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Entdecke die Ostergeschichte aufs Neue

Entdecke die Ostergeschichte aufs Neue

Die Weihnachtsgeschichte mit der schweren Reise nach Bethlehem, dem Jesuskind in der Krippe und den Hirten kennt auch heutzutage noch jedes Kind. Bei der Ostergeschichte sieht es dagegen schon etwas anders aus. Wer beschäftigt sich schon gerne mit dem Tod – und dann auch noch am Kreuz? Dabei bietet die Ostergeschichte mit der Auferstehung ebenfalls eine wunderschöne Wendung, die mit Sicherheit auch Dich berührt.

Die Ostergeschichte fristet im Bewusstsein vieler Menschen ein Randdasein. Verwunderlich ist dies nicht – schließlich sind Verrat, Qual und Tod in den entsprechenden Bibeltexten allgegenwärtig. Dennoch gibt es zahlreiche Gründe, sich auch heute noch mit der Ostergeschichte zu beschäftigen:

Zum einen ist Ostern für die christlichen Kirchen das wichtigste Fest des Jahres, das mit zahlreichen Traditionen und Symbolen gefeiert wird. Dies lässt sich allein schon daran erkennen, dass sich viele andere christliche Feiertage wie Pfingsten, Christi Himmelfahrt oder auch die bunten Karnevalsfeiertage nach dem Osterdatum richten.

Zum anderen hat die Ostergeschichte aber auch viele Motive auf Lager, die zum Allgemeinwissen gehören und auch bei Günther Jauch durchaus mal abgefragt werden können. Wer hat schließlich noch nicht von den 30 Silberstücken gehört, für die Judas Jesus verraten haben soll? Oder von Brot und Wein, die Jesus zum letzten Abendmahl seinen Jüngern reichte?

Darüber hinaus vermittelt die Ostergeschichte eine wunderschöne Botschaft, die vielen Menschen auch heute noch Mut verleiht – dass der Tod nicht das Ende sein muss.

Die Ostergeschichte beginnt nicht mit dem Ostersonntag

Dass Kreuzigung und Auferstehung die zentralen Inhalte der Ostergeschichte sind, wirst Du mit Sicherheit noch wissen. Allerdings beginnt die Geschichte, die in jeweils leicht abgewandelter Form in allen vier Evangelien erzählt wird, bereits deutlich früher – und zwar mit dem Einzug Jesu nach Jerusalem.

Auf einem Esel ritt Jesus damals in die Hauptstadt ein, um den jüdischen Tempel zu besuchen und das Passahfest zu feiern. Bereits bei seinem Einzug wird Jesus jedoch von einer jubelnden Menge mit Palmzweigen begrüßt, die ihn nach den vielen Geschichten, die nach zahlreichen Wundertaten über ihn im Umlauf waren, für den neuen jüdischen König halten. Diesem Einzug wird noch heute mit dem Palmsonntag gedacht, der die Karwoche, die vor dem Osterfest begangen wird, einläutet.

Gleichzeitig löst dieser triumphale Einzug auch die Ostergeschichte mit aus, da Jesus mit diesem unter anderem die Römer, die in dieser Zeit in Jerusalem das Sagen hatten, gegen sich aufbrachte. Bereits einen Tag später verscherzt Jesus es sich dann auch noch mit den jüdischen Hohepriestern: Bei seinem Tempelbesuch schmeißt er die allgegenwärtigen Händler aus dem Tempel, um diesen wieder zu einem Ort des Gebets zu machen. Damit kritisiert Jesus die Politik der Hohepriester und schuf sich mächtige Feinde, die ihm im Laufe der Ostergeschichte noch gewaltig zusetzen sollten.

Die Ostergeschichte spitzt sich zu

Im Laufe der nächsten Tage, von denen die Bibel berichtet, läuft die Ostergeschichte auf ihren Höhepunkt zu. Während seine Jünger das Passahmahl zubereiten, beginnt Jesus zu ahnen, dass er nicht mehr lange zu leben haben wird. Während des letzten Abendmahls, dem am Gründonnerstag gedacht wird, sagt Jesus daher nicht nur den Verrat durch einen der Jünger voraus, sondern läutet auch den Abschied von seinen treuesten Gefolgsleuten ein.

Nach dem Abendmahl begibt sich Jesus mit einigen Jüngern in den Garten Gethsemane, um dort zu beten. Dort hadert Jesus jedoch mit seinem Schicksal und bittet Gott darum, den bitteren Kelch, der mit der Kreuzigung auf ihn wartet, an ihm vorübergehen zu lassen. In diesem Teil der Ostergeschichte zeigt sich Jesus ganz als Mensch, der wie jeder andere Angst vor dem Tod hat. Letztlich akzeptiert er jedoch den göttlichen Plan.

Kurz darauf erscheint der Überlieferung zufolge Judas, einer der zwölf Jünger, mit einer Garde der Hohepriester. Mit einem Kuss verrät er den Bewaffneten, bei wem es sich um Jesus handelt, woraufhin diese versuchen, ihn festzunehmen. Dabei kam es allerdings zu einem Gerangel, bei dem ein Jünger einem Soldaten sogar das Ohr abschlägt. Jesus kann den Kampf jedoch schnell beenden, heilt den verwundeten Soldaten und lässt sich daraufhin widerstandslos verhaften.

Die Ostergeschichte ist spannend
Ostergeschichte - Die Auferstehung Jesu

Die Ostergeschichte führt zur Kreuzigung

Innerhalb des nun folgenden Geschehens der Ostergeschichte, dem am Karfreitag gedacht wird, folgt Petrus der Tempelwache zum Hohen Rat der Hohepriester in Jerusalem. Während Jesus dort verhört wird, verleugnet Petrus, der sich zuvor für besonders mutig hielt und für seinen Glauben sogar in den Tod gehen möchte, Jesus aus Todesangst drei Mal – wie dieser es ihm kurz vorher geweissagt hatte.

Im Anschluss wird Jesus zum jüdischen König Herodes Antipas und zum römischen Statthalter Pontius Pilatus geschickt, der die Verantwortung für den Fall am liebsten abtreten würde. Auf Druck der Hohepriester lässt er Jesus jedoch foltern und verurteilt ihn zu guter Letzt zum Tode, nachdem er zunächst noch versucht hatte, sich für ihn einzusetzen. Letztendlich wäscht aber auch er seine Hände buchstäblich in Unschuld.

Im anschließenden Teil der Ostergeschichte wird der durch die Folter körperlich angeschlagene Jesus zum Hügel Golgatha geführt, wo die Hinrichtung durchgeführt werden soll. Dabei muss er sein eigenes Kreuz tragen, worunter er mehrmals zusammenbricht, sodass letztlich ein Bauer das Kreuz übernehmen muss. Auf dem Hügel wird Jesus inmitten zweier Verbrecher schließlich ans Kreuz geschlagen, wo er unter dem Spott der Anwesenden verstirbt, während die römischen Soldaten, die die Hinrichtung überwachen sollen, bereits um sein Eigentum streiten.

Die Ostergeschichte nimmt eine unerwartete Wendung

Nach der Kreuzigung wird Jesus noch am selben Tag begraben, woraufhin die eigentliche Ostergeschichte ihren Anfang nimmt, der gläubige Christen an Ostern gedenken. Denn mit seinem Tod ist die Geschichte noch längst nicht am Ende.

Nachdem die Jünger und andere Anhänger drei Tage um ihn getrauert haben, begeben sich Maria Magdalena und ein paar andere Frauen zum Grab Jesu, wo sie zu ihrer großen Überraschung feststellen, dass das Grab leer ist. Allerdings begegnet den verängstigten Frauen dort ein Engel, der sie darüber aufklärt, dass Jesus von den Toten auferstanden sei. Auch Jesus selbst begegnet ihnen und später auch einigen Jüngern, um sie in ihrem Glauben zu stärken. Zwar fährt dieser im Anschluss an die Ostergeschichte in den Himmel auf. Allerdings versichert er den Menschen zu guter Letzt, dass er sie trotz dieser räumlichen Distanz niemals verlassen werde.

So sagt Jesus schließlich am Ende des Matthäus-Evangeliums: „Und siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Ein noch heute äußerst tröstliches Versprechen, oder nicht?

Machtspiele, Verrat, Tod und sogar ein Happy End – nimmt man den religiösen Aspekt beiseite, wäre die Ostergeschichte sicherlich eine fantastische Vorlage für einen Hollywood-Film. Doch damit wäre ihre Bedeutung wohl nur unzureichend beschrieben. Nicht umsonst vermittelt sie vielen gläubigen Menschen die große Zuversicht, dass sich auch der Tod besiegen lässt und Jesus die Menschen auch in schlechten Zeiten nicht verlässt. Es gibt also genug Gründe, um die Ostergeschichte während der Feiertage mal wieder zur Hand zu nehmen.

Thinkstock / Kenneth Keifer

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