Zwangsheirat: Studie in Deutschland

Zwangsehen gibt es auch hier

Zwangsheirat: Studie in Deutschland

Familienministerin Dr. Kristina Schröder hat am 9. November der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, die Studie “Zwangsverheiratung in Deutschland – Anzahl und Analyse von Beratungsfällen” übergeben. Hier finden sich interessante Ergebnisse.

Zwangsheirat: Auch Deutschland ist betroffen

Mit der Studie “Zwangsverheiratung in Deutschland – Anzahl und Analyse von Beratungsfällen” wurden zum ersten Mal bundesweite Erkenntnisse über Menschen, die von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind, erhoben und ausgewertet. Für die Studie wurden im Jahr 2008 insgesamt 3.443 von Zwangsverheiratung Betroffene in 830 Beratungsstellen erfasst. Davon drohten rund 60 Prozent von ihnen eine Zwangsehe, bei 40 Prozent war die Zwangsehe bereits vollzogen. Da ein Teil der Betroffenen mehrere Einrichtungen aufsuchte, wurden sie mehrfach erfasst.

Mehr Hilfe für die Opfer von Zwangsheirat

Bundesfamilienministerin Schröder sagte, wer seine eigenen Kinder zu einer Heirat mit jemand Ungeliebten oder sogar Wildfremden zwänge, tue ihnen brutale Gewalt an. Sie erklärte weiter, dass sich diejenigen die sich gegen die Zwangsheirat zur Wehr setzen würden, von einer Isolierung innerhalb der Familie bedroht wären. Diejenigen, die der Zwangsheirat sogar durch Flucht entgehen würden, müssten mit einer totalen Kappung der familiären Anbindung rechnen. So stehe dem Verlust der Selbstbestimmung durch eine Zwangsheirat immer die Gefahr gegenüber, mit dem Ruf nach Hilfe, die eigene Familie zu verlieren. Darum fordert Schröder mehr aktive Hilfsinitiativen.

Zwangsheirat auch in Deutschland

Studie zur Zwangsheirat


Zwangsheirat: Ergebnisse der Studie

Die Studie brachte vier wesentliche Ergebnisse zum Vorschein. Viele Menschen, die von einer Zwangsheirat betroffen sind, haben die deutsche Staatsangehörigkeit, überwiegend haben sie aber einen Migrationshintergrund. Die meisten von Zwangsheirat betroffenen Menschen sind zwischen 18 und 21 Jahren alt und sind Frauen und Mädchen. 30 Prozent von ihnen sind jünger als 17 Jahre. Das häufigste Herkunftsland der Eltern ist mit 44 Prozent die Türkei ist, gefolgt von Serbien, Irak und Afghanistan, mit jeweils 6 bis 9 Prozent der Eltern. Die dritte wesentliche Erkenntnis der Studie ist, dass Zwangsverheiratung oft mit familiärer Gewalt zusammenhängt. Von den Betroffenen haben zwei Drittel schon als Kinder und Jugendliche Gewalt erlitten. Dabei kann es sich um psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt handeln. Mehr als 50 Prozent der Befragten gab an, dass sie körperlichen Angriffen ausgesetzt waren, um die Zwangsheirat zu vollziehen, 27 Prozent wurden mit Waffen und sogar Mord bedroht.

Auch Männer von Zwangsheirat betroffen

Das vierte wichtige Ergebnis der Studie ist, dass auch Jungen und Männer von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind. Sie machen 6 Prozent der für die Studie erfassten Betroffenen aus. Jedoch suchen wenige Männer Beratungsstellen auf, da sie sich nicht als Opfer sehen. Oft unterscheiden sich bei ihnen auch die Konsequenzen. Diejenigen, die Beratung suchten, wurden ebenso wie Mädchen und Frauen massiv mit Gewalt bedroht. Wie oft es zu einer Zwangsheirat in Deutschland kommt, kann auch diese Studie nicht zeigen, da es eine hohe Dunkelziffer gibt.


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?