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Stillen in der Öffentlichkeit

Stillen in der Öffentlichkeit sorgt wieder für Ärger

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Das Thema Stillen ist in den USA schon seit jeher kontrovers, doch dank Social Media Plattformen wie Facebook hat das Stillen in der „Öffentlichkeit“ mittlerweile eine ganz andere Bandbreite erreicht als noch vor ein paar Jahren.

Stillen in der Öffentlichkeit sorgt wieder für Kontroverse

Dank des Internets bekommt der Begriff „Öffentlichkeit“ in den letzten Jahrzehnten eine immer weitere Bedeutung und das ist einerseits gut, sorgt aber andererseits immer wieder für Probleme, wenn Menschen mit verschiedenen Anschauungen aufeinandertreffen. Während es in den USA beim Thema „Stillen in der Öffentlichkeit“ bereits im richtigen Leben zu ordentlich Meinungsverschiedenheiten kommt, geht der Kampf auf Facebook und Co. erst so richtig los. Die Fotografin Jade Beall sorgt nun mit einigen Fotos für eine erneute Debatte um das Stillen in der Öffentlichkeit. Die Künstlerin ist bekannt dafür, die Unvollkommenheiten des menschlichen Körpers zu porträtieren. Mit ihren Bildern will sie vor allem echte Menschen mit all ihren Fehlern und Makeln zeigen und dies gelingt nun einmal am besten nackt, damit auch nichts versteckt bleiben kann. Ihr neuestes Foto sorgte auf Facebook jedoch für einigen Wirbel.

Stillen in der Öffentlichkeit: Foto von Jade Beall.
Stillen in der Öffentlichkeit ist nach wie vor ein kontroverses Thema in den USA.

Stillen in der Öffentlichkeit: Foto sorgt für geteilte Meinungen

Die erneute Kontroverse um das Stillen in der Öffentlichkeit begann mit einem einfachen Foto, das sieben komplett nackte Frauen zeigte, die ihre Babys auf den Armen hielten und teilweise stillten. Wie bei normalen Frauen üblich, sahen die „Models“ auch nicht perfekt aus, eben so, wie man nach einer Geburt üblicherweise aussieht. Neben zahlreichen positivem Feedback von Frauen und Männern, die das Stillen in der Öffentlichkeit befürworten und daher die Aktion als ein Schritt in die richtige Richtung sehen, schlug der Fotografin jedoch auch viel Kritik entgegen. Vor allem Männer baten sie, das Foto zu löschen, was sie jedoch nur vorrübergehend tat, da ein Nutzer einen aus Versehen unzensierten Nippel gemeldet hatte. Komplett zensiert ist das Foto nun wieder auf Facebook zu sehen.

Stillen in der Öffentlichkeit: Auf Facebook erlaubt?

Dass die Fotografin ihr Foto zensieren musste, hat jedoch nichts mit dem Thema des Fotos zu tun. Vielmehr müssen auf Facebook sämtliche primären und sekundären Geschlechtsmerkmale unkenntlich gemacht werden. Stillfotos sind laut Nutzerbedingungen aber explizit erlaubt. „Facebook erlaubt, was Amerikaner als ‚angemessenes Verhalten’ akzeptieren“, so Jade Beall gegenüber der „Huffington Post“. „Wenn wir eine Frau mit untypischen Körpertyp sehen, die stark und verwundbar für einen Künstler posiert, ist es, als wenn ich irgendwie die Regeln breche, wie viel Haut eine Frau zeigen ‚sollte’“, versucht die Fotografin den Aufschrei zu erklären, der laut ihr nicht speziell mit dem Stillen in der Öffentlichkeit zu tun hat. Dies habe die Reaktionen aber noch einmal verstärkt: „Zu zeigen, wie es ihr erlaubt ist, ihre Brüste in einer komplett unsexuellen Weise zu benutzen, das wirbelt ordentlich Staub auf.“ Facebook ist mittlerweile im Übrigen sehr darauf bedacht, nicht unnötig Stillfotos zu löschen, seit vor einiger Zeit Nutzerinnen gesperrt wurden, die Bilder vom Stillen in der Öffentlichkeit posteten. Einzige Bedingung: Nippel müssen ausnahmslos zensiert werden.

Wer einen US-Amerikaner ordentlich erschrecken möchte, der zeige ihm Brüste. Ganz so schlimm scheint es zwar um die Mehrheit der Bevölkerung nicht zu stehen, doch nimmt der Aufschrei beim Thema Stillen in der Öffentlichkeit langsam immer lächerlichere Züge an.