Für Links auf dieser Seite erhält desired ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder lila Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.

Sicher sammeln

Essbare Pilze: Genuss, der aus dem Wald kommt

Essbare Pilze: Genuss, der aus dem Wald kommt

Es gibt laut wissenschaftlicher Schätzungen über eine Million verschiedene Pilzarten, davon sind nur rund 300 Sorten essbar und können von Dir in schmackhafte Hauptspeisen, Beilagen und Soßen verwandelt werden. Wie gesund essbare Pilze wirklich sind, wo sich die Suche nach ihnen lohnt und was Du Leckeres aus ihnen zaubern kannst, verraten wir Dir!

Mittlerweile bekommst Du in jedem Supermarkt verschiedene essbare Pilze: Egal, ob getrocknet, aus der Dose oder Tiefkühltruhe oder frisch aus der Gemüseabteilung. Trotz des großen Angebots geht doch nichts über einen Korb selbst gesammelter Beute aus den hiesigen Wäldern. Doch welche Schwammerl sind überhaupt essbar? In Deutschland gibt es viele verschiedene essbare Pilze, die bei Dir auf dem Teller landen können: Zu den Klassikern unter den Waldpilzen zählen neben Pfifferlingen auch Steinpilze, Hallimasch, Wiesenchampignons und sogar weiße Trüffel. Gerade diese Exemplare sind in der deutschen Küche besonders beliebt, weil sie schon seit vielen Generationen den Weg in den Kochkopf oder die Bratpfanne finden. Zu den weniger bekannten Speisepilzen gehören beispielsweise neben dem Brätling auch der Butterpilz, der Goldröhrling, der Kuhpilz, der Sandpilz und die Marone. Trotz der großen Auswahl an essbaren Pilzen, gilt beim Sammeln von Pilzen für Dich aber immer: Es kommt nichts ins Körbchen, bei dem Du Dir nicht zu einhundert Prozent sicher bist, dass es ungiftig ist!

Pilze.jpg
Essbare Pilze: Von Champignons und anderen Köstlichkeiten

Essbare Pilze: Bestimmung durch Experten

Solltest Du Dich zum ersten Mal an das Sammeln von Pilzen herantasten, sollte Dein erster Weg in die Buchhandlung um die Ecke führen, denn so genannte Pilzbestimmungsbücher sind ein guter Einstieg für Anfänger. Hier erfährst Du schon einmal alles über bekannte Pilzgruppen und ihre spezifischen Merkmale. Trotzdem eignen sich solche Bücher wirklich nur für einen seichten Einstieg in die sehr umfangreiche Thematik: Es gibt schätzungsweise über 5000 Pilzsorten in Deutschland und ein durchschnittlicher Pilzführer kann dementsprechend nur einen kleinen Bruchteil erfassen. Außerdem können die schönen bunten Abbildungen in den Büchern für Verwirrung sorgen da viele Pilze oft eine andere Farbgebung oder Beschaffenheit in der Natur haben, so kann es leicht zu schwerwiegenden Verwechslungen kommen. Aus diesem Grund solltest Du Dich zunächst lieber nach geführten Pilzexkursionen in Deiner Gegend umschauen: Bei diesen Wanderungen hast Du immer einen Experten an Deiner Seite, der Dir über die Schulter schauen kann. Sogar Volkshochschulen bieten richtige Pilzkurse oder -seminare an. Solltest Du Dich trotzdem dazu entscheiden, alleine auf die Suche nach den schmackhaften Waldbewohnern zu begeben, solltest Du Dich beim Sammeln auf wenige, leicht zu identifizierende essbare Pilze wie den Steinpilz beschränken. Generell unterscheidet man im Allgemeinen zwischen Röhren- und Lamellenpilzen. Röhrenpilze haben auf der Unterseite ihrer Hüte eine Art Schwammgewebe – die Unterseite von Lamellenpilze erinnert dagegen an eine Ziehharmonika. Hierzulande gibt es keine Röhrenpilze, die hochgiftig sind. Nur wenige Exemplare wie der Satansröhrling können nach dem Verzehr zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Unter den Lamellenpilzen finden sich dagegen viele Sorten, die für den Menschen gefährlich sein können. Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, solltest Du den Inhalt Deines Pilzkorbes von Experten in einer Pilzberatungsstelle untersuchen lassen. Solche findest Du zum Beispiel in Biozentren oder hiesigen Pilzvereinen. So landet garantiert kein giftiger Pilz auf Deinem Teller!

Essbare Pilze: Genuss, der aus dem Wald kommt

Essbare Pilze: Genuss, der aus dem Wald kommt
BILDERSTRECKE STARTEN (6 BILDER)

Essbare Pilze: Wo findest Du die leckersten Exemplare?

Wenn erfahrene Sammler durch den Wald streifen, haben sie schon einen geübten „Pilzblick“ – sie wissen einfach, wo sie welche Leckerbissen ausfindig machen können. Wer denkt, dass er Speisepilze ausschließlich in Wäldern findet, irrt sich gewaltig. Viele Sorten siedeln sich beispielsweise viel lieber auf Wiesen und Feldern an, wie verschiedene Verwandte des Champignons. Viele andere Artgenossen bevorzugen dagegen tatsächlich Nadel-, Misch- oder auch Laubwälder und auch hier sind essbare Pilze sehr wählerische Mitbewohner: Am liebsten siedeln sich die schmackhaften Waldbewohner in der Nähe von Bäumen, Baumstämmen oder großen Moosflächen an, weil sie hier eine Symbiose mit einem Baum oder anderen Wirten eingehen können. Der Hallimasch zum Beispiel ist ein waschechter Parasit und siedelt sich gezielt in großen Gruppen direkt an noch lebenden Bäumen an, um ihnen Zucker und Feuchtigkeit zu entziehen. Es kann sogar vorkommen, dass der Wirt nach so einem Befall stirbt. Solltest Du auf der Suche nach ganz speziellen Pilzen sein, kann ihr Name Dir oft verraten, wo sie sich am liebsten ansiedeln. So siedelt sich der Birkenröhrling zum Beispiel am liebsten in der Nachbarschaft von Birken an und die Eichenrotkappe mag die Gesellschaft von Eichen. Doch so genau nehmen es die meisten essbaren Pilze mit ihren namentlich benannten Nachbarn leider nicht immer. Generell mögen es die Sporengewächse aber feucht und warm. Deshalb lohnt es sich für Dich vor allem wenige Tage nach einem Regenguss einen Ausflug auf die heimischen Wiesen und in die nahe gelegenen Wälder zu unternehmen. Besonders beliebt sind bei Pilzen feuchte, moosige Plätze. Wenn Du dort einen schirmtragenden Kameraden triffst, sind oft noch weitere von der Sorte in der Nähe, da das Myzel eines Pilzes oft noch weitere Pilze bildet.

Essbare Pilze richtig sammeln

Falls Du Dich als angehender Sammler in den Wald schlägst, solltest Du ein paar wichtige Hinweise auf jeden Fall beachten: Zu Deiner Ausrüstung sollten auf jeden Fall ein Weidenkorb und ein spezielles Pilzmesser gehören. Das Körbchen ist der perfekte Transportbehälter für die Pilze, weil sie auf der einen Seite nicht zerdrückt werden und auf der anderen Seite auch noch Luft haben. Dadurch nehmen sie während des Sammelns keinen Schaden. Die Klinge eines speziellen Pilzmessers ist gebogen und damit dem Stiel der essbaren Pilze angepasst. Dadurch lassen sie sich besonders leicht ernten. Die Rückseite des Pilzmessers ist außerdem mit Zähnen versehen. Damit kannst Du groben Schmutz entfernen. Viele dieser Messer haben außerdem noch Naturborsten am hinteren Ende, mit denen Du zusätzlich noch Verschmutzungen entfernen kannst. Zum anderen stehen viele essbare Pilze unter Naturschutz und dürfen daher nur in geringen Mengen und ausschließlich für den Eigenbedarf gesammelt werden. Ansonsten können Dir sogar rechtliche Konsequenzen drohen. Als Sammler solltest Du außerdem darauf achten, dass Du sorgsam mit den Pilzen umgehst: Du darfst sie auf keinen Fall zertrampeln, da sie ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems sind. Um Dir zuhause bei der Zubereitung Deiner Ausbeute unnötige Arbeit zu ersparen, solltest Du Moos und andere Verunreinigungen bereits im Wald vorsichtig mit einem Messer entfernen. Dann kannst Du die essbaren Pilze nachher einfach nur mit einem Küchentuch saubermachen. Waschen solltest Du sie nur im äußersten Notfall, weil Pilze schnell wässrig werden und dadurch an Geschmack verlieren.

Essbare Pilze: Genuss, der aus dem Wald kommt

Essbare Pilze: Genuss, der aus dem Wald kommt
BILDERSTRECKE STARTEN (4 BILDER)

Essbare Pilze: Die gesunden Waldbewohner

Oft wird behauptet, dass essbare Pilze sehr gesund sind, aber stimmt das wirklich? Ja, die leckeren Schwammerl enthalten kaum Fett, bestehen zu einem Viertel aus Wasser und sind zudem auch noch reich an vielen essenziellen Aminosäuren. Außerdem decken sie einen großen Teil Deines Bedarfs an Kalzium, Magnesium und anderen Mineralstoffen und wichtigen Spurenelementen wie Zink, Selen und Mangan. Was viele sicher überraschen wird: Essbare Pilze sind regelrechte Vitaminbomben! Viele Arten enthalten vor allem Vitamine der Gruppen B, C und sogar D. Aus diesem Grund sind Pilze besonders gut für eine Diät geeignet. Ein wichtiger Bestandteil von Pilzen ist außerdem Chitin, das als Ballaststoff besonders lange satt macht. Menschen mit empfindlichen Mägen haben jedoch oft Schwierigkeiten bei der Verdauung, was zu Magenschmerzen führen kann. Deshalb sollten essbare Pilze immer ausgiebig gekocht oder gebraten werden. Bei den meisten Pilzsorten reicht eine Garzeit von zehn bis 15 Minuten, doch Hallimasch sollten beispielsweise mindestens 20 Minuten erhitzt werden.

Essbare Pilze richtig zubereiten

Generell gibt bei allen Pilzen: Je schneller sie zubereitet werden, desto besser, weil sie dann noch frisch und besonders schmackhaft sind. Solltest Du Dich trotzdem einmal dazu entscheiden, Deine Beute länger aufbewahren zu wollen, gibt es einiges zu beachten. Essbare Pilze brauchen Luft, deshalb solltest Du sie in einem luftdurchlässigen Behältnis im Kühlschrank lagern. So bleiben sie lange frisch. Wenn Du Deine Pilze lange haltbar machen möchtest, empfiehlt es sich, sie zu trocknen oder einzukochen. Dann kannst Du sie auch in mehreren Monaten noch genießen. Ansonsten sind essbare Pilze in der Küche die absoluten Alleskönner: Egal, ob in einer leckeren Rahmsoße, im Salat, zu Nudeln oder Wild – die leckeren Waldbewehner passen einfach zu allem!

Essbare Pilze sind nicht nur super lecker, sondern auch noch sehr gesund! Für viele ist es jedes Jahr ein echtes Highlight, mit einem Körbchen bewaffnet über die Wiesen und durch die Wälder zu streifen und dann zu Hause aus ihrem hart ersammelten Korbinhalt etwas Leckeres zu zaubern.

Bildquelle: Thinkstock / YelenaYemchuk

Was denkst Du?

Galerien

Lies auch