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Vorurteile von Lehrern wirken sich auf Mathenoten aus

Vorurteile von Lehrern

Vorurteile von Lehrern wirken sich auf Mathenoten aus

Mädchen sind gut in Sprachen, Jungs sind gut in Naturwissenschaften und Mathe: So lauten zumindest die gängigen Vorurteile, welche scheinbar immer noch in den Köpfen vieler feststecken und das wohl leider auch in den Köpfen der Lehrer.

Vorurteile von Lehrern sorgen für schlechte Mathenoten bei Mädchen

Dass es zahlreiche Vorurteile gegenüber den Mathefähigkeiten von Mädchen gibt, ist nicht neu, doch erstmalig untersuchten nun israelische Forscher, inwieweit die Lehrer hierbei eine Rolle spielen. Das Ergebnis ist erschreckend: Viele Lehrer lassen scheinbar unbewusst ihre Vorurteile direkt in die Benotung einfließen. Die Folgen sind demotivierte Mädchen, die glauben, dass sie in Mathe sowieso nie ein höheres Level erreichen könnten. „Unsere Resultate legen nahe, dass die Lehrer selbst ein Teil des Problems sind. Sie demotivieren Mädchen und motivieren Jungs, ein höheres Level in Mathe und Naturwissenschaften zu erreichen. Also gibt es einen Geschlechtergraben in der Wahrnehmungen der Lehrer bezüglich ihrer Schüler“, fasst Edith Sand von der School of Economics in Tel Aviv das Problem zusammen.

Vorurteile: Mädchen im Matheunterricht
Die Vorurteile, dass Mädchen schlechter in Mathe sind, halten sich nach wie vor.

Vorurteile demotivieren Schülerinnen

Um festzustellen, ob Vorurteile eine Rolle bei der Benotung spielen, ließen die Wissenschaftler die Arbeiten von Schülern einmal von ihren eigenen Lehrern benoten und einmal von außenstehenden Lehrern, die ihr Geschlecht nicht kannten. Das Ergebnis war eindeutig: Von den Lehrern, die sie kannten, wurden Jungen besser und Mädchen schlechter beurteilt. Um ganz sicher zu sein, dass dies nur Vorurteile im Matheunterricht betrifft, haben die Forscher auch noch andere Fächer untersuchen lassen. In keinem anderen Bereich war so ein gewaltiger Schnitt in der Benotung zwischen Jungen und Mädchen vorhanden. Für Psychologin Marianne LaFrance ist die Studie laut „Today“ wenig überraschend. Die Diskriminierung sei nach wie vor vorhanden, mittlerweile sei sie nur wesentlich subtiler.

Auswirkungen der Vorurteile halten ein Leben lang

Um die Auswirkungen der Vorurteile in der Grundschule zu betrachten, folgten die Wissenschaftler den Schülern bis in die weiterführenden Schulen. Hier war es dann wesentlich wahrscheinlicher, dass die demotivierten Schülerinnen sich nicht für fortgeschrittene Mathe- oder Naturwissenschaftskurse anmeldeten. Wie Patrick Tolan von der Universität Virginia berichtet, sind vor allem Mädchen sehr anfällig für Vorurteile: „Frühe Erfahrungen prägen Mädchen. Sie tendieren dazu, den anfänglichen Reaktionen ihrer Lehrer zu folgen: Worin sie gut sind, was ein angemessenes Verhalten für Mädchen und Jungen ist.“ Gerade aus diesem Grund sei eine korrekte Benotung so wichtig.

Auch wenn die Studie in Israel durchgeführt wurde, kann sie auch genauso gut auf andere Länder übertragen werden. Gerade an Schulen, in denen zwischen normalen und fortgeschrittenen Kursen gewählt werden kann, solltest Du daher ganz genau auf die Mathenote Deiner Tochter achten. Hast Du das Gefühl, dass der Lehrer sie unabsichtlich schlechter bewertet, scheue Dich nicht, dies auch auszusprechen und Dir gegebenenfalls eine weitere Lehrermeinung einzuholen, was die Leistungen Deines Kindes betrifft.

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