Vorzeitige Wehen

Dass Schwangere etwa ab der Hälfte der Schwangerschaft durch erste Kontraktionen der Gebärmutter aufgeschreckt werden, die den Körper auf die Geburtswehen und damit auf die Geburt vorbereiten, ist ganz natürlich und kein Grund zur Sorge. Wenn aus diesen so genannten vorzeitigen Wehen aber Senk- oder Geburtswehen werden, ist Vorsicht geboten. In diesem Fall handelt es sich um vorzeitige Wehen und somit um tatsächliche Wehen, die auf eine Frühgeburt hindeuten können.

Ängste und Stress in der Schwangerschaft

Entspannung in der Schwangerschaft

Entspannungsübungen helfen, Ängste und Stress während der Schwangerschaft abzubauen

Die Mamilounge hat sich mit einem Expertenteam bestehend aus Psychologinnen, Frauenärztinnen und Hebammen der Frauenklinik des Universitätsspitals Basel über vorzeitige Wehen unterhalten. Das Team hat am Uniklinikum Basel ein eigenes Programm entwickelt, das Schwangere, die vorzeitige Wehen haben, psychologisch unterstützt: TOPAS (Therapie-Online-Programme zur Angst- und Stressbewältigung bei vorzeitigen Wehen). Unter www.online-therapy.ch/topas gibt es ausführliche Informationen zum Programm und zum Thema „vorzeitige Wehen“.

Mamifrage 1: Warum sind schwangere Frauen besonders anfällig für Stress?

Schwangere Frauen sind generell nicht anfälliger für Stress als nicht-schwangere Frauen. Stress ist in jeder Lebensphase eine natürliche Reaktion des Menschen auf erhöhte Anforderungen und ist nicht per se schädlich. Negative Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit treten, sowohl bei Schwangeren wie bei nicht-Schwangeren, dann auf, wenn Stressreaktionen lange anhalten und übermäßig stark sind, sich das Stresserleben chronifiziert oder die betroffene Frau noch zusätzlich unter anderen chronischen Belastungen leidet.

Eine Schwangerschaft stellt eine Zeit mit vielen Freuden aber auch Anstrengungen dar. Neben den wenig kontrollierbaren Körperveränderungen im Verlauf der Schwangerschaft sorgt sich die Mutter um das Wohlergehen ihres Kindes. Alltägliche Stresssituationen können so schnell zur Herausforderung werden und benötigen mehr Ressourcen, Zeit und Energie. Plötzlich auftretende Schwangerschaftskomplikationen wie vorzeitige Wehen verunsichern betroffene Frauen daher umso mehr.

Mamifrage 2: Welche anderen Auslöser kann es für vorzeitige Wehen in der Schwangerschaft geben?

Für die Diagnose einer vorzeitigen Wehentätigkeit existiert eine Vielzahl an Risikofaktoren. Aus medizinischer Sicht sind dies z.B. Infektionen, ein vorzeitiger Blasensprung, eine bestehende Muttermundschwäche, Zwillingsschwangerschaften, eine Präeklampsie oder Fehlbildungen des Kindes bzw. der Gebärmutter. In vielen Fällen sind die spezifischen Auslöser jedoch nicht klar und die vorzeitigen Wehen treten idiopathisch, das heißt ohne erkennbare Ursache auf.

Mamifrage 3: Wie verhält man sich am besten, wenn man vorzeitige Wehen spürt?

Wichtig ist, dass man bei vorzeitigen Kontraktionen die betreuenden Fachleute für eine Schwangerschaftskontrolle aufsucht um die möglichen Ursachen der Kontraktionen zu eruieren und gegebenenfalls Behandlungsmöglichkeiten einzuleiten.
Da die Ursachen von Frühgeburtsbestrebungen teilweise nicht genau definierbar sind, ist auch die Behandlung von vorzeitigen Wehen nicht immer einheitlich. Vorzeitige Kontraktionen werden je nach Befund ambulant oder stationär, im Rahmen eines Spitalaufenthaltes, behandelt. Es gibt Medikamente (Tokolytika), welche die Gebärmuttermuskulatur entspannen und die Wehen hemmen können. Das wesentliche Ziel dieser medikamentösen Wehenhemmung ist in erster Linie eine Verlängerung der Schwangerschaft, um die kindlichen Lungen mit einem weiteren Medikament reifen zu lassen. Nach der 34. Woche sind die Lungen normalerweise so weit entwickelt, dass keine Behandlung mehr notwendig ist. Vielen Frauen mit vorzeitigen Wehen wird zudem Bettruhe oder Schonung verordnet.

Sollten Sie immer mal wieder spüren, dass der Bauch sich verhärtet, heißt das noch nicht, dass Sie vorzeitige Kontraktionen haben. Meistens handelt es sich um so genannte Vorwehen, Senkwehen oder Übungswehen. Der Uterus trainiert schon einmal für seine Aufgabe bei der Geburt.

Mamifrage 4: Wie können schwangere Frauen Stress am besten vermeiden?

Bei auftretenden Belastungen und erhöhten Anforderungen ist es wichtig, gut auf die eigenen Bedürfnisse und vorhandenen Möglichkeiten zu achten, und diese transparent zu kommunizieren. Ebenfalls sollte man sich rechtzeitig Hilfe aus der Familie, von Angehörigen und Freunden organisieren oder Kontakte zu externen Stellen herstellen, welche Unterstützungsangebote vermitteln. Im präventiven Bereich ist es wichtig, selbst darauf zu achten, woher der Stress kommt und sich Gedanken darüber zu machen, wie Situationen, welche Stress auslösen, verändert werden können.

Mamifrage 5: Welche Auswirkungen kann zuviel Stress auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes haben?

Die bisherige Forschung zeigt, dass der Fetus auch auf starke emotionale Zustände der Mutter reagiert. Dies beruht vor allem auf bestehenden Wechselwirkungen zwischen der mütterlichen und der fetalen Stressachse sowie dem Mutterkuchen (Placenta). Obwohl die bisherige Forschung uneinheitlich ausfällt, gibt es Hinweise dafür, dass chronisches Stresserleben der Mutter während der Schwangerschaft Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben kann, z.B. in Form einer kürzeren Schwangerschaftsdauer oder eines geringeren Geburtsgewichts des Fetus.

Auch indirekt kommt es durch chronischen Stress unter Umständen zu negativen Folgeerscheinungen für das Kind. Dies ist dann der Fall, wenn sich die Mutter durch chronischen Stress ungesund ernährt, raucht oder vermehrt Alkohol konsumiert. Ebenfalls kann die vorhandene psychische Belastung die Anpassung an die Mutterrolle erschweren.
Das Erleben von Stress ist aber sehr individuell. Daher treffen die hier beschriebenen Auswirkungen nicht auf jede schwangere Frau zu.

Mamifrage 6: Kann man Anzeichen einer möglichen Frühgeburt bemerken und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen treffen?

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, welche vorzeitige Wehen und/oder eine Frühgeburt begünstigen können. Deutliche Symptome einer drohenden Frühgeburt sind regelmäßige, lang andauernde Wehen. Die Wehen können von Rückenschmerzen oder Ziehen im Oberschenkel begleitet werden. Auch Blutungen oder ein frühzeitiger Blasensprung können eine drohende Frühgeburt ankündigen. In diesem Falle sollten sie unverzüglich Ihren Facharzt / Fachärztin aufsuchen. Maßnahmen sollten individuell und nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt / Ärztin und der Hebamme ergriffen werden.

Mamifrage 7: Wo können werdende Mütter Unterstützung finden, wenn sie sich während der Schwangerschaft überfordert und mit ihren Ängsten allein gelassen fühlen?

In erster Linie ist es wichtig, Belastungen zu kommunizieren und sich zum Beispiel bei Überforderungsgefühlen an den behandelnden Gynäkologen / Gynäkologin oder die betreuende Hebamme zu wenden, damit weitere Schritte, Entlastung- und Unterstützungsangebote vermittelt werden können. In der Schweiz wie auch in Deutschland bieten verschiedene spezialisierte Schwangerschaftsberatungsstellen Hilfe und begleitende Gespräche an.

Bei langanhaltendem Stress und Ängsten sollte man sich nicht davor scheuen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Immer mehr existieren auch niederschwellige Hilfsangebote, wie zum Beispiel unser TOPAS-Programm, welche in einer vulnerablen Phase Hilfe im Umgang mit Belastungen bieten können. Hier ist es wichtig, für jede Betroffene ganz individuell die Angebote herauszusuchen, welche den jeweiligen Bedürfnissen entsprechen.

Mamifrage 8: Kann man durch Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga bei vorzeitigen Wehen einer möglichen Frühgeburt entgegenwirken?

Verschiedene Untersuchungen bestätigen, dass Entspannungstechniken indirekt, nämlich über die Reduktion von Stress, positive Effekte haben und unter Umständen einer möglichen Frühgeburt entgegenwirken können. Wissenschaftlich eingehend untersucht sind bisher aber nur regelmässig angewendete spezifische Entspannungsübungen. Zur allgemeinen Stressreduktion wird die Anwendung von Entspannungstechniken jedoch sehr empfohlen.

Die Mamilounge bedankt sich herzlich für das informative und sehr interessante Expertengespräch.

Dass Schwangere etwa ab der Hälfte der Schwangerschaft durch erste Kontraktionen der Gebärmutter aufgeschreckt werden, die den Körper auf die Geburtswehen und damit auf die Geburt vorbereiten, ist ganz natürlich und kein Grund zur Sorge. Wenn aus diesen so genannten vorzeitigen Wehen aber Senk- oder Geburtswehen werden, ist Vorsicht geboten. In diesem Fall handelt es sich um vorzeitige Wehen und somit um tatsächliche Wehen, die auf eine Frühgeburt hindeuten können.

Ungefähr ab der 20. Schwangerschaftswoche kann es zu Vorwehen (auch Übungswehen oder wilde Wehen genannt) kommen, bei denen sich die Bänder und Muskeln der Gebärmutter zusammenziehen. Diese meist unregelmäßig auftretenden Kontraktionen der Gebärmutter bereiten zwar auf den späteren Geburtsvorgang vor, sind aber in aller Regel kein Anzeichen für eine bevorstehende Geburt. Vorzeitige Wehen sind dagegen tatsächliche Senk- oder Geburtswehen, die im Ernstfall zu einer Frühgeburt führen können. Ungefähr ab der 24. Schwangerschaftswoche können vorzeitige Wehen auftreten. In seltenen Fällen kann es noch früher dazu kommen. Pro Jahr kommen in Deutschland mehr als 50.000 Babys als Frühgeburt zur Welt. Nur ein kleiner Anteil der Frühgeburten wird medizinisch herbeigeführt, weil ein gesundheitliches Risiko für die werdende Mutter oder ihr Baby besteht. Die meisten Frühgeburten sind ungeplant und von vorzeitigen Wehen gekennzeichnet.

Wie kann man vorzeitige Wehen erkennen und wie unterscheiden sie sich von Vorwehen?

Äußerlich sind Vorwehen und vorzeitige Wehen nur schwer voneinander zu unterscheiden. In beiden Fällen spannen sich die Bänder und Muskeln der Gebärmutter an und der Bauch wird hart. Auch können beide Wehenformen von Schmerzen begleitet sein. Die Vorwehen sind allerdings häufig auch gänzlich schmerzfrei und machen sich nur durch eine Verhärtung der Bauchdecke bemerkbar, was ein deutliches Indiz für Vorwehen ist. Erst im weiteren Verlauf der Schwangerschaft können dann auch die Vorwehen zunehmend von stärker werdenden Schmerzen begleitet sein. Vorzeitige Wehen gehen dagegen von Anfang an mit mittelschweren bis starken Schmerzen einher, die in der Regel nach und nach an Intensität zunehmen. Ein typisches Anzeichen von vorzeitigen Wehen ist zudem, dass die Schmerzen nicht nur im Unterbauch auftreten, sondern auch im unteren Rücken deutlich spürbar sind. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Kind mithilfe der Senkwehen in eine mit dem Kopf nach unten gerichtete Geburtsposition gebracht wird.

Weitere Hinweise darauf, ob es sich um Vorwehen oder vorzeitige Wehen handelt, sind die Länge und die Häufigkeit der Kontraktionen. Die Vorwehen treten in der Regel nicht häufiger als zehn- bis fünfzehn Mal in 24 Stunden auf und dauern zwischen 30 und 60 Sekunden. Vorzeitige Wehen treten hingegen deutlich häufiger und regelmäßiger auf. Ärzte geben als Richtlinie eine Häufigkeit von zwei Wehen in der Stunde (um die 25. Schwangerschaftswoche herum) bis fünf Wehen stündlich (um die 37. Schwangerschaftswoche herum) an. Außerdem dauern vorzeitige Wehen bis zu zwei Minuten und damit deutlich länger als die Vor- oder Übungswehen. Handelt es sich um vorzeitige Wehen und nicht um Vorwehen, kann es außerdem vorkommen, dass die Kontraktionen von blutigem Ausfluss begleitet werden. Grundsätzlich ist es aber ratsam, bei Unsicherheit vorsichtshalber den behandelnden Arzt aufzusuchen, da Wehentätigkeiten ohne medizinische Untersuchung selten eindeutig zu interpretieren sind.

Vorzeitige Wehen: Wann besteht die Gefahr einer Frühgeburt?

Während Vorwehen grundsätzlich kein Grund zur Beunruhigung sind, können vorzeitige Wehen durchaus das Risiko einer Frühgeburt mit sich bringen. Im Gegensatz zu den Vorwehen wirken sich vorzeitige Wehen in ihrer Intensität und Regelmäßigkeit auf den Muttermund aus. Durch die Kontraktionen wird das Gewebe um den Gebärmutterhals herum weicher. Der Gebärmutterhals verkürzt sich und der Muttermund beginnt, sich zu öffnen. Durch das Aufweichen des umgebenden Gewebes ist es möglich, dass das ungeborene Baby durch die vorzeitigen Senkwehen zudem tiefer ins Becken rutscht. Kommt es zudem zu einem frühzeitigen Blasensprung, ist die Frühgeburt nicht mehr abzuwenden, da das Baby ohne schützendes Fruchtwasser nicht mehr lange im Mutterleib verbleiben kann.

Ist eine werdende Mutter unsicher, ob es sich bei den wahrgenommenen Kontraktionen in der Gebärmutter um Vorwehen oder um vorzeitige Wehen handelt, sollte sie zur Vorsicht unbedingt mit ihrem behandelnden Arzt sprechen. Er kann mithilfe eines Ultraschalls feststellen, ob der Gebärmutterhals bereits verkürzt ist. Zusätzlich kann die Schwangere an ein CTG (auch Wehenschreiber genannt) angeschlossen werden, um die Häufigkeit und die Stärke der Wehen zu messen. In der heutigen Medizin wird auch zunehmend der so genannte Fibronektin-Test angewendet. Fibronektin ist ein Eiweißstoff, der die Fruchtblase mit der Gebärmutter verbindet. Beginnt der Körper der Schwangeren, sich auf die Geburt vorzubereiten, gelangen größere Mengen des Fibronektins in die Scheide. Mithilfe des Fibronektin-Tests kann daher gemessen werden, ob ein akutes Frühgeburtenrisiko besteht. Ist gleichzeitig der Gebärmutterhals verkürzt und der Muttermund bereits geöffnet, ist die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt hoch. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt der Fibronektin-Test allerdings nicht. Wird im Rahmen des Tests nur eine geringe Menge des Fibronektins in der Scheide gemessen, kann das Risiko einer Frühgeburt nur zu 99 Prozent ausgeschlossen werden. Es ist jedoch möglich, den Fibronektin-Test mehrfach in Verlauf einer Schwangerschaft anzuwenden.

Wie entstehen vorzeitige Wehen?

Es gibt bereits im Vorfeld der Schwangerschaft gewisse Faktoren, die das Risiko einer Frühgeburt erhöhen können. Dazu gehören zum Beispiel vorangegangene Früh- oder Fehlgeburten, aber auch häufige Schwangerschaften oder Mehrlingsgeburten. Auch das Alter der werdenden Mutter kann ein Risikofaktor sein. So haben Frauen, die jünger als 18 oder älter als 35 Jahre sind häufiger vorzeitige Wehen und Frühgeburten als Frauen der dazwischen liegenden Altersgruppe. Ein ungesunder Lebenswandel, zum Beispiel durch Rauchen oder den Konsum von Alkohol oder Drogen, kann Frühgeburten ebenso bedingen wie eine künstliche Befruchtung, bei der immer die Gefahr besteht, dass sich das befruchtete Ei nicht so gut in der Gebärmutter einnistet wie bei einer natürlichen Befruchtung. Die Beschaffenheit der Gebärmutter spielt ebenfalls eine Rolle. Myome oder Fehlbildungen erhöhen das Risiko einer Frühgeburt ebenso wie eine Ablösung des Mutterkuchens oder eine so genannte Placenta praevia, bei der der Mutterkuchen der Gebärmutter vorgelagert ist. Während der Schwangerschaft kann es durch eine Mangelversorgung des ungeborenen Kindes oder durch zu viel Fruchtwasser zu einer Frühgeburt kommen. Auch bei einer starken körperlichen Belastung, beispielsweise bei einer schweren körperlichen Tätigkeit im Berufsleben ist die Gefahr von vorzeitigen Wehen gegeben. Das Gleiche gilt für Schwangerschaftsdiabetes oder schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck, die so genannte Präeklampsie. Treten während der Schwangerschaft schwere Infektionen in der Scheidengegend oder in der Nähe der Gebärmutter auf, ist das Risiko ebenfalls erhöht. Der Geschlechtsverkehr ist dagegen übrigens kein Auslöser für vorzeitige Wehen. Sollten allerdings bereits vorzeitige Wehen eingesetzt haben, ist trotzdem vom Geschlechtsverkehr abzuraten, da Sperma Botenstoffe enthält, die die vorzeitigen Wehen verstärken könnten.

Neben den körperlichen Faktoren ist auch Stress ein möglicher Indikator für vorzeitige Wehen. Ein erhöhtes Stressniveau greift das Immunsystem und das vegetative Nervensystem an, da die ausgeschütteten Stresshormone die Durchblutung hemmen. Emotionaler Stress entsteht unter anderem durch hohen psychischen Druck, beispielsweise auch durch die Angst vor vorzeitigen Wehen und einer Frühgeburt. Ein entspannter Umgang mit der Schwangerschaft ist deshalb die beste Voraussetzung, um mit dem potentiellen Risiko vorzeitiger Wehen umzugehen.

Vorzeitige Wehen: Wie sollte man mit ihnen umgehen?

Wurden vom behandelnden Arzt vorzeitige Wehen festgestellt, wird der werdenden Mutter häufig strikte Bettruhe, in schweren Fällen sogar ein Klinikaufenthalt angeraten. Die ruhende Position soll verhindern, dass der Muttermund sich noch stärker öffnet und das Kind weiter in Richtung Becken rutscht. Auf Geschlechtsverkehr sollte im Falle von vorzeitigen Wehen bis zur abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche verzichtet werden. Werden die vorzeitigen Wehen durch eine Komplikation während der Schwangerschaft ausgelöst, zum Beispiel im Falle von schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck, eines Schwangerschaftsdiabetes oder einer Infektion, sollte die Ursache so schnell wie möglich medizinisch behandelt werden. Ein wehenhemmendes Mittel, das weibliche Geschlechtshormon Progesteron oder eine hohe Dosis Magnesium können die Muskulatur der Gebärmutter entspannen und so den Kontraktionen entgegenwirken. Eine eher veraltete Maßnahme zur Verhinderung einer Frühgeburt ist die so genannte Cerclage. Dabei wird ungefähr in der 14. bis 16. Schwangerschaftswoche ein Bändchen um den Muttermund gelegt, das dort bis zur vollendeten 37. Schwangerschaftswoche verbleibt. Dieses Bändchen soll den Muttermund stärken, falls er selbst zu schwach ist, um das zunehmende Gewicht des Babys während der fortschreitenden Schwangerschaft zu halten. Neueste medizinische Erkenntnisse gehen allerdings davon aus, dass die Cerclage nicht dazu geeignet ist, eine Frühgeburt durch vorzeitige Wehen zuverlässig zu verhindern. Viele Hebammen raten bei vorzeitigen Kontraktionen der Gebärmutter auch zur Verwendung des so genannten Toko-Öls. Dieses Öl ist eine Mischung aus Lavendel, Linaloeholz, Majoran, Mandel-, Nachtkerzen- und Weizenkeimöl. Es wird auf den Bauch aufgetragen, damit die Wirkstoffe über die Haut in die Gebärmutter einziehen können. Sie sollen sich dort beruhigend auf die Muskulatur und die Bänder auswirken. Das Toko-Öl ist rezeptfrei in der Apotheke oder bei vielen Hebammen direkt erhältlich.

Da die Psyche im Verlauf einer Schwangerschaft nicht unterschätzt werden sollten, raten sowohl Ärzte als auch Hebammen zu möglichst viel Ruhe und Entspannung, um vorzeitige Wehen zu verhindern. Yoga, autogenes Training und progressive Muskelentspannung sind zum Beispiel wirksame Möglichkeiten zur Entspannung und können gleichzeitig bereits in die Geburtsvorbereitung integriert werden. Kann eine Frühgeburt aufgrund der vorzeitigen Wehen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht verhindert werden, wird der behandelnde Arzt die Reifung der kindlichen Lunge zudem mithilfe von Cortison vorantreiben. So besteht eine größere Chance, dass das Baby auch bei einer Frühgeburt schon eigenständig atmen kann.

Vorzeitige Wehen sind häufig nicht eindeutig von den so genannten Vorwehen oder Übungswehen zu unterscheiden. Im Zweifelsfall sollten daher der behandelnde Arzt oder die Hebamme zu Rate gezogen werden. Handelt es sich um vorzeitige Wehen, besteht unter Umständen die Gefahr einer Frühgeburt. Wird die Ursache für die vorzeitigen Wehen allerdings frühzeitig erkannt und behandelt, muss es dennoch nicht zu einer Frühgeburt kommen. Ruhe und Entspannung sind die beste Möglichkeit, um vorzeitige Wehen und damit eine Frühgeburt zu verhindern.

Bildquelle: Arne9001 | Dreamstime.com


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  • Klettermama82 am 26.05.2014 um 13:54 Uhr

    Ich dachte auch einmal, ich hätte vorzeitige Wehen. War aber zum Glück falscher Alarm!

    Antworten