Die Abrasio uteri

Bei der Abrasio uteri oder Kürettage handelt es sich um eine operative Ausschabung der Gebärmutter. Häufig erfolgt die Abrasio zu diagnostischen Zwecken, zum Beispiel bei sehr starken Menstruationsblutungen. Sie wird aber auch nach Fehlgeburten eingesetzt, um zurückbleibendes Gewebe aus der Gebärmutter zu entfernen und Infektionen vorzubeugen.

Die Abrasio ist der häufigste gynäkologische Eingriff

Unter einer Abrasio uteri (von lateinisch abrasio ‚Abkratzung’ und uterus ‚Gebärmutter’) oder Kürettage (von französisch curetage ‚Auskratzung’) versteht man in der Medizin einen operativen Eingriff zur Gebärmutterausschabung. Hierbei wird die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) mit Hilfe eines löffelartigen, scharfkantigen Instruments namens Kürette entfernt, das speziell für dieses Einsatzgebiet entwickelt wurde. Die Abrasio wird unter anderem nach Fehlgeburten angewandt, um Infektionen durch zurückbleibendes Gewebe vorzubeugen und gegebenenfalls verändertes Gewebe zu untersuchen. Häufiger wird eine Abrasio jedoch zu diagnostischen Zwecken, beispielsweise bei Störungen der Monatsblutung oder einem
auffälligen Vorsorgeabstrich, durchgeführt. Auch ein früher Schwangerschaftsabbruch kann in Form einer Abrasio vorgenommen werden.

Was passiert bei einer Abrasio uteri?

Die Abrasio uteri wird im Normalfall ambulant in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Alternativ kann eine lokale Betäubung des Muttermunds erfolgen. Für den Eingriff wird die Frau mit gespreizten und angewinkelten Beinen auf dem gynäkologischen Stuhl gelagert. Nachdem das Operationsgebiet desinfiziert wurde, führt der Gynäkologe zunächst ein Spekulum (Hohltrichter) in die Vagina ein. Anschließend wird der Gebärmuttermund mit speziellen Instrumenten fixiert und der Gebärmutterhals vorsichtig erweitert. Die Dehnung erfolgt mit speziellen Sonden und wird nur im Ausnahmefall durch Medikamente (Prostaglandine) unterstützt. Zuletzt erfolgt die eigentliche Abrasio, wobei der Gebärmutterhals (Cervix uteri) und die Gebärmutterhöhle (Cavum uteri) vorsichtig mit der Kürette ausgeschabt werden. Die Abrasio uteri verliert an Schrecken, wenn Du bedenkst, dass die Ablösung der Gebärmutterschleimhaut für den Körper kein ungewöhnlicher Prozess ist, da die Schleimhaut zum Ende jedes Ovulationszyklus abgestoßen und in Form der Regelblutung ausgeschieden wird. Das bei der Abrasio gewonnene Gewebe wird aufgefangen, in Formaldehyd konserviert und zur feingeweblichen Untersuchung an einen Pathologen weitergeleitet. Im Normalfall dauert eine Abrasio höchstens 30 Minuten.

Welche Risiken birgt eine Abrasio?

Die Ausschabung der Gebärmutter ist der von Frauenärzten am häufigsten durchgeführte Routineeingriff und gilt als risikoarm. Zu den seltenen, aber nicht hundertprozentig auszuschließenden Komplikationen einer Abrasio uteri gehören die Verletzung der Gebärmutter, Thrombosen oder Infektionen. Durch die Verletzung von Gefäßen kann es bei einer Abrasio außerdem zu Blutungen und Nachblutungen kommen, die meistens jedoch ungefährlich sind und von selbst abheilen. Sehr selten kann eine Abrasio dauerhaften Schädigungen nach sich ziehen, die Störungen der Regelblutungen und sogar Unfruchtbarkeit bedingen können. Wenn Du Dich einer Abrasio unterziehen musst, wird Dein Arzt Dir alle möglichen Risiken genau erläutern. Oft können die Risiken jedoch reduziert werden, wenn die Abrasio um eine Hysteroskopie ergänzt wird.

Als Operationsort dient der gynäkologische Stuhl.

Die Abrasio erfolgt im Normalfall ambulant in einer kurzen Vollnarkose.


Die Hysteroskopie als Vorbereitung und Ergänzung der Abrasio

Die eigentliche Abrasio wird oft durch eine Gebärmutterspiegelung, eine sogenannte Hysteroskopie, ergänzt. Bei der Hysteroskopie kommen optische Instrumente mit Lichtquelle sowie Videogeräte zum Einsatz. Anders als bei der reinen Abrasio erfolgt die Gewebeentnahme also unter Sichtkontrolle. Zur Blutstillung kann bei der Hysteroskopie hochfrequenter Strom eingesetzt werden. Insbesondere, wenn eine Abrasio zu diagnostischen Zwecken erfolgt, ist es ratsam, die eigentliche Ausschabung durch eine Hysteroskopie zu ergänzen. Denn sie ermöglicht es, Auffälligkeiten früh zu erkennen und Veränderungen wie Myome und Polypen gezielt aus der Gebärmutterhöhle zu entfernen. Für eine Abrasio im Falle einer Fehlgeburt oder eines Schwangerschaftsabbruchs ist die Gebärmutterspiegelung allerdings nicht zwingend notwendig.

Wie geht es nach einer Abrasio weiter?

Nach der Abrasio bleibt die Frau noch für einige Stunden unter Beobachtung, bis die Wirkung der Narkose nachlässt. Zuhause angekommen sollte sich die Patientin in der ersten Woche nach der Abrasio möglichst viel ausruhen und körperlich schonen. Bewegung in Maßen ist allerdings nicht nur erlaubt, sondern sogar ratsam, um den Kreislauf nach dem Eingriff wieder anzuregen. In den ersten Tagen nach der Abrasio besteht für gewöhnlich eine Wundblutung, die nach drei bis fünf Tagen noch einmal stärker werden kann und dann mit der normalen Menstruationsblutung vergleichbar ist. In einigen Fällen kommt es anschließend zu einem bräunlichen Ausfluss, der etwa vierzehn Tage anhalten kann.
Die erste Zeit nach der Abrasio wird häufig von leicht ziehenden Schmerzen im Unterleib begleitet, die mit normalen Menstruationsbeschwerden vergleichbar sind. Wenn jedoch heftige Schmerzen oder sehr starke Blutungen auftreten, sollte sofort der Arzt kontaktiert werden. Auch bei Unsicherheiten zum normalen Heilungsverlauf empfiehlt es sich immer, beim Gynäkologen nachzufragen.
Da der Muttermund durch die Abrasio noch eine Weile etwas weiter geöffnet ist als sonst, sollte in den ersten drei Wochen nach dem Eingriff auf Geschlechtsverkehr, Schwimmbad- und Saunabesuche sowie die Benutzung von Tampons verzichtet werden.
Die nächste Menstruationsblutung erfolgt im Normalfall circa vier bis acht Wochen nach der Abrasio uteri. Da schon vor der nächsten Periode eine Schwangerschaft eintreten kann, solltest Du in diesem Zeitraum besonders viel Wert auf die Empfängnisverhütung legen. Eine Schwangerschaft wird nämlich frühestens drei Monate nach der Abrasio empfohlen, damit der Körper zuvor ausreichend Zeit hat, sich von dem Eingriff zu erholen.

Die Abrasio uteri ist eine operative Ausschabung der Gebärmutter. Sie erfolgt sowohl zu diagnostischen als auch zu therapeutischen Zwecken und wird im Normalfall ambulant unter einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Im Allgemeinen gilt die Abrasio als risikoarmer Eingriff. Wenn Dir eine Abrasio bevorsteht, solltest Du den Ablauf und die möglichen Risiken aber auf jeden Fall ausführlich mit Deinem Gynäkologen besprechen.

Bildquelle: Evaletova | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • yvonnedaniel am 21.09.2013 um 07:06 Uhr

    mir gings auch so nach meiner fehlgeburt war echt schlimm wie gesagt die trauer des baby verloren zu haben is eigentlich echt schlimm und denn noch die abrasio das mus man echt erstmal verkraften

    Antworten
  • Marabulana am 27.06.2013 um 10:01 Uhr

    Ich habe vor kurzem eine gute Freundin zu einer Abrasio begleitet. Viel schlimmer als die körperliche Belastung war die seelische Belastung durch die Fehlgeburt. Ich wünsche wirklich niemandem eine Abrasio uteri.

    Antworten
  • tiffy79 am 26.06.2013 um 13:29 Uhr

    Ich hatte auch eine Abrasio nach meiner Fehlgeburt. Ist wirklich sehr unangenehm. Als ob die Trauer über das verlorene Baby nicht schon genug wäre...

    Antworten