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Eierstocktransplantation

Unfruchtbarkeit: Baby trotz Unfruchtbarkeit

Unfruchtbarkeit: Baby trotz Unfruchtbarkeit

Vor vier Jahren erkrankte sie an Brustkrebs. Das Resultat der lebensrettenden Chemotherapie: Unfruchtbarkeit. Doch vor Kurzem ist Sandra G. Mutter geworden. Töchterchen Isabel ist weltweit das 13. Baby, das dank der Methode der Eierstocktransplantation entstanden ist.

Erlanger Wissenschaftlern gelang es jetzt, einer unfruchtbaren Frau zum weltweit 13. Mal zu Schwangerschaft und Mutterglück zu verhelfen. Die Unfruchtbarkeit war bei Sandra G. die traurige Folge einer Chemotherapie aufgrund eines aggressiven Brutkrebsleidens. Durch die Entnahme und spätere Retransplantation ihres eigenen Eierstockgewebes, konnte Sandra G. nach ihrer Heilung nun trotz vorhergesagter Unfruchtbarkeit Mutter werden.

Unfruchtbarkeit als Nebenwirkung der Chemotherapie

Unfurchtbarkeit ist oft Folge einer Chemotherapie. Ralf Dittrich, Leiter der Reproduktionsmedizin am Uni-Klinikum Erlangen, spricht von 15 000 Frauen unter 45 Jahren, die sich allein im Jahr 2010 mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sahen. 2008 wurde bei Sandra G. eine besonders aggressive Art von Brustkrebs diagnostiziert. Die 28-Jährige entschied sich noch vor Beginn der Chemotherapie für eine Entnahme ihres Eierstockgewebes. Die Experten des Uni-Klinikums hatten ihr in Aussicht gestellt, ihr später das Gewebe zu retransplantieren, um die von der Chemotherapie erzeugte Unfruchtbarkeit rückgängig zu machen.

Unfruchtbarkeit keine Endstation mehr

Isabela ist vor wenigen Tagen geboren.
Der Kinderwunsch hat sich trotz Brustkrebs, Chemotherapie und Unfruchtbarkeit erfüllt.

Innerhalb von sechs Monaten war der Tumor aus der Brust von Sandra G. entfernt und die Chemotherapie so erfolgreich, dass der Krebs als besiegt galt. Doch wie erwartet traten Wechseljahressymptome auf, die Patientin wurde zwar für geheilt, aber unfruchtbar erklärt. Sie entschied sich, das vor der Chemotherapie entnommene Eierstockgewebe wieder einpflanzen zu lassen. Das Gewebe war eingefroren worden, doch nach der Retransplantation produzierten ihre Eierstöcke schnell wieder neue Eizellen. Heute ist die 32-Jährige zusammen mit Partner Andreas S. stolze Mama der wenige Tage alten Isabel. Seit 2007 hätten laut Dittrich elf Frauen dieselbe Behandlung in Erlangen erhalten; Isabel ist eines von zwei Kindern, denen auf diese Weise Leben geschenkt werden konnte.

Ein Krebsleiden geht aufgrund der aggressiven Chemotherapie oft mit einer Unfruchtbarkeit der Patientin einher. Unfruchtbarkeit kann nun verhindert werden, indem sich die Frauen vor Beginn der Chemotherapie Eierstockgewebe entnehmen und nach der Therapie wieder einpflanzen lassen. Weltweit konnten so bereits 13 Kinder von Müttern gezeugt werden, die als unfruchtbar galten.

Bildquelle: Aprescindere/ Dreamstime.com

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