Trisomie 21 per Bluttest erkennen

Die Konstanzer Firma GATC Biotech AG hat eine Methode zur Früherkennung von Trisomie 21 entwickelt, die die pränatale Diagnostik revolutionieren soll. Wenige Tropfen Blut der Mutter reichen für den Test.

Mit Hilfe von fetalen DNA-Fragmenten, die im mütterlichen Blutkreislauf zirkulieren, soll festgestellt werden, ob das Chromosom Nr. 21 dreifach vorhanden ist. Hierzu sind nur wenige Tropfen Blut der Mutter notwendig. Bislang ist ein Test auf Trisomie 21, besser bekannt als Down-Syndrom, beim ungeborenen Kind mit dem Risiko eines Schwangerschaftsabbruches verbunden, da hierzu eine sogenannte Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) durchgeführt werden muss. Bereits Ende 2011 möchte Lifecodexx, eine Tochterfirma der GATC Biotech AG, den Trisomie 21 Frühtest auf dem Markt einführen.

Trisomie 21 kann künftig mit einer nicht-invasiven Methode getestet werden

Die von GATC entwickelte DNA-Sequenzierung verspricht einen schonenden Test auf die schwerwiegende Krankheit Trisomie 21, ohne das Leben des ungeborenen Kindes zu gefährden. „Die Ergebnisse der Pilotstudie sind sehr vielversprechend. Aus klinischer Sicht könnte insbesondere bei Frauen mit Risikoschwangerschaften der Test relativ rasch etabliert und begleitend zu den bestehenden Verfahren eingesetzt werden, um genetische Chromosomenanomalien nicht-invasiv zu detektieren,“ so Dr. Markus Stumm vom Berliner Zentrum für Pränataldiagnostik.

Trisomie 21 per Bluttest erkennen

Trisomie 21: Neuartige Methoden soller Früherkennung per Bluttest ermöglichen


Kritik für Trisomie 21 Test von Ethiker und Kirchen

Doch nicht überall stößt die neue Früherkennungsmethode für Trisomie 21 auf Zuspruch. Vor allem Bundesforschungsministerin Annette Schavan steht derzeit in der Kritik, da das Bundesministerium für Forschung und Bildung das Projekt mit 230.000 Euro unterstützt hatte. Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, warf Schavan im “Tagesspiegel” vor, ihr Haus habe „Behinderten-Diskriminierung in der schlimmsten Form” unterstützt. Weiterhin kommentierte Hüppe, das Trisomie 21 Testverfahren verfolge das Ziel „Menschen mit Behinderung auszusortieren und zu töten“.

Auch die Kirche ist erwartungsgemäß alles andere als begeistert von der Trisomie 21 Diagnostik. Von einem „Skandal“ sprach der katholische Weihbischof Anton Losinge aus Augsburg, wie „Domradio“ berichtete.
Sollte das Verfahren tatsächlich Ende 2011 auf den Markt kommen, müssen Schwangere für sich selbst entscheiden, ob sie das neue Verfahren anwenden möchten oder nicht. Für Frauen, die sich ansonsten für eine Amniozenthese entscheiden würden, könnte das Verfahren jedoch eine erhebliche Erleichterung darstellen.


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?

  • Magdala am 02.09.2011 um 18:58 Uhr

    Die Kirche kritisiert nicht die Untersuchung an sich, sondern, was anschließend oft geschieht, wenn das Ergebnis positiv ausfällt. Es ist ein Fakt, dass 90% aller Ungeborenen, wo ein Test auf Trisomie 21 positiv ausfiel, abgetrieben werden. Den Eltern wird überhaupt nicht die Möglichkeit gegeben, sich mit anderen betroffenen Eltern, die ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt gebracht haben, zu treffen und auszutauschen. So würde ihnen die Möglichkeit gegeben, das Für und Wider abzuwägen. Und sich evtl. doch für das Kind zu entscheiden. Aber die Ärzte drängen teilweise regelrecht zu einer Abtreibung. Bis zur 22. SSW ist eine Spätabtreibung in Deutschland möglich. Habt ihr euch darüber mal Gedanken gemacht? Ihr Mütter wißt doch, wie weit entwickelt ein Baby in der 22.SSW bereits ist. Beinahe lebensfähig ausserhalb des Mutterleibes. Anderswo kämpfen ganze Ärzteteams um das Leben eines winzigen Frühchens, dass nur wenige Wochen älter ist als sein Kamerad, der angeblich das Down-Syndrom hat und deshalb nicht leben darf... Und genau das kritisiert die Kirche. Und auch immer mehr Politiker, denn allein die PID und auch dieser neue Bluttest ist eine offene Diskriminierung behinderter Mitmenschen! Vor allem eine Diskriminierung von Menschen mit dem Down-Syndrom. Denn es sind nicht die Eltern, denen ein behindertes Kind "nicht zuzumuten ist", sondern es ist das Umfeld, die Gesellschaft drumherum, die ein solches Kind nicht in ihrer Umgebung dulden will. Ich jedenfalls werde nicht aufhören, dagegen zu protestieren. Ich bin gläubige Katholikin, das Leben (besonders das Ungeborene) hat für mich höchsten Stellenwert und bin vor allem im Internet aktiv, um aufzuklären.

    Antworten
  • Claudia_H am 01.09.2011 um 21:04 Uhr

    Ich finde das auch super, dass nun auf schonende Weise ein Test möglich ist, ohne das Ungeborene zu gefährden. Die Entscheidung ein behindertes Kind großzuziehen obliegt auch ganz allein den Eltern, nicht der Kirche und/oder dem Behindertenbeauftragten. Hut ab vor Frau Schavan, dass sie sich hier durchgesetzt hat und das Projekt gefördert wurde!

    Antworten
  • orangenbluete am 01.09.2011 um 17:27 Uhr

    Ich find das gut, wenn man einfacher auf Trisomie 21 testen kann.

    Antworten