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Dampfgaren: Sanft zum Genuss

Einfach gesund!

Dampfgaren: Sanft zum Genuss

Es muss nicht immer hoch hergehen beim Kochen, manchmal sind die sanften Methoden sogar die besseren – so auch beim Dampfgaren, das nicht nur unglaublich leckere Ergebnisse verspricht, sondern auch ein Plus für die Gesundheit sein soll. Was ist dran am Hype ums Dampfgaren? Ein Blick hinter die Kulissen.

Dampfgaren ist bei weitem keine neue Entwicklung oder ein Trend aus der Nouvelle Cuisine, ganz im Gegenteil, Dampfgaren ist schon sehr alt. Seinen Ursprung hat es in der asiatischen Küche, vor allem chinesische Köche setzen schon seit Jahrhunderten auf die schonende Zubereitung. Beim Dampfgaren wird das Gargut über siedendem Wasser schonend gegart – ohne Kochen, ohne Braten, ohne Fett und ohne Alarm in der Küche. Das ist nicht nur einfach, sondern hat auch den Vorteil, dass es schonender ist als andere Garmethoden.

Gemüse und Fleisch behält beim Dampfgaren viele Vitamine
Dampfgaren: Mit einem Siebeinsatz bereitest Du Rosenkohl, Fleisch und Co. schonend zu!

Bei Gemüse bleiben durch Dampfgaren beispielsweise deutlich mehr Vitamine und Nährstoffe erhalten als beim Dünsten oder Kochen. Das liegt daran, dass das Gemüse nicht direkt mit dem Wasser in Kontakt kommt, das die Vitamine und Mineralstoffe sonst nach außen schwemmen würde. Auch geschmacklich merkt der geneigte Gourmet einen Unterschied, denn beim Dampfgaren kann nichts verwässert werden, Fleisch trocknet nicht aus – alles schmeckt so, wie es schmecken soll. Wen wundert es da noch, dass die Asiaten fast alles dämpfen, was sie essen. Und wie das mit Klassikern nun mal so ist, erlebt das Dampfgaren gerade ein Revival, das es auch dem Trend zu einer bewussteren und gesünderen Ernährung verdankt.

Dampfgaren wie zu Omas Zeiten

Was vor einigen Jahren noch als spießig galt, ist heute wieder hip: Wer etwas auf sich hält und den nötigen Platz in der Küche hat, schafft sich einen elektronischen Dampfgarer an. Doch das ist – zumindest für die meisten Hobbyköche – erst einmal gar nicht nötig. Denn auch mit den Töpfen und Schüsseln, die sowieso schon in den einzelnen Schubladen auf ihren Einsatz warten, kann dampfgegart werden. Der einfachste Trick dabei: Eine (feuerfeste) Schüssel mit Wasser in den Backofen stellen, wenn Fleisch nach dem Braten darin garziehen soll. Kleiner Trick, großer Effekt: Das Fleisch trocknet nicht aus, wenn Wasser im Spiel ist – das wusste auch schon Oma und es gilt heute immer noch, auch für Fisch. Für alles, was nicht im Backofen zubereitet wird, gibt es eine wunderbare Erfindung namens Siebeinsatz, die zum Dampfgaren verwendet werden kann.

Schritt 1: Gargut vorbereiten

Wenn Gemüse im selbst gemachten Dampfgarer landen soll, muss es zunächst gewaschen und gegebenenfalls geschält werden. Brokkoli, Blumenkohl und Co. sollten außerdem zerkleinert, also zum Beispiel in Röschen geschnitten, werden, damit sie auch wirklich gar werden. Dann kann das Gemüse auch schon im Siebeinsatz landen. Fleisch musst Du hingegen nicht vorbereiten, es ist sofort bereit fürs Dampfgaren.

Schritt 2: Wasser zum Sieden bringen

In einem Topf, der gerade groß genug ist, dass der Siebeinsatz hineinpasst, aber nicht ganz darin verschwindet, wird so viel Wasser zum Sieden gebracht, dass es den Siebeinsatz später nicht berührt. Salz ist dabei nicht nötig. Sieden heißt übrigens nicht kochen! Wasser siedet, wenn es kurz unterhalb des Siedepunkts gehalten wird, also unter 100 Grad.

Schritt 3: Dampfgaren

Dann kommt der Siebeinsatz auf den Topf und darauf noch ein passender Deckel, der den Einsatz komplett abschließt. So darf das Gemüse jetzt einige Minuten dampfgaren, bis es weich ich – in der Regel ist das schon nach drei bis sechs Minuten der Fall. Noch ein Punkt für das Dampfgaren: Es geht deutlich schneller als andere Garmethoden.

In der asiatischen Küche werden Bambuskörbchen zum Dampfgaren verwendet, das Naturprodukt sorgt für eine noch schonendere Zubereitung. Sie funktionieren aber genauso wie der Siebeinsatz, sie werden auf einen Reiskocher gestellt, der Dampf der darin entsteht, gart dann die Gerichte im Bambuskörbchen. So kann übrigens auch Reis gegart werden – so schmeckt er dann auch genau wie im asiatischen Restaurant.

Dampfgaren für Technik-Fans

Wenn ein Siebeinsatz oder eine Schale voll Wasser im Backofen zu langweilig sind, kann natürlich auch ein elektronischer Dampfgarer her. Die gibt es in verschiedenen Preiskategorien und in den unterschiedlichsten Ausführungen. Auch ein Schnellkochtopf oder ein Römertopf zählen im Übrigen zu den Dampfgarern – elektronisch sind sie aber natürlich nicht. Einige Hersteller bieten sogar mehrstöckige Geräte an, die Fleisch, Fisch und Gemüse in den einzelnen Behältnissen gleichzeitig garen – die Zeitersparnis ist nicht von der Hand zu weisen. Sogar Einbaugeräte gibt es mittlerweile, die aussehen wie ein Backofen, das Gargut aber schonend dampfgaren. Doch wie das mit der Technik immer so ist, ob sich die Investition in einen Einbaudampfgarer, der gut und gerne mit bis zu 1300 Euro zu Buche schlägt, lohnt oder ob es auch ein elektronischer Dampfgarer für unter 100 Euro tut, muss jeder für sich selbst entscheiden. So oder so, Dampfgaren ist eine der gesündesten Methoden zur Zubereitung von Fleisch, Fisch und Gemüse – sein Revival ist ein echter Glücksfall für die Gesundheit.

Dampfgaren und Würzen – Vorsicht ist die Mutter des Dampfgarers!

Dampfgaren erhält nicht nur den Eigengeschmack des Garguts – es sorgt auch für einen intensiveren Geschmack von Kräutern und Gewürzen, die zu Fleisch, Fisch und Gemüse gegeben werden. Denn aus ihnen werden die Geschmacksstoffe herausgelöst, die dann über den Wasserdampf auf dem Gargut landen, dass sie durch die vorherrschenden Temperaturen wunderbar aufnehmen kann. Das bedeutet aber auch, dass der Geschmack eben jener Kräuter und Gewürze intensiviert wird. Für den Koch oder die Köchin heißt das, beim Würzen Vorsicht walten zu lassen und die sonstige Dosis an Salz, Pfeffer, Paprikagewürz, Estragon und Co. deutlich herunterzufahren. Sonst passiert es schnell, dass das Gemüse versalzen ist oder nur noch nach Gewürzen schmeckt. Ein bis zwei Prisen Salz, mehr braucht es nicht, um einen herrlichen Geschmack zu zaubern. Denn durch das Dampfgaren bleibt der Eigengeschmack ja gerade erhalten – wie schade wäre es da, wenn Gewürze und Kräuter diese Errungenschaft wieder zunichte machen?

Gestern noch uncool, heute schon hip – in der Küche geht das manchmal genauso schnell wie auf den Laufstegen dieser Welt. Beim Dampfgaren lohnt es sich in jedem Fall, den Trend mitzumachen – auch dann, wenn er wieder abflachen sollte. Denn die schonende, geschmacksintensive und gesunde Zubereitung von Fisch, Fleisch und Gemüse kann niemals wirklich out sein. Oder?

Thinkstock.com / marekuliasz

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