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Quiche: Französischer Klassiker

Quiche: Französischer Klassiker

Manchmal gibt es sie, diese Momente, in denen man sich zwischen Kuchen und deftigem Essen einfach nicht entscheiden kann. Die Franzosen haben da die perfekte Lösung gefunden und beißen auch bei herzhaftem Hunger in ein Stück Kuchen: die Quiche! Wir verraten Dir, wie auch Du eine echt französische Quiche in Deiner Küche backst und welche Varianten des Leckerbissens Dich noch verführen dürften.

Quiche und Kuchen sind tatsächlich noch näher miteinander verwandt, als man im ersten Moment glauben mag. Das französische Wort Quiche hat sich um 1845 aus dem elsässischen Wort Kuechel abgeleitet, das wiederum dem deutschen Kuchen entspricht. Quiche – wie spricht man das eigentlich richtig aus? Wer sich unsicher ist, versucht es einfach mit „Kiesch“, mit einem schön langgezogenen ‚i‘. Ihre Heimat hat die Quiche im französischen Lothringen, einer Region an der Grenze zum deutschen Rheinland.

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Vielfältig und immer bezaubernd: Quiche

Am besten genießt man die Quiche – ähnlich wie den Flammkuchen oder den Zwiebelkuchen – zu einem kühlen Glas Federweißer. Damit passt sie wunderbar in den Herbst, denn sobald sich der Sommer dem Ende zuneigt und die Weinlese beginnt, sind auch schon die ersten Flaschen dieses jungen Weines zu haben. Ob die Quiche dann ofenwarm oder schon abgekühlt sein soll, kann jeder für sich selbst entscheiden – ganz den eigenen Vorlieben entsprechend.

Der Quiche Klassiker

Die Quiche will nicht hoch hinaus, sie ist ein eher flacher, deftiger Kuchen, der in runden Tarte Formen gebacken wird. Die „richtige“ Quiche ist die Quiche lorraine, diesseits des Rheins auch bekannt als Lothringer Specktorte oder Speckkuchen. Der deutsche Name verrät bereits etwas mehr über die wesentliche Zutat dieser pikanten Spezialität: Speck. Zwar schmeckt alles besser mit Speck, doch ein bisschen mehr darf es dann schon sein. Im Fall der Quiche lorraine gehören auch noch Reibekäse (Speck und Käse, was will man mehr?!), Eier und Milch dazu. Milch, Käse und Eier werden miteinander verquirlt und ergeben so das perfekte sämige Bett für die feinen Speckwürfelchen, das nach dem Backen schön fest und dennoch cremig wird und der Quiche ihre unverwechselbare Konsistenz verleiht.

Auf dem Boden der Quiche

Keine Quiche kommt ohne einen knusprigen Boden aus. Meistens wird dafür ein dünner Mürbeteig verwendet, der beim Backen richtig schön fest wird und die köstliche Füllung ganz im verdienten Mittelpunkt stehen lässt. Allerdings sind auch Varianten mit Brotteig nicht unbekannt, er verleiht der Quiche einen noch etwas herzhafteren Charakter und eine herrlich knusprige Kruste. Da er so einfach zuzubereiten ist, wird jedoch häufig eher zum Mürbeteig gegriffen: Er besteht nur aus einigen wenigen Zutaten und benötigt keine Hefe oder Sauerteig. Es braucht also nur Mehl, Butter, Eier und Salz – die genaue Menge ist vom jeweiligen Rezept und der zu versorgenden Personenzahl abhängig. Die Butter sollte kalt sein, sie wird in Würfel geschnitten und zusammen mit den anderen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verknetet. Dieser wird anschließen in Frischhaltefolie gewickelt und für 30 Minuten in den Kühlschrank gelegt – in dieser Zeit kann man wunderbar die Eiermilch und die übrigen Zutaten für die Füllung vorbereiten. Jetzt wird der Teig nur noch ausgerollt und eine Tarte Form (zur Not eignet sich auch eine Springform) damit ausgekleidet. Den Rand gut andrücken und den Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen. Wer hat, beschwert den Boden mit Hülsenfrüchten und backt ihn „blind“ vor. Danach kann auch schon die Füllung der Wahl darauf gegeben werden und die Quiche wandert ein weiteres Mal in den Backofen. Wer wenig Zeit hat, nimmt die Abkürzung über den Supermarkt und besorgt sich vorgefertigten Mürbeteig aus dem Kühlregal.

Variationen: Ja, ist das denn noch Quiche?

Die Quiche lorraine kennt so einige Abwandlungen, die – wie das Original selbst – weit über französischen Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Oftmals ist es sogar so, dass die kleinen aber feinen Unterschiede gleich mit zur Quiche lorraine gezählt werden. Denn sobald die Milch durch Sauerrahm ersetzt wird, wird aus der lorraine eine royale, wer statt mildem würzigen Käse verwendet, macht aus ihr eine Quiche vosgienne und sobald glasig gedünstete Zwiebeln mit im Spiel sind, handelt es sich um eine Quiche alsacienne. Während diese Verwandten der Quiche lorraine eindeutig zur Quiche Familie gehören, gibt es zahlreiche Abwandlungen, die streng genommen eigentlich herzhaften Tartes sind. Tarte? Quiche? Wo ist denn da der Unterschied? Die Quiche ist eben jene Quiche lorraine aus Lothringen – also eine regionale Spezialität. Die Tarte gibt es im ganzen Land und in einem viel größeren Variationsreichtum, sie zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie in der Regel einen niedrigeren Rand hat und damit weniger Füllung halten kann. Zudem wird die Tarte auch oft als Süßspeise – beispielsweise mit Schokolade oder Früchten hergestellt. Eine der bekanntesten Tartes ist die Tarte Tatin, ein französischer gestürzter Apfelkuchen mit karamellisierten Früchten. Quiche oder Tarte, wen interessiert da schon, was es nun wirklich ist? Daher wird auf diese Haarspalterei in Deutschland und in Frankreich gleichermaßen verzichtet, der Begriff Quiche wird einfach für alle benutzt. So werden die pikanten Leckereien beispielsweise mit Lauch, Kürbis, Hackfleisch, Fetakäse und zahlreichen anderen Zutaten verfeinert, die immer wieder neue Geschmackserlebnisse bieten. Wie wäre es mal mit einer Quiche mit Spinat und Ziegenkäse? Oder feine Rinderfiletstreifen und sonnengetrocknete Tomaten? Fischfans schwören auf eine Quiche mit Lachs. Die Möglichkeiten sind einfach unendlich! Damit Du Dich inspirieren lassen kannst, haben wir für Dich gleich ein paar Quiche Rezepte für Dich zusammengestellt:

Quiche: Französischer Klassiker

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Eine schöne Quiche kann den einen oder anderen kühlen Herbstabend wieder aufwärmen. Dazu ein perliges Glas Federweißer und das Dinner ist perfekt. Die Wandelbarkeit der Quiche macht sie für Omnivore wie für Vegetarier gleichermaßen interessant, schließlich kann jeder über die Füllung selbst bestimmen. Also ab in die Küche, jetzt gibt es hausgemachte Quiche!

Bildquelle: iStock/sea_and_trees

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