Kinderstars - Wie krank ist Hollywood?
Jaden Smith und Willow Smith: Kinderstars.

Jaden Smith und seine kleine Schwester Willow: Die Sprösslinge von Will Smith sind ganz schön cool für ihr Alter. Etwas zu cool, findet Susi.

Jaden Smith ist zwölf Jahre alt und seit seinem Auftritt in „Karate Kid“ eines der begehrtesten Kids in Hollywood – dank seines dauergrinsenden Papas Will Smith. Lourdes Ciccone Leon ist dreizehn Jahre alt und bringt jetzt ihre erste Modekollektion heraus – dank ihrer ehrgeizigen Mama Madonna. Clevere Kids? Wohl eher clevere Eltern, die ihre Sprösslinge bestmöglich zu vermarkten wissen. Angesichts der neuerlichen Kinderstar-Flut fragt Susi sich zurecht: Wie krank ist Hollywood?

Die Karriere von Jaden Smith geht steil bergauf; und das nicht erst seit gestern, sondern seit er vier Jahre alt ist. Damals hatte er seinen ersten Auftritt in „Men in Black“, in dem – ganz zufällig – auch sein Vater mitspielte. Im Jahr 2007 folgte „Das Streben nach Glück“, für den der Knirps einen MTV Award erhielt. Auch hier spielte – ganz zufällig – Will Smith die Hauptrolle. Und zuletzt machte Jaden Smith mit stählernem Sixpack als „Karate Kid“ Furore, ein Film der – ganz zufällig – von seinen Eltern Will Smith und Jada Pinkett Smith produziert wurde. Ach ja, und damit die Vermarktungs-Maschinerie auch immer schön rund läuft, hat Jaden noch gemeinsam mit Teenie-Star Justin Bieber den Titelsong zu „Karate Kid“, „Never Say Never“, aufgenommen. Ein ziemliches Programm für einen gerade mal Zwölfjährigen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Kleine dazu noch jede Menge Trainingsstunden in Sachen Medienumgang absolviert haben muss. Denn wenn ich Jaden Smith so zuhöre, wie er lässig-kokett und beinahe schon penetrant schlaumeierisch auf Pressefragen antwortet als hätte er die Weisheit mit Löffeln gefressen, frage ich mich doch: Wie viel ist da noch echt und was geht auf das Konto seiner Eltern? Spricht da ein Kind oder ein ausgebuffter Medienprofi, der ihm die neunmalklugen Antworten eingetrichtert hat?

Auch Jadens jüngere Schwester Willow hat wenig mit einer gewöhnlichen Zehnjährigen gemein. Ausstaffiert wie eine Modepuppe posiert sie mit ihrem Bruder auf dem roten Teppich – mit Irokesenfrisur, dicker Goldkette und Designer-Sonnenbrille. Und wenn Will Smith und seine Frau beteuern, ihre Kinder hätten sich die Karriere im Rampenlicht selbst ausgesucht, kann ich daran nicht glauben. Sie haben einfach nur nie etwas anderes kennen gelernt.

Madonnas Tochter Lourdes: Frühe Karriere

Kind als Accessoire: Madonna und ihr top-gestylter Klon Lourdes.

Lourdes Ciccone Leon: Madonna-Klon?

Auch die Modekollektion von Teeny-Designerin Lourdes scheint mir in weiten Teilen das Werk ihrer übermächtigen Mutter zu sein. Nicht eben zufällig heißt die Kollektion dann auch genau so wie einer der größten Madonna-Hits der 80er: „Material Girl“. Im Übrigen erinnern auch die Designs ziemlich genau an Madonnas Style von damals: kurze Röcke, Leggins, bauchfreie Ringeltops. So ein Zufall. Madonna betont natürlich, wie nicht anders zu erwarten, dass die ganze Kollektion fast ausschließlich Lourdes kreativem Kopf entsprungen ist: „Ich habe mich im Hintergrund gehalten und gesagt: Das ist cool, das ist nicht cool“, wird Madonna im Stern zitiert. Klar, und Lourdes hat schon im Säuglingsalter begeistert in der Vogue geblättert.

Die Smith-Kids und Lourdes sind nur zwei Beispiele für Kinder, die von ihren Eltern oder findigen Managern ins Rampenlicht gedrängt werden und viel zu früh Teil einer profitgierigen Medienmaschinerie werden. Auch Justin Bieber, Miley Cyrus oder neuerdings auch deren kleine Schwester Noah Cyrus, die von ihren Eltern im Lolita-Outfit über den roten Teppich geschickt wird, sind sprechende Beispiele. Ich finde das alles sehr erschreckend. Es handelt sich schließlich immer noch um Kinder – nur vergisst man das allzu schnell, wenn sie wie Jaden Smith den Obercoolen mimen. Das Schlimme daran ist, dass man in den meisten Fällen schon jetzt vorhersehen kann, dass ihr Stern schnell wieder verglühen wird, oder aber, dass sie für ihren frühen Ruhm irgendwann möglicherweise einen hohen Preis zahlen müssen. Das haben ehemalige Kinderstars wie Macauly Culkin oder Lindsay Lohan gezeigt, bei denen die Kindheit im Rampenlicht den Grundstein für eine Drogenkarriere und schließlich den Totalabsturz gelegt hat. Nicht zuletzt zeigt der Fall Michael Jackson, dass eine verlorene Kindheit Wunden hinterlässt, die nie mehr heilen.

Meiner Meinung nach sollte man aus Geschichten wie diesen etwas lernen. Stattdessen verheizt man weiter fröhlich ein junges Talent nach dem anderen – trauriges, krankes Hollywood.

Bildquelle: gettyimages

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