Markus Lanz: Neue Petition nimmt ihn in Schutz

Markus Lanz hat sich bei manchen Zuschauern unbeliebt gemacht, als er in der Sendung vom 16. Januar Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht offensiv angriff. Binnen weniger Tage unterschrieben über 200.000 Menschen die Online-Petition einer Leipzigerin, die forderte, dass Markus Lanz abgesetzt wird, weil er dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nicht nachkomme. Aber jetzt, über eine Woche später, formiert sich die Pro-Lanz-Fraktion. Paradoxerweise hinter einem Politiker der Piraten!

Markus Lanz und seine Art zu moderieren, mag man gut finden oder nicht – jedenfalls fanden sich im Rahmen einer Online-Petition, die seinen Rausschmiss beim ZDF fordert, bereits 220.000 Unterzeichner. Seit Samstag gibt es aber auch eine Petition derer, die den Moderator unterstützen, die sich für seine Art zu moderieren begeistern können und die finden, dass die Zuschauer überreagieren. Die Unterschriftenliste trägt den Titel „Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen wie er will, immerhin ist er ja erwachsen“ und argumentiert unter anderem, dass die Gäste seiner Talkshow die Themen, die angesprochen werden sollen, vor der Sendung mit dem ZDF absprechen können, und eine Talkshow eben auch eine Show ist, die durchaus polarisieren kann.

Markus Lanz bei Dreharbeiten in München

Markus Lanz: Für ihn wurde jetzt auch eine Pro-Petition gestartet

Damit kann Markus Lanz auch auf seiner Seite auf viele Unterstützer zählen. Die Pro-Lanz-Petition haben bisher knapp 1.000 Leute unterzeichnet. Tendenz: stark steigend. Initiator der Pro-Lanz-Petition ist ausgerechnet ein Piraten-Politiker, der schon bei Markus Lanz zu Gast war. Das ist insofern verwunderlich, da sich gerade die Piraten in seiner Show schon öfters benachteiligt gefühlt haben. Im Mai 2012 gab es sogar bereits eine eigene Petition, die die Absetzung des Südtirolers gefordert hatte, weil er die Piratenpartei in seiner Sendung benachteiligt haben soll. Diese war aber wenig erfolgreich, weil sie damals schnell wieder zurückgezogen wurde.

Markus Lanz: Eine Petition fordert, dass er so moderiert, wie er möchte

Markus Lanz sei zudem ein erwachsener Mann und könne sicherlich damit umgehen, wenn ihn jemand wegen seines Moderationstils nicht möge, heißt es in der Begründung der Pro-Lanz-Petition. Außerdem bringt die Petition auch den politischen Aspekt der Redefreiheit mit ein: „Eine demokratische Gesellschaft lebt von Pluralität. Auch der Meinungen. Jeder hat das Recht, sich [lächerlich] zu machen. Das schließt Markus Lanz, Sarah Wagenknecht [sic] und alle anderen mit ein, insbesondere diejenigen, die sich freiwillig in die Medien begeben.“

Markus Lanz und sein Moderationsstil mögen nicht jedem gefallen, aber wenigstens hat er sich nicht mit Politikerfloskeln abspeisen lassen. Ist nicht genau das der Sinn einer Talkshow? Mündige Bürger mit Informationen zu versorgen, die sie sonst nicht bekämen – und den Mächtigen Informationen zu entlocken, die sie sonst nicht preisgeben würden?

Bildquelle: Sebastian Widmann/Getty Images

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