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Eine Totgeburt verarbeiten

Großer Kummer

Eine Totgeburt verarbeiten

Wenn die Hälfte der Schwangerschaft bereits rum ist, denkt eigentlich niemand mehr daran, dass noch etwas schief gehen könnte. Es ist zwar zum Glück eher selten der Fall, doch auch zu einem späten Zeitpunkt der Schwangerschaft kann sich noch eine Totgeburt ereignen.

Eine Totgeburt ist dank der medizinischen Betreuung in Deutschland glücklicherweise eher selten geworden. Die Wahrscheinlichkeit liegt nur noch bei gut 0,24 Prozent, wenn die 28. Schwangerschaftswoche erst einmal passiert wurde. Grundsätzlich ist die Schwangerschaftswoche in Deutschland jedoch nicht entscheidend, um von einer Totgeburt zu sprechen. Das Kind muss hierfür lediglich schwerer sein als 500 Gramm und bereits bei der Geburt keinen Herzschlag mehr haben, kein Pulsieren in der Nabelschnur und keine Atmung. Die 500-Gramm-Marke ist vor allem rechtlich gesehen wichtig, denn bei einer Totgeburt besitzt Du andere Rechte als bei einer Fehlgeburt und auch der Ablauf der Geburt ist grundsätzlich ein anderer.

Eine Totgeburt sollten Paare am besten gemeinsam verarbeiten.
Nach einer Totgeburt kann Dein Partner Dir Halt geben.

Symptome und Komplikationen bei einer Totgeburt

Im Gegensatz zu einer Fehlgeburt, bei der vor allem am Anfang die Schwangerschaft meist von selbst abgeht, stellen die meisten Frauen bei einer Totgeburt spontan keine besonderen Symptome bei sich fest. Du wirst es vermutlich erst bemerken, wenn Du feststellst, dass Du lange Zeit keine Kindsbewegungen mehr wahrgenommen hast. Auch wenn etwas Fruchtwasser abgeht und dies eine ungesunde braune Farbe hat, kann dies ein Symptom sein. Dein Arzt wird dann zunächst ein CTG und im Anschluss eine Ultraschalluntersuchung vornehmen, um den Tod festzustellen. Bezüglich möglicher Komplikationen für Dich und Deinen Körper brauchst Du Dir allerdings weniger Sorgen zu machen. Sofern die Fruchtblase intakt ist, besteht keine Gefahr für Dich. Nur wenn die Totgeburt mehrere Wochen unentdeckt bleibt, kann es auch noch verspätet zu einer Blutgerinnungsstörung kommen.

Das weitere Vorgehen nach einer Totgeburt

Handelt es sich bei Deinem Baby um eine Totgeburt, ist wichtig, dass Du als allererstes weißt, dass nun alles Weitere nach Deinen Vorstellungen abläuft – sofern diese medizinisch möglich sind. Dies ist vor allem für Deinen Trauer- und Bewältigungsprozess besonders wichtig. In der Regel ist es so, dass die Geburt künstlich eingeleitet werden muss und eine PDA verabreicht wird. Anschließend werden Medikamente zum Abstillen verabreicht. Wen Du bei der Geburt dabei haben möchtest, kannst Du Dir selbst aussuchen. Vielleicht hast Du ja eine Hebamme, der Du besonders vertraust oder Du möchtest einen Seelsorger beziehungsweise Psychologen als Bezugsperson haben. Auch ob Du Dein Sternenkind nach der Geburt nicht sehen möchtest oder ob Du es noch halten und selbst anziehen möchtest, kannst Du selbst entscheiden. Nach einer Totgeburt kannst Du Dir außerdem im Krankenhaus bereits Informationen geben lassen über bestimmte Vereine und Selbsthilfegruppen. Inwiefern Du Dir Hilfe holen möchtest – ob in einer Gruppe, bei einem Therapeuten oder mit anderen Mamis, die Ähnliches mitgemacht haben – musst Du natürlich selbst wissen. Dass Du Dir Hilfe holst, solltest Du allerdings definitiv in Erwägung ziehen, denn die Trauer nach so einem Schicksalsschlag zu verarbeiten, ist natürlich nie einfach.

Deine Rechte nach einer Totgeburt

Wichtig für Dich in der Verarbeitung Deiner Trauer sind auch die Rechte, die Dir nach einer Totgeburt zustehen. Im Gegensatz zu einer Fehlgeburt hast Du hier nämlich Anspruch auf die gleichen Dinge, die Du auch in Anspruch nehmen könntest, wenn Dein Baby noch bei Dir wäre. So werden Dir eine Geburtsurkunde und ein Totenschein ausgehändigt, was natürlich auch bedeutet, dass Du Deinem Sternenkind einen Namen geben darfst. Außerdem ist eine korrekte Bestattung und eine Meldung beim Standesamt rechtlich sogar vorgesehen. Darüber hinaus steht Dir nach einer Totgeburt auch die Hebammenhilfe zu, sodass Du im Wochenbett eine gute Betreuung erhältst. Ebenso ist es nicht erlaubt, dass Du direkt im Anschluss an die Geburt wieder arbeiten gehst. Acht bis zwölf Wochen Mutterschutz sind im Allgemeinen vorgesehen. Höchstens wenn Du Dich schon vorher wieder fit fühlst und Dein Arzt Dir dies auch bescheinigt, darfst Du bereits zwei Wochen im Anschluss wieder arbeiten gehen.

Die Ursachen für eine Totgeburt

Die Ursachen für eine Totgeburt sind vielfältig. Es können dafür sowohl Fehlbildungen an den lebenswichtigen Organen des Kindes verantwortlich sein als auch chromosomale Anomalien oder bestimmte Erkrankungen. In einigen Fällen kann auch die Nabelschnur, die eigentlich lebenswichtig ist, dafür verantwortlich sein, dass Dein Baby aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend versorgt wird. Auch wenn Du Dich mit bestimmten Krankheiten infizierst, kann dies eine Totgeburt auslösen. Listeriose und Toxoplasmose sind hier besonders hervorzuheben. Außerdem können Eklampsie und Diabetes für Komplikationen sorgen. Selbstverständlich solltest Du in der Schwangerschaft auch auf sämtliche Drogen verzichten, da diese ebenfalls eine Totgeburt begünstigen. Darüber hinaus besteht auch ein erhöhtes Risiko, wenn Du bereits einen Kaiserschnitt hattest.

Zum Glück ist eine Totgeburt in den heutigen Zeiten relativ selten. Doch trotzdem ist die Geburt eines sogenannten Sternenkindes kein Ereignis, welches einfach verstanden und verarbeitet werden kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Du den Ablauf der Geburt selbst bestimmen kannst, um somit einen ordentlichen Abschluss zu finden und anständig trauern zu können. Solltest Du danach Hilfe benötigen, gibt es in Deutschland zahlreiche Vereine und Selbsthilfegruppen, in denen Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen kannst.

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