Warnstreik in Apotheken

Die beharrliche Auseinandersetzung zwischen Krankenkassen und Apotheken hat jetzt konkrete Folgen für Verbraucher: Am heutigen Freitag bleiben die Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen eines Warnstreiks für zwei Stunden geschlossen.

Ein aus Kulanz eingeräumter Sonderrabatt, den die Apotheken den Krankenkassen gewährt hatten, sorgt jetzt für Unmut und Protest. Die Krankenkassen sind nicht bereit, künftig wieder auf den befristeten Sonderrabatt, den die Apotheken ihnen zur Stabilisierung des Gesundheitshaushaltes eingeräumt hatten, zu verzichten. Die Folge ist ein andauernder Streit, der sich jetzt in letzter Konsequenz auch auf die Verbraucher auswirken soll.

Apotheken räumen den Krankenkassen Sonderrabatt ein

Nach Angaben des Apothekerverbandes in Mecklenburg-Vorpommern hatten die Apotheken des Landes den Krankenkassen Ende 2010 einen Sonderrabatt von 2,05 Euro pro Medikamentenpackung eingeräumt. Dieses so genannte „Sonderopfer“ sollte die Krankenkassen für einen befristeten Zeitraum von zwei Jahren finanziell entlasten und das Haushalt des Gesundheitssystems entlasten. Die Frist für den Sonderrabatt läuft zum Jahresende 2012 aus. Hinzu kommt, dass die Apotheken im Januar 2013 erstmals seit acht Jahren eine Erhöhung der Krankenkassenbeiträge um drei Prozent beziehungsweise 25 Cent pro Medikamentenpackung vornehmen möchten. Die Krankenkassen zeigen sich aktuell nicht bereit, diese Erhöhung zu akzeptieren und fordern im Gegenteil die Verlängerung des Sonderrabattes. Angesichts eines Haushaltsplus von 22 Milliarden Euro sieht der Apothekerverband die Kostensenkung allerdings nicht als notwendig an und beharrt darauf, dass der Anteil der Krankenkassen gemäß der gesetzlichen Vereinbarung zum Jahreswechsel erhöht werden sollte.

Apothekerverband ruft zu Warnstreiks auf

Apotheken bleiben heute geschlossen


Apotheken wissen sich nur noch mit Warnstreiks zu helfen

Eine Einigung zwischen Apotheken und Krankenkassen ist bislang nicht erzielt worden. Da die Frist des Sonderrabattes mit dem Jahresende abgelaufen ist und der Zeitpunkt der Beitragserhöhung immer näher rückt, sehen sich die Apotheken nun gezwungen, ihre Forderung mithilfe von Warnstreiks durchzusetzen. „Wir wollen nichts anderes, als dass das Gesetz angewendet wird“, erklärte Hans Weiß, Geschäftsführer des Apothekerverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Der Apothekerverband ruft deshalb am heutigen Freitag alle Apotheken des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu einem zweistündigen Warnstreik auf. Die Apotheken sollen heute von 13:00 bis 15:00 Uhr geschlossen bleiben. Verbraucher werden in dieser Zeit bei den meisten Apotheken des Bundeslandes vor verschlossenen Türen stehen. Den Zeitpunkt des Streiks hat der Apothekerverband im Interesse der Verbraucher gewählt. Erfahrungsgemäß würden in diesem Zeitraum nur sehr wenige Patienten lebensnotwendige Medikamente einkaufen. Selbstverständlich werden Patienten in dringenden Fällen auch während des Warnstreiks mit Medikamenten versorgt. Hans Weiß schätzt, dass sich sehr viele Apotheken dem Streik anschließen werden, da ihr finanzieller Spielraum inzwischen ausgereizt sei und man auch eine Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitern habe. Nach Angaben des Apothekerverbandes sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 2.500 Beschäftige in 408 Apotheken angestellt.

Der Apothekerverband in Mecklenburg-Vorpommern ruft heute zu einem zweistündigen Warnstreik auf. Apotheken sollen von 13:00 bis 15:00 Uhr geschlossen bleiben. Medizinische Notfälle werden aber auch in diesem Zeitraum mit lebensnotwendigen Medikamenten versorgt, wie der Apothekerverband versicherte.

Bildquelle: Robert Paul Van Beets | Dreamstime.com


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Was denkst du?

  • schneckchenmami am 23.11.2012 um 11:16 Uhr

    Hui, guter Hinweis. Sowas geht schnell an einem vorbei, wenn man keine Zeit für die Zeitung hat.

    Antworten
  • Liselotte33 am 23.11.2012 um 11:00 Uhr

    Oh das ist ja gut zu wissen, dass heute ein Warnstreik in Apotheken abgehalten wird, danke für die Info!

    Antworten