Studie zur Internetsucht bei Jugendlichen

Fast jeder geht heutzutage täglich ins Internet. Daher stellt sich Forschern zunehmend die Frage, wie viel Internetkonsum noch normal ist. Eine europaweite Studie kam jetzt zu dem Ergebnis, dass zehn Prozent aller Jugendlichen gefährdet seien, eine Onlinesucht zu entwickeln. Etwa ein Prozent sei sogar bereits internetsüchtig.

Die Gründe, warum Menschen Tag für Tag – nicht nur im Büro, sondern auch privat – das Internet nutzen, sind vielseitig. Sei es, um E-Mails zu checken, sich über aktuelle Nachrichten zu informieren oder in sozialen Netzwerken mit Freunden in Kontakt zu treten – das Internet ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Eine europaweite Studie wollte jetzt herausfinden, wie viel Internet noch normal ist und ab wann man von einer Internetsucht sprechen muss. Das Ergebnis: 10 Prozent aller Jugendlichen sollen Gefahr laufen, internetsüchtig zu werden, sogar ein Prozent sei es schon.

Im europaweiten Vergleich sind in Deutschland weniger Jugendliche internetsüchtig

Für die Studie wurden Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Deutschland, Island, Griechenland, den Niederlanden, Polen, Rumänien und Spanien befragt. Vorgestellt wurde sie jetzt in Berlin von der Universität Mainz und der Landesmedienzentrale Rheinland Pfalz. Auch die Universität in Athen war an der Studie beteiligt, denn sie hatte diese gemeinsam mit der Uni Mainz konzipiert. Im europaweiten Vergleich schnitt Deutschland gemeinsam mit Island noch verhältnismäßig gut ab, während die Jugendlichen in Polen, Rumänien und Spanien wesentlich mehr von Onlinesucht betroffen sind. Michael Dreier, Mitarbeiter der Ambulanz für Spielsucht der Uni-Klinik in Mainz, zeigte sich beeindruckt, „wie vielfältig und kreativ das Internet von Jugendlichen in Europa genutzt wird“, war aber auch alarmiert davon, dass verhältnismäßig viele Studienteilnehmer Gefahr liefen, eine Internetsucht zu entwickeln.

Für die Studie zum Thema Onlinesucht ließen die Forscher insgesamt 13.300 Jugendliche Fragebögen ausfüllen, teilweise bis zu 2.000 Teilnehmer pro Land. Diejenigen Probanden, die nach dem Ausfüllen der Fragebögen von den Forschern als internetsüchtig eingestuft wurden, wurden anschließend noch einmal interviewt. Europaweit sind der Studie zufolge 13 Prozent der Jugendlichen gefährdet, internetsüchtig zu werden. 1,2 Prozent sind es bereits.

Internetsucht ist eine Gefahr

Internetsucht kann bei Jugendlichen zu Isolation führen.


Internetsucht ist schwer zu definieren

Die jetzt vorgestellte Studie ist nicht die erste zum Thema Onlinesucht – und das, obwohl Mediziner seit jeher darüber streiten, ob es das Krankheitsbild Internetsucht überhaupt gibt. Eine allgemeingültige Definition für Onlinesucht festzulegen, wird nicht zuletzt dadurch erschwert, dass beispielsweise Onlinespiele eine Schnittstelle darstellen, die schwer zu definieren ist. Ob exzessive Nutzer von Onlinespielen internetsüchtig oder spielsüchtig sind, wird seit langem diskutiert.

Bereits im Jahr 2011 hatte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung eine Studie zum Thema Onlinesucht in Auftrag gegeben. Dieser Studie zufolge wurden damals 2,4 Prozent der 14-bis 24-jährigen befragten Teilnehmer als internetsüchtig eingestuft. In der Altersstufe der 14-bis 16-Jährigen, die der Altersspanne der jetzt veröffentlichten Studie deutlich näher kommt, waren es vier Prozent. Diese Zahlen liegen deutlich höher als die der jetzt veröffentlichten Studie, derzufolge 0,9 Prozent der befragten Jugendlichen internetsüchtig sind. Internetsucht wurde bei der Mainzer Studie als „Kontrollverlust der Jugendlichen über ihr Nutzungsverhalten“ definiert, der sich unter anderem durch Isolation und Vernachlässigung der sozialen Kontakte äußere.

Besonders von Onlinesucht betroffen sind der Studie zufolge die Nutzer von Onlinespielen und sozialen Netzwerken. Die Internetsucht äußere sich bei den Betroffenen unter Anderem durch schlechtere Schulnoten und weniger gut ausgeprägte soziale Kompetenzen.

Eine gemeinsame Studie der Universitäten Mainz und Athen sowie der Landesmedienzentrale Rheinland-Pfalz hat ergeben, dass in Deutschland etwa jeder zehnte Jugendliche Gefahr läuft, internetsüchtig zu werden. Knapp ein Prozent ist es bereits.

Bildquelle: Phovoir | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • Zuckerbaeckerli am 18.01.2013 um 15:51 Uhr

    Onlinesucht ist bestimmt sehr verbreitet. Das wird durch die neuen Medien ja auch total gefördert. Man ist immer erreichbar und muss immer alles unter Kontrolle haben. Da kommt es schnell zu Onlinesucht.

    Antworten