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Zwillinge in 22. SSW geboren

Zwillinge überleben Frühgeburt

Zwillinge überleben Frühgeburt

Als ein Ehepaar aus Oldenburg auf Rügen Urlaub macht, setzen bei der schwangeren Frau plötzlich frühzeitige Wehen ein. Sie bringt in der 22. Schwangerschaftswoche Zwillinge zur Welt – und die Frühchen überleben. Dass derart früh geborene Kinder überleben, ist aus medizinischer Sicht nicht selbstverständlich.

In Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern sind am 12. August 2012 Zwillinge zur Welt gekommen. Die Frühchen wogen zum Zeitpunkt der Geburt gerade einmal 500 und 600 Gramm. Sie kamen nach nur 22 Wochen und sechs Tagen Schwangerschaft in einer sogenannten Risikospontangeburt zur Welt. Jetzt ist bekannt gegeben worden, dass sich die beiden Frühchen außer Lebensgefahr befinden. Sie müssen zwar noch stationär betreut werden, können inzwischen jedoch eigenständig atmen und durften nun die Klinik in Greifswald verlassen und in ihre Heimat in Niedersachsen verlegt werden.

Ein kleines doppeltes Wunder

Aus medizinischer Sicht gelten Frühchen erst ab der 24. Schwangerschaftswoche als "lebensfähig". Nur 20 bis 30 Prozent der Frühchen, die vor der 24. Schwangerschaftswoche geboren werden, überleben. In sofern sind Leonie und Niklas, die Kinder der 28-jährigen Rügen-Urlauberin, ein kleines medizinisches Wunder. "Die Mediziner aller Fachrichtunge haben an einem Strang gezogen, um das kleine doppelte Wunder möglich zu machen", so Professor Matthias Heckmann, der Leiter der Neonatologie des Universitätsklinikums Greifswald.

Nach derzeitigem Stand sind bei Leonie und Niklas keine schwerwiegenden bleibenden Schäden zu erwarten, so Heckmann. Hirnblutungen und andere Komplikationen, die die Gesundheit eines Frühchens oftmals beeinträchtigen, sind bei den Zwillingen aus Oldenburg ausgeblieben. Aus diesem Grund ist zu erwarten, dass die geistige Entwicklung von Leonie und Niklas nicht beeinträchtigt wurde.

Neugeborene Zwillinge
Neugeborene Frühchen sind zarte Wesen.

Medizinische Möglichkeiten schreiten voran

Bereits im Jahre 2010 hat eine Frau aus Fulda in der 22. Schwangerschaftswoche eine Tochter, die kleine Frieda, zu Welt gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war Frieda die "früheste bekannte Geburt in Deutschland, bei der das Baby überlebt hat", so die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Das Überleben von Leonie und Niklas ist in sofern ein deutlicher medizinischer Fortschritt im Vergleich, da die Überlebenschancen von zu früh geborenen Zwillingen deutlich unter denen von Einzelkindern liegen.

Dennoch ist eine Frühgeburt immer noch ein enormes Risiko für die Neugeborenen. Auch wenn Leonie und Niklas ihre Frühgeburt überlebt haben – sie mussten sich direkt nach der Geburt Augen- und Herzoperationen unterziehen. Außerdem litten sie unter Darm- und Lungenproblemen. Weil die beiden Frühchen jedoch "deutliche vitale Lebenszeichen" aufwiesen, wie Professor Heckmann erklärt, entschieden sich die Ärzte dafür, um das Leben der Frühchen zu kämpfen und die Operationen durchzuführen. Für die lebensrettenden OPs wurde ein Ärzteteam des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) nach Greifswald eingeflogen.

Im August hat eine 28-jährige Frau in der 22. Schwangerschaftswoche Zwillinge zur Welt gebracht. Jetzt wurde bekannt, dass die Frühchen alle notwendigen Eingriffe und Behandlungen überlebt haben und sich nach Einschätzungen der behandelnden Ärzte wohl normal entwickeln werden. Dass derart früh geborene Babys überleben, ist aus Sicht von Medizinern ein kleines Wunder.

Bildquelle: dreamstime.com

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