c/o pop 2009 – Patrick Wolf, Beirut und Co.

Beirut spielt in der Philarmonie

Beirut in der Philarmonie

Oder: Wie tief kann ein Promi fallen? Aber dazu später – Susi hat nämlich am Wochenende das Musikfestival c/o pop in der schönen Domstadt Köln besucht. Neben Konzerten der Superlative, gab es auch einen sehr, sehr strangen Musiker zu sehen!

Die c/o pop in Köln – und ich war dabei. Wie ein kleines Mädchen habe ich mich auf die Konzerte und die Convention gefreut. Vom 12. bis 16. August konnte ich mir wundervolle, aber auch aufregende Konzerte in der schönen Stadt Köln anschauen und mit mehreren tausend Menschen die Künstler bejubeln – und das tolle: Ich musste bei diesem Festival nicht irgendwo auf dem Campingplatz dreckig und verschwitzt im Zelt schlafen, nein, ich konnte abends immer mit einem seeligen Lächeln in mein Bett fallen. Aber jetzt zum Festival…

Beirut in der Philarmonie

Die Fans feiern mit Beirut auf der Bühne

Beirut in der Philarmonie

Ein absolutes Highlight war das Konzert des amerikanischen Musikers und Weltenbummlers Beirut – eigentlich Zach Condon – in der Kölner Philarmonie. Als Vorgruppe trat Lokalpatriot Johannes Stankowski mit seiner neu gegründeten Formation Stankowski & Band auf und lockerte mit frechen Sprüchen und auch recht gelungenen Songs die doch etwas starre Stimmung in der Philarmonie auf. Nach einer kurzen Pause wurde der Beirut-Auftritt im wahrsten Sinne des Wortes „eingeläutet“. Ich glaube, die Philarmonie hat noch nie ein so junges Publikum gesehen. Beiruts Auftritt begann etwas schüchtern, doch spielte das Ausnahmetalent alle tollen Songs seiner Alben und geizte auch nicht mit Covern wie vom Chansonier Serge Gainsbourgh. Nachdem Zach Condon glaubhaft gemacht hatte, dass er Köln viel toller findet als Berlin (wow, gibt’s das noch?), gabs auf den Sitzen kein Halten mehr. Ob es nun an der beeindruckenden Atmosphäre lag oder an Condons toller Musik, man weiß es nicht, die Bühne wurde jedenfalls gestürmt und gemeinsam mit der Band feierten begeisterte Fans den tollen Abend. Wow, das hat die Philarmonie bestimmt noch nie gesehen.

Steve Strange in Köln auf der co pop

Steve Strange auf der c/o pop – der Name
ist Programm

So tief kann ein Star fallen

Am Donnerstag stand dann ein Open-Air-Konzert auf dem Kölner Offenbachplatz, direkt zwischen Schauspielhaus und Oper, auf dem Programm. Vorgruppe des britischen Singer/Songwriters Patrick Wolf sollten eigentlich Micachu & The Shapes sein, doch die hatten wenige Tage vorher abgesagt. Es wurde natürlich Ersatz gefunden. Ersatz in Gestalt einer Figur aus den 80ern. Wer kennt von Euch noch die Band Visage (Hit „Fade to grey“) mitsamt des Frontmans Steve Strange? Keiner? Ist auch nicht so schlimm. Anhand seines völlig konsternierten Auftritts hat er mir als Zuschauer schreckhaft vor Augen geführt, was aus einem alternden und extrem drogenabhängigen Popstar werden kann. Der tiefe Fall des Steve Strange… Wahrlich nicht schön.

Patrick Wolf in Köln

Diva Patrick Wolf auf der Bühne der
c/o pop

Patrick Wolf wird zum Werwolf

Nach dem etwas erschreckenden Auftritt des abgehalfterten Steve Strange, kam die nächste Diva auf die Bühne. Patrick Wolf in einem Kostüm, das eher an Quasimodo als an einen Singer/Songwriter mit solch ernsthafter Musik erinnerte. Patrick Wolf machte seine Sache toll – leider fehlten mir mehr ältere Songs. Aber egal, seinen Qualitäten als Entertainer und Sänger tat das keinen Abbruch. Leider wurde der echt tolle und völlig sympathische Auftritt von einem ziemlich krassen Vorfall getrübt. Die Veranstalter der c/o pop mussten laut der Stadt Köln um Punkt 22.00 Uhr den letzten Ton spielen lassen. Der Patrick wollte das aber leider nicht einsehen und gern noch zwei weitere Songs spielen – doch erfolglos. Daraufhin wurde er ziemlich aggressiv und schrie lautstark ins Publikum: „I didn’t wear a watch in ten years, so four minutes mean two songs for me.” Zudem beschmiss er die Tonmenschen mit Mikrophonständern und anderem Equipment. Ziemlich unschön das Ganze, aber auch irgendwie spannend…

The Whitest Boy Alive in Köln

The Whitest Boy Alive bei c/o pop in Köln!

The Whitest Boy Alive auf dem Offenbachplatz

Und noch mal Open Air: Am Samstag konnte ich es mir nicht nehmen lassen, mir eine der derzeit besten Berliner Bands anzuschauen. Die Band Whitest Boy Alive hat einen Stopp in Köln eingelegt und ließ die Massen auf den Offenbachplatz strömen. Ich bin ehrlich: Hätte ich nicht mit gerechnet. Aber es hat sich mit Sicherheit für alle Anwesenden gelohnt. Die Band um Frontman Erlend Øye spielte, was das Zeug hält und begeisterte neben ihren eigenen grandiosen Songs mit Improvisationen und neu interpretierten Songs. Mit Jackos „Billie Jean“ oder „Show Me Lover“ brachte er die Zuschauer zum Wippen und – was in Köln nicht immer Gang und Gäbe ist – zum Tanzen… Also, sehr schön und der letzte Ton der Zugabe verklang um Punkt 22.00 Uhr.

The Whitest Boy Alive

Erlend Øye von Whitest Boy Alive.

Einziges Problem waren die Wartezeiten an den Getränkeständen – ich habe leider fast 30 Minuten des Konzerts auf drei Kölsch gewartet und mein Lieblingslied „Burning“ aus der Menschenschlange mit verfolgen müssen. Schade, aber was tut man nicht alles für Getränke… 😉

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich c/o pop noch nie als so gelungen empfand wie in diesem Jahr. Natürlich merkt man, dass das Festival internationale Anerkennung bekommt. Sowohl Zach Condon (Beirut), Erlend Øye als auch Patrick Wolf – sieht man mal von seinem Ausraster ab – waren absolut begeistert von Köln und vom Festival. Ich empfehle allen Liebhabern guter Musik: Besucht nächstes Jahr c/o pop – es lohnt sich!


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Was denkst du?

  • primavera am 20.08.2009 um 18:53 Uhr

    Seltsam, dass schon wieder eine Woche seit der c/o pop vergangen ist. Die "Acts" werden wirklich immer besser. Wenn ich die diesjährige Veranstaltung selbst mit dem letztem Jahr vergleiche ist es krass, wie viel größer alles geworden ist. Schade nur, dass das Rheintriadem nicht mehr als Location benutzt wurde. Eins steht fest, Zach Condon ist nun mein großer Held!

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