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Junger Mann zeigt Zivilcourage

Stillen in der Öffentlichkeit: Frau bekommt Hilfe in Starbucks Café

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Stillen in der Öffentlichkeit ist ein heiß umkämpftes Thema, an dem sich die Geister scheiden. Mancherorts kein Problem, wird man an anderer Stelle sogar gebeten, den Laden zu verlassen. Julia Wykes bekam unerwartete Hilfe von einem Starbucksangestellten, als sie in dem Café von einem anderen Gast angefeindet wurde.

Mutter Julia Wykes wurde wegen dem Stillen in der Öffentlichkeit angefeindet

Julia Wykes machte mit ihrem fünf Monate alten Sohn ein paar Besorgungen in der Stadt und wollte sich eigentlich nur schnell bei Starbucks einen Kaffe auf die Hand holen. Aber während sie in der Warteschlange stand, begann ihr Kind, unruhig zu werden. Also setzte Wykes sich mit ihrem Kaffee an einen Tisch, um ihr Baby zu stillen. Plötzlich marschierte eine Frau mittleren Alters zum Tresen und beschwerte sich lautstark beim Barista: „Können Sie dafür sorgen, dass diese Frau aufhört, das in aller Öffentlichkeit zu machen? Das ist widerlich.“ Offensichtlich störte die Kundin sich sehr am Stillen in der Öffentlichkeit.

Das Stillen in der Öffentlichkeit ist auch heute noch umstritten.
Das Stillen in der Öffentlichkeit wird auch heute noch nicht überall gern gesehen.

Mutter bekommt unerwartete Hilfe im Konflikt um das Stillen in der Öffentlichkeit

Der Barista, ein junger Mann, noch keine 20 Jahren alt, sagte, er würde sich „darum kümmern“ und kam zu Wykes herüber. Aber anstatt der Aufforderung der sich beschwerenden Kundin nachzugehen, machte er etwas anderes: Er bot der stillenden Mutter an, ihren Kaffee gratis aufzufüllen, gab ihr einen Gutschein für ein kostenloses Getränk und sagte: „Es tut mir Leid, dass sie heute diesen unschönen Zwischenfall erleben mussten.“ Die Kundin stürmte beleidigt aus dem Café. „Mit ihrem Verhalten hat sie ihr eigentliches Ziel untergraben,“ sagte Wykes „Huffington Post“, „sie war nämlich die Einzige, die bemerkt hatte, dass ich gestillt habe, und sie hat letztlich viel mehr Aufmerksamkeit darauf gezogen, als wenn sie einfach nichts gesagt hätte!“ Wykes postete die Geschichte später in ihrer örtlichen Elterngruppe bei Facebook; sie schrieb, wie sehr sie sich über die unerwartete Unterstützung gefreut hatte und bat die anderen Eltern, dem Barista Trinkgeld zu geben. Die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet, erst unter Müttern in Amerika, dann weltweit. Kein Wunder, denn das Stillen in der Öffentlichkeit ist überall ein kontrovers diskutiertes Thema.

Wykes hatte bisher keine schlechten Erfahrungen mit dem Stillen in der Öffentlichkeit

Für Julia Wykes, die als Hebamme gearbeitet hat und weltweit „hunderten Müttern beim Stillen geholfen hat“, war dieser Zwischenfall das erste Mal, dass man sie für das Stillen in der Öffentlichkeit angefeindet hat. „Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass die Leute normalerweise nicht einmal bemerken, dass ich meinen Sohn in der Öffentlichkeit stille – man muss schon wirklich konstant rüberstarren oder mich im falschen Moment erwischen, um viel nackte Haut zu sehen! Einmal ist jemand rüber gekommen und hat meinem Baby übers Haar gestrichen, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass ich gerade stillte.“ Das Stillen in der Öffentlichkeit wird seit einiger Zeit immer wieder thematisiert; zahlreiche Zeitungsartikel und leidenschaftliche Blogposts befassen sich mit dem Thema. Zur „Huffington Post“ sagte Julia Wykes über ihre Einstellung: „Ich war schon immer der Meinung: wenn dein Baby hungrig ist, füttere es. Es ist egal wie und wo, sorge einfach dafür, dass dein Baby satt und zufrieden ist.“ Und sie fügt hinzu: „Ich und eine gute Freundin, die ebenfalls Hebamme ist, wir haben ein Mantra, das wir all unseren Patientinnen mit auf den Weg geben: ‚Fütter einfach nur Dein Kind!’“

Das Stillen in der Öffentlichkeit ist ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Direkte Anfeindung ist aber nie eine elegante Lösung. Schön, wenn ein junger Mann beherzt eingreift, um eine unangenehme Situation für die Betroffene erträglicher zu machen. Das zeugt von Zivilcourage und verdient Respekt.