Sprachen lernen mit drei Monaten?

Babys erkennen Grammatik

Sprachen lernen mit drei Monaten?

Eine deutsche Studie fand nun heraus, dass Babys grammatikalische Regeln schon im Alter von drei Monaten erkennen können. In den Tests erzielten Babys bessere Ergebnisse als Erwachsene, da sie durch bloßes Zuhören Sprachen lernen. Im Laufe des Heranwachsens ginge diese Fähigkeit scheinbar verloren, so die Experten. Die Ergebnisse stützen einmal mehr die These, dass Kinder leichter Sprachen lernen als Erwachsene.

Die Studie zum Thema Sprachen lernen wurde im Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig durchgeführt. In der Studie wurden neben den Hirnströmen von Babys auch die von Erwachsenen gemessen. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Babys waren fähig Abweichungen von Sprachmustern wahrzunehmen, während die getesteten Erwachsenen keine Regeln erkennen konnten. Dass es Kindern generell leichter fällt Sprachen zu lernen als Erwachsenen, ist bekannt. Doch dass Babys bereits im Alter von drei Monaten auf grammatikalische Unregelmäßigkeiten reagieren, ist vollkommen neu.

Sprachen lernen: Aufbau der Studie

In der Studie wurden insgesamt 65 Babys im Alter von drei Monaten für jeweils 20 Minuten verschiedene Kombinationen von Silben vorgespielt. Es handelte sich dabei immer um dreisilbige Kunstworte, die entweder auf „le“ begannen und „bu“ als Endsilbe hatten, oder die Anfangssilbe „fi“ besaßen und dann auf „to“ endeten. Solche Zusammenhänge zwischen Silben fänden wir auch, wenn wir natürliche Sprachen lernen, so Erstautorin Jutta Mueller. Im Verlauf der Studie wurden die eingeführten Silbenkombinationen nun absichtlich verändert und die Regel somit verletzt: Aus dem richtigen „le-wi-bu“ wurde „le-wi-to“. Bei 32 der 65 Babys wurden während solcher Regelverletzungen Gehirnreaktionen gemessen, die eindeutig darauf deuten, dass sie Veränderungen wahrnehmen. Sie hatten also nicht nur die zugrunde liegende grammatikalische Regel erkannt, sondern auch deren Verletzung. Die 26 getesteten Erwachsenen erkannten die Regeln und somit auch ihre Verletzung nicht.

Sprachen lernen: Zusammenhang von Tonlage und Sprachlernprozessen

Baby können grammatikalische Regeln erkennen.

Babys lernen schneller als Erwachsene.


Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft die Abhängigkeit zwischen der Verarbeitung von Tonhöhenunterschieden und den genannten grammatikalischen Regelabweichungen. Im Experiment wurden einige der Silben in unregelmäßigen Abständen höher oder tiefer gesprochen. Bei allen 32 Babys, die die Verletzungen der Sprachregeln wahrgenommen hatten, konnte auch eine Gehirnreaktion bei solchen Tonhöhenunterschieden festgestellt werden. Die restlichen 33 Babys erkannten weder die Regelabweichungen noch die Unterschiede in der Tonlage. In einer Folgestudie will Mueller nun testen, ob die 33 Babys ohne entsprechende Gehirnreaktionen langsamer in ihrer Entwicklung sind oder ob es ihnen später sogar schwerer fallen könnte, Sprachen zu lernen.

Sprachen lernen: Nie zu spät für Erwachsene

Diese Erkenntnisse sollen Erwachsenen jedoch keinesfalls vermitteln, dass der sprichwörtliche Zug für das Sprachen lernen abgefahren ist. Erwachsene besitzen ausgereifte kognitive Fähigkeiten und können nicht „vergessen“, was sie seit dem Kleinkindalter gelernt haben; ihr Gehirn wird nie mehr so frisch und aufnahmebereit sein wie das eines Babys. Dafür können Erwachsene auf viele Hilfsmittel beim Sprachen lernen zurückgreifen. Dazu gehören Kenntnisse aus bereits erlernten Sprachen, verschiedene Lerntechniken und ihr allgemeines Weltwissen.

Sprachen lernen erfolgt bei Babys und Kleinkindern durch bloßes Zuhören. Bereits im Alter von drei Monaten erkennen Säuglinge Sprachmuster und Regelabweichungen. Erwachsene besitzen diese Fähigkeit nicht mehr, wie die Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig jetzt beweisen konnte. Es ist dennoch nie zu spät für Erwachsene, Sprachen zu lernen, nur das Tempo und die Mittel sind anders als bei Kindern.

Bildquelle: Viorel Dudau/ Dreamstime


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?