

Die 7 häufigsten Schwangerschaftsmythen

Mit unseren Tipps kannst du starken Juckreiz und Hautirritationen durch Schwangerschaftsdermatose schnell und einfach behandeln, ohne der Gesundheit deines Kindes zu schaden. Eine vorige Rücksprache mit deinem Arzt ist allerdings unumgänglich! Weitere Tipps & Tricks zu Juckreiz in der Schwangerschaft findest du im verlinkten Artikel.

Bildquellen: iStock/comzeal, iStock/Tharakorn, iStock/NataliaDeriabina, iStock/Kateko

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