Für Links auf dieser Seite erhält desired ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder lila Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.

Elterngeld

Elterngeld - alle Infos

Elterngeld - alle Infos

Fast alle Eltern in Deutschland nehmen das Elterngeld in Anspruch. Es stellt eine Einkommensersatzleistung dar, die es einem Elternteil erlaubt, nach der Geburt für zwölf Monate eine berufliche Pause einzulegen und für die Kinderbetreuung zu Hause zu bleiben. Die Höhe des Elterngeldes richtet sich dabei nach dem Einkommen des Elternteils, der das Elterngeld in Anspruch nimmt.

Finanzielle Unterstützung für Eltern

Das Einkommen vor der Geburt des Babys bestimmt die Höhe des Elterngeldes.
Die Höhe des Elterngeldes hängt von Eurem Einkommen ab.

Das Elterngeld gibt es in Deutschland seit 2006 und kann für alle Kinder, die nach dem 01. Januar 2007 geboren wurden, geltend gemacht werden. Vor diesem Stichtag gab es das sogenannte Erziehungsgeld, das eine Sozialleistung war und sich vom Elterngeld grundlegend unterschied. Die Entscheidung, welcher Elternteil für die Kinderbetreuung zu Hause bleiben und Elterngeld beziehen möchte, kann frei getroffen werden. Es empfiehlt sich aber, einige grundlegende Berechnungen auf der Basis des jeweiligen Gehaltes anzustellen, um ein möglichst günstiges Elterngeldmodell zu wählen. Der Anspruch auf Elterngeld besteht grundsätzlich vom Tag der Geburt an und wird für insgesamt 12 Monate gewährt. Der Bezugszeitraum kann unmittelbar nach der Geburt aber auch zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise nach dem Ende des Mutterschutzes, begonnen werden. Wenn in diesem Zeitraum beide Elternteile gleichzeitig mindestens 2 Monate lang ihre Erwerbstätigkeit reduzieren, wird das Elterngeld für 14 Monate gezahlt. Diese zusätzlichen Bezugsmonate werden auch Partnermonate genannt. Es ist möglich, die Zahlung des Elterngeldes zeitlich auszudehnen, indem ein geringerer monatlicher Betrag über einen längeren Zeitraum als 12, beziehungsweise 14 Monate ausgezahlt wird.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Grundsätzlich haben beide Elternteile nach der Geburt des Babys Anspruch auf Elterngeld und dürfen gemeinsam entscheiden, wer das Elterngeld beziehen soll. Der Elternteil, der Elterngeld bezieht, muss seine Erwerbstätigkeit zugunsten der Kinderbetreuung aber nach der Geburt soweit reduzieren, dass er maximal 30 Stunden pro Woche arbeitet. Geht die regelmäßige Arbeitszeit des Elterngeldbeziehenden nach der Geburt des Babys über 30 Stunden hinaus, gilt er als voll erwerbstätig und hat neben dem Einkommen aus seiner Erwerbstätigkeit keinen Anspruch auf Elterngeld. Außerdem ist es notwendig, dass der Elterngeldbeziehende mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt lebt, der sich in Deutschland befindet. Für Ausländer aus den EU-Staaten, dem EWR und der Schweiz mit einem festen Wohnsitz in Deutschland gelten die gleichen Rechte wie für deutsche Staatsbürger, sofern sie nicht nur eine befristete Arbeitserlaubnis oder Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Auch Ehe- und Lebenspartnerinnen und -partner, die ein nichtleibliches Baby nach der Geburt betreuen, haben unter den gleichen Voraussetzungen Anspruch auf Elterngeld. Dies gilt auch für Verwandte dritten Grades, die im Falle von schwerer Krankheit, schwerer Behinderung oder dem Tod der Eltern ein Kind betreuen. Der Anspruch auf Elterngeld besteht allerdings nicht für Kinder, die in einer Pflegefamilie aufwachsen. In diesem Fall zahlt das Jugendamt der Pflegefamilie ein Pflegegeld. Eltern, die gemeinsam 500.000 Euro und mehr oder als Einzelperson mindestens 250.000 Euro jährlich verdienen, haben keinen Anspruch auf Elterngeld.

Elterngeld für Alleinerziehende

Auch Alleinerziehende haben vollen Anspruch auf Elterngeld. Sie dürfen sogar die Bewilligungsfrist von 14 Monaten in Anspruch nehmen, da für sie die gemeinsame Elternzeit mit dem Partner wegfällt. Dafür ist allerdings maßgeblich, dass das Kind nur bei dem Elternteil lebt, dem die elterliche Sorge oder zumindest das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zusteht. Bei einer gemeinsamen Wohnung der Eltern trotz alleinigem Sorgerecht eines Elternteiles sind die Voraussetzungen für einen Elterngeldanspruch des alleinerziehenden Elternteils nicht erfüllt. Eine Ausnahme besteht, wenn bei Elternpaaren einem Elternteil die Betreuung des Kindes aus objektiven Gesichtspunkten nachweislich unmöglich ist. Grund hierfür kann beispielsweise eine schwere Behinderung oder Krankheit sein. In einem solchen Fall hat ein Elternteil als Alleinerziehender ebenfalls Anspruch auf bis zu 14 Monate Elterngeld, wenn die sonstigen Voraussetzungen für die Beantragung, insbesondere die geminderte Erwerbstätigkeit, erfüllt sind.

Wie wird das Elterngeld berechnet?

Grundsätzlich werden monatlich 65 Prozent des Durchschnittseinkommens als Elterngeld gewährt. Als Ausgangspunkt für die Berechnung gilt das persönliche, steuerpflichtige Erwerbseinkommen der letzen zwölf Kalendermonate vor der Geburt des Babys. Für die Berechnung wird das Erwerbseinkommen in den zwölf vorangegangenen Monaten addiert und durch zwölf geteilt. Kalendermonate, in denen kein Einkommen erzielt wurde, werden mit null angesetzt. Auch die Lohn- oder Gehaltsansprüche während eines Urlaubs oder einer Krankheit fließen als Erwerbseinkommen mit in der Berechnung ein. Engeltersatzleistungen, wie Arbeitslosengeld, Stipendien, BAföG oder Arbeitslosengeld II zählen übrigens nicht zum steuerpflichtigen Erwerbseinkommen. Das Elterngeld wird aber auf andere Sozialleistungen wie zum Beispiel Hartz IV angerechnet. Bei einem besonders niedrigen Erwerbseinkommen können Elterngeldberechtigte die Geringverdienerkomponente geltend machen. Dadurch erhöht sich der Anspruch auf Elterngeld je nach Einkommenshöhe auf bis zu 100 Prozent. Der Mindestbetrag, den jeder Elterngeldberechtigte in Deutschland ausgezahlt bekommt, beläuft sich auf monatlich 300 Euro, die Höchstsumme beträgt 1.800 Euro. Zu dem ermittelten Elterngeld addieren sich gegebenenfalls Geschwisterboni, wenn mehrere Kinder im Haushalt betreut werden. Der Geschwisterbonus beträgt 10 Prozent, mindestens aber 75 Euro. Das ausgezahlte Elterngeld ist steuer- und abgabenfrei, wird allerdings bei der Berechnung des persönlichen Steuersatzes wie ein reguläres Einkommen betrachtet.

Wann und wie wird das Elterngeld beantragt?

Der Antrag auf Elterngeld muss nicht sofort nach der Geburt gestellt werden. Allerdings werden die Zahlungen nur für maximal drei Monate rückwirkend geleistet und man sollte längere Bearbeitungsfristen von mehreren Wochen berücksichtigen. Eine zeitnahe Beantragung nach der Geburt ist also empfehlenswert. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Mutterschaftsgeld, das während des Mutterschutzes gewährt wird, auf das Elterngeld angerechnet wird. Es empfiehlt sich also, Elterngeld erst für den Zeitraum nach Ablauf des Mutterschutzes zu beantragen, um alle staatlichen Leistungen voll auszuschöpfen. Vordrucke für den Antrag gibt es bei den Elterngeldstellen, aber auch bei den Krankenkassen oder in Krankenhäusern mit Entbindungsstationen. Es ist möglich, den Antrag auf Elterngeld schon vor der Geburt auszufüllen und das genaue Geburtsdatum und den Namen des Kindes nachzutragen. Der schriftliche Antrag auf Elterngeld ist von beiden Elternteilen zu unterschreiben, im Falle von alleinerziehenden Elternteilen genügt die Unterschrift der Person, die das alleinige Sorgerecht oder das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht hat. Außerdem müssen dem Antrag auf Elterngeld folgende Unterlagen beigefügt werden:

- die Geburtsurkunde oder -bescheinigung des Babys,
- Einkommensnachweise der Elterngeldberechtigten Personen,
- die Bescheinigung der Krankenkasse über den Bezug von Mutterschaftsgeld nach der Geburt oder – wenn die Mutter Beamtin ist – über die Dienstbezüge während des Mutterschutzes,
- eine Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld,
- die Arbeitszeitbestätigung durch den Arbeitgeber bei Teilzeitarbeit oder die Erklärung über die Arbeitszeit bei selbstständiger Arbeit.

Sollten sich Änderungen in beruflicher oder privater Hinsicht ergeben, kann der Antrag einmalig ohne Angabe von Gründen geändert werden. So ist es möglich, auch nachträglich ein günstigeres Elterngeldmodell zu wählen.

Das Elterngeld ist in Deutschland eine Einkommensersatzleistung, die Eltern in den ersten 12 bis 14 Monaten nach der Geburt gezahlt wird, wenn sie ihr Kind zu Hause betreuen. Voraussetzung ist eine verminderte Erwerbstätigkeit von maximal 30 Stunden pro Woche. Die Höhe des Elterngeldes hängt vom Einkommen vor der Geburt ab.

Was denkst Du?

Galerien

Lies auch

Teste dich