Golden Globes 2017
Jessica Tomalaam 09.01.2017

Von der 74. Golden Globes Verleihung in Hollywood werden in diesem Jahr nicht nur die zahlreichen Gewinner, sondern auch eine ganz besondere Frau in Erinnerung bleiben: US-Schauspielerin Meryl Streep bekam den Cecil B. DeMille Preis für ihr Lebenswerk überreicht und nutzte ihre Dankesrede für eine sehr engagierte und emotionale Rede gegen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Eine Rede, für die sie viel Lob bekam. Auf die Reaktion des Unternehmers musste die Welt nicht lange warten.

Meryl Streep war heiser, als sie die Bühne betrat, um den Preis für ihr Lebenswerk entgegenzunehmen. Aber ihre Stimme wurde trotzdem gehört. Denn die 67-Jährige machte mehr als deutlich, was sie von dem künftigen US-Präsidenten hält – ohne dabei jedoch eindeutig seinen Namen zu nennen. Gleich zu Beginn ihrer Rede kam Streep auf die Herkunft vieler der anwesenden Nominierten zu sprechen. „Wenn wir sie alle aus dem Land werfen, gibt es für uns nichts mehr anzuschauen außer Football und Mixed Martial Arts – was nichts mit den tatsächlichen ‘Arts’ zu tun hat“, sagte Meryl Streep mit Seitenhieb auf Donald Trump, der ein großer MMA-Fan ist.

Streep kämpfte während ihrer Rede mit den Tränen

Noch bewegender war allerdings der Moment der Rede, als Streep auf eine Wahlkampfrede von Donald Trump einging, die er im November 2015 in South Carolina hielt. Darin hatte er sich über einen behinderten Journalisten lustig gemacht. „Wenn die Mächtigen ihre Postion benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle“, sagte Streep. „Es brach mir das Herz und ich kriege diese Performance nicht aus meinem Kopf, weil sie nicht in einem Film gezeigt wurde, sondern weil sie Realität war.“ Man sah der Schauspielerin an, dass sie mit den Tränen kämpfen musste. Auch im Publikum blickte man in traurige, schockierte Gesichter, die Streeps Rede am Ende aber mit tosendem Applaus feierten. Die ganze Rede kannst Du Dir im Video nochmal anschauen:

In einem kurzen Telefoninterview mit der New York Times am Montagmorgen nach der Verleihung äußerte sich Donald Trump zu Streeps Golden Globe Rede, die er allerdings nicht gesehen habe. Streep sei eine „Hillary-Lover“ und er sei deshalb „nicht überrascht“, dass er von den „liberalen Filmleuten“ attackiert werde. Inzwischen äußerte sich Trump auch über Twitter:

Golden Globe Gewinner: „La La Land“ räumt ab

Neben allen politischen Äußerungen (auch Moderator und Komiker Jimmy Fallon nahm Trump auf die Schippe) wurden natürlich auch fleißig Preise verliehen: Der Abräumer war in diesem Jahr der Film „La La Land“ mit der unschlagbaren Kombination aus Ryan Gosling und Emma Stone, die uns schon in Filmen wie „Crazy Stupid Love“ und „Gangster Squad“ überzeugten. Sieben Trophäen konnte das Musical abräumen, so viele Trophäen bekam noch nie ein Film bei der Verleihung. Neben dem Preis für den besten Schauspieler (Ryan Gosling) und die beste Schauspielerin in einer Komödie oder einem Musical (Emma Stone), bekam „La La Land“ noch die Preise für „bestes Musical/Komödie“, „beste Regie“, „bestes Drehbuch“, „bester Song“ (City of Stars) und „beste Filmmusik“.

Golden Globe

Ryan Gosling und Emma Stone: Ein süßes Paar – zumindest auf dem roten Teppich.

Seinen ersten großen Auftritt seit der Trennung von Angelina Jolie hatte auch Hollywood-Star Brad Pitt, der den Preis für das beste Drama „Moonlight“ an Regisseur Barry Jenkins überreichte. Der Film erzählt die Geschichte eines jungen, homosexuellen Afro-Amerikaners. Die Auszeichnungen „bester Darstellerin/beste Darstellerin im Drama“ bekamen Casey Affleck für seine Rolle in „Manchester by the sea“ und Isabelle Huppert für ihre Rolle in „Elle“. Das französische Vergewaltigungsdrama bekam auch den Preis für den besten fremdsprachigen Film, der deutsche Film „Toni Erdmann“ ging leer aus. Als bester Nebendarsteller wurde Aaron Taylor-Johnson für seine Rolle in „Nocturnal Animals“ gekürt, beste Nebendarstellerin ist Viola Davis in „Fences“. Der Preis für den besten Animationsfilm ging an „Zootopia“.

Die schönsten Bilder der Verleihung

TV-Auszeichnungen: „The Crown” als beste Serie geehrt

Der Golden Globe wird nicht nur in der Kategorie „Kino“, sondern auch in der Kategorie „Fernsehen“ vergeben. Dort konnte sich die brilliante Netflix-Serie „The Crown“ über das Leben der jungen britischen Königin Queen Elisabeth II. als beste Serie durchsetzen. Die Darstellerin der Queen, Claire Foy, wurde außerdem als beste TV-Schauspielerin geehrt. Die Auszeichnung für den besten männlichen Part bekam Billy Bob Thornton für seine Rolle in „Goliath“. Die weiteren Gewinner haben wir für Dich im Überblick:

Beste Serie – Komödie/Musical: „Atlanta“

Beste/r TV-Schauspieler/in – Komödie/Musical: Donald Glover („Atlanta“) / Tracee Ellis Ross („black-ish“)

Beste Miniserie: „The People v. O.J. Simpson: American Crime Story“

Beste/r Schauspieler/in Miniserie: Tom Hiddleston („The Night Manager“) / Sarah Paulson („The People v. O.J. Simpson: American Crime Story“)

Bester Nebendarsteller/in Miniserie: Hugh Laurie und Olivia Colman („The Night Manager“)

Der gestrige Abend hat mal wieder gezeigt, dass die Golden Globes, eigentlich als kleiner Bruder der Oscars bekannt, mit Aktualität und Diversität punkten können. Nachdem die Academy Awards sich im letzten Jahr mit zahlreichen Vorwürfen konfrontiert sahen, vorwiegend weiße Filmschaffende auszuzeichnen, zeigt die Gewinnerliste der Globes, dass ein Umdenken in der Filmindustrie bereits in vollem Gange ist. Dass Größen wie Meryl Streep die Aufmerksamkeit einer solchen Verleihung als Plattform zusätzlich nutzen, um auf Missstände politischer und gesellschaftlicher Natur aufmerksam zu machen, hat uns zutiefst imponiert. Alles in allem ein toller Abend!

Bildquellen: Getty Images/Paul Drinkwater/NBCUniversal, Getty Images/Kevin Winter

Mitarbeit: Katharina Meyer

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