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Paar lässt Kind bei Leihmutter

Tücken der Leihmutterschaft: Eltern lassen Kind zurück

Leihmutterschaft ist in vielen Teilen der Welt illegal, so auch in Deutschland. Die Verzweiflung einiger Paare führt sie daher oft in Länder, in denen Frauen das Geld, welches mit einer Leihmutterschaft einhergeht, bitter nötig haben. Die Geschichte eines australischen Paares, welches hierfür nach Thailand reiste, offenbart nun, welch grausames Geschäft mit den Leben der Kinder und ihren Leihmüttern betrieben wird.

Leihmutterschaft: Das illegale Geschäft mit dem Kinderwunsch

Leihmutterschaft ist in Thailand illegal, dennoch sind viele Frauen nicht in der Lage, das lukrative Geschäft auszuschlagen. Sie leben in bitterer Armut und der fünfstellige Betrag für neun Monate Schwangerschaft ist oft der einzige Weg für sie, genug Geld zu verdienen, um ihren anderen Kindern eine Zukunft zu sichern. So ging es auch Pattaramon Chanbua, die sich entschloss für 15,000 Dollar das Kind eines australischen Paares auszutragen. Was sie nicht bedachte, war die verletzliche Lage, in die sie sich damit begab. Ohne gesetzliche Grundlage und bindenden Vertrag ist die Leihmutterschaft in Thailand ein gefährliches Geschäft und die Frauen sind den reichen Paaren aus dem Ausland oft schutzlos ausgeliefert. So auch Pattaramon Chanbua, die sich nach der Diagnose Down-Syndrom weigerte, ihre Kinder abtreiben zu lassen. Die australischen Eltern der Kinder nahmen daraufhin das gesunde Mädchen mit nach Hause und ließen ihren behinderten Sohn in Thailand zurück.

Leihmutterschaft: der kleien Gammy mit seinem großen Bruder.
Gammy wurde durch Leihmutterschaft gezeugt und von seinen Eltern in Thailand zurückgelassen.

Pattaramon will durch Leihmutterschaft gezeugten Sohn behalten

Wie die „BBC News“ berichtet, hat Pattaramon Chanbua trotz ihrer finanziell schwierigen Lage offenbar ein größeres Herz für ihren durch Leihmutterschaft gezeugten Sohn Gammy als die genetischen Eltern des Kleinen. Sie kümmert sich nun um den Jungen, der nicht nur am Down-Syndrom leidet, sondern im Moment auch mit einem angeborenen Herzfehler und einer Lungenentzündung im Krankenhaus liegt. „Wieso muss er das alles durchmachen? Ich liebe ihn...er ist jetzt wie mein eigenes Kind“, so die verzweifelte Pattaramon in einem Interview. Seit die Geschichte vergangene Woche durch die thailändische Zeitung „Thairath“ veröffentlich wurde, ist eine Spendenkampagne für den kleinen Gammy ins Leben gerufen worden. Mittlerweile sind in elf Tagen gut 140,000 Dollar zusammen gekommen. Geld, das die Mutter des Kleinen gut gebrauchen kann, denn eine teure Behandlung kann sie sich nicht leisten. Die 15,000 Dollar, die sie für die Leihmutterschaft erhalten hatte, waren bereits ein Vermögen für sie: „Das Geld, was mir angeboten wurde, war für mich sehr viel. Ich dachte, damit könnte ich meinen Kindern eine Schulbildung finanzieren, unsere Schulden begleichen.“

Gammy zeigt die dunklen Seiten der Leihmutterschaft auf

Die Geschichte des kleinen Gammy ist ein Schock für viele, doch ist sie vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Da die Leihmutterschaft in vielen Ländern nicht legal ist, haben die Leihmütter auch oft keine gesetzlichen Ansprüche, dass der Handel entsprechend vollzogen wird. Viele Internetnutzer äußerten jetzt ihre Empörung über die australischen Eltern. „Möge dieses egoistische und herzlose Paar bloßgestellt und beschämt werden für diese schreckliche Vernachlässigung!“, liest man dort oder auch: „Als eine Mutter von Zwillingen, die das Band kennt, welches sie verbindet, finde ich den Gedanken, dass jemand Zwillinge auseinanderreißen würde, entsetzlich.“ Auch der australische Premierminister äußerte sich mittlerweile zu den Schwierigkeiten der Leihmutterschaft: „Ich schätze, es zeigt einige der Tücken dieses bestimmten Geschäfts auf. Es ist eine sehr sehr traurige Geschichte und ich denke nur ungern daran, dass ein Kind auf die Weise verlassen werden könnte.“ Pattaramon Chanbua hat den Eltern hingegen bereits vergeben, sie möchte nun nur, dass ihr kleiner Gammy eine Zukunft hat: „Ich wünsche mir nicht, dass er ein kluger Junge oder eine intelligente Person wird...ich möchte nur, dass aus ihm ein guter Mann wird.“

Leihmutterschaft ist in vielen Ländern illegal und genau dies sorgt wie im Fall des kleinen Gammy oft für Probleme. Auch wenn es für die meisten Eltern schwer zu begreifen sein wird, dass ein Paar mit Kinderwunsch ihr eigen Fleisch und Blut zurücklässt, weil es nicht ihren Vorstellungen entspricht, kann diese tragische Geschichte möglicherweise dazu dienen, eine lange überfällige Debatte über die Leihmutterschaft anzustoßen.

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