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Vegetarier: Nur körperlich gesund?

Psyche isst mit

Vegetarier: Nur körperlich gesund?

Vegetarier leben gesünder durch den Verzicht auf Fleisch. Neueste Studien belegen allerdings, dass dies häufig nur für die körperliche Gesundheit gilt.

Eine vegetarische Lebensweise ist für Viele eine bewusste Entscheidung – aus moralischen oder gesundheitlichen Gründen. Vegetarisches Essen hat in der modernen und immer gesundheitsbewusster denkenden Gesellschaft einen wichtigen Platz eingenommen. Medizinische Studien belegen unbestreitbar den gesundheitlichen Nutzen einer vegetarischen Ernährung. Neueste Forschungen auf diesem Gebiet haben allerdings festgestellt, dass es um die psychische Gesundheit vieler Vegetarier im Gegensatz zur körperlichen häufig nicht so gut bestellt ist.

Vegetarier leben gesünder – zumindest körperlich

Seit das Prinzip der vegetarischen Ernährung in der gesundheitsbewussten Gesellschaft Einzug gehalten hat, haben sich viele medizinische Studien damit beschäftigt. Die Ergebnisse waren dabei eindeutig: Vegetarier leben gesünder als Fleischesser. Einige Studien belegen sogar, dass die Lebenserwartung eines Vegetariers gegenüber der eines Fleischessers spürbar höher ist. Ein positiver Trend, der die Überzeugung der Vegetarier zusätzlich stärken dürfte. In jüngerer Zeit haben sich allerdings auch immer häufiger medizinische Studien mit der Frage nach der Psyche von Vegetariern befasst, ein Aspekt, der in der älteren Forschung eher vernachlässigt wurde. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen überraschen: Vegetarier neigen deutlich häufiger zu psychischen Störungen, das haben sieben repräsentative Studien aus der Vergangenheit herausgefunden. Zu den psychischen Störungen, die bei Vegetariern am häufigsten festgestellt wurden, zählen depressive Störungen, Angststörungen und Essstörungen

Eine vegetarische Lebensweise kann sich auch auf die Psyche auswirken.
Vegetarier leben nicht in jeder Hinsicht gesünder.

Psychisch erkrankte Vegetarier – ein Frauenproblem?

Die Forschung im Bereich der psychischen Störungen von Vegetariern stellt sich als gar nicht so einfach heraus. So belegten die bisher durchgeführten Studien flächendeckend, dass junge Frauen am häufigsten von psychischen Störungen im Zusammenhang mit einem vegetarischen Lebensstil betroffen sind. Da diese Bevölkerungsgruppe aber gleichzeitig auch den weitaus größten Anteil der Vegetarier ausmacht, sind die Ergebnisse wenig aussagefähig.

Eine neue Studie der Universität Hildesheim soll diesem Problem Rechnung tragen. Das Forscherteam um Johannes Michalak stellt mit einem völlig neuen Ansatz sicher, dass demographische Faktoren wie Alter, Geschlecht und Wohnort keinen Einfluss auf das Ergebnis nehmen können. In der Studie wurden zwei Gruppen aus 244 Vegetariern und 242 Fleischessern gebildet, die im Hinblick auf die äußeren Faktoren anteilig völlig vergleichbar waren. Trotzdem blieb das Ergebnis der Studie gleich. Die Vegetarier zeigten deutlich häufiger psychische Störungen als die Fleischesser. Gleichzeitig zeigte die Studie aber auch, dass die meisten Vegetarier die Entscheidung, ihre Ernährung umzustellen, etwa um das 30. Lebensjahr herum trafen. Die psychischen Erkrankungen hatten aber in fast allen Fällen bereits bis zu 10 Jahre früher eingesetzt. Das Forscherteam interpretiert die Entscheidung zur vegetarischen Ernährung vor diesem Hintergrund als Versuch, das Leben besser zu gestalten und über die gesunde Ernährung auch psychisch gesünder zu werden.

Vegetarier leiden häufiger an psychischen Störungen als Fleischesser, zu diesem Ergebnis sind verschiedene repräsentative Studien in den letzten Jahren gekommen. Besonders häufig sind junge Frauen von der Problematik betroffen. Möglicherweise steht der Entschluss, Vegetarier zu werden, im direkten Zusammenhang mit der psychischen Störung. Der Wunsch, körperlich und psychisch gesünder zu werden, könnte in einigen Fällen den Ausschlag für die Ernährungsumstellung geben.

Bildquelle: dreamstime.com

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