Alice im Wunderland: Tim Burtons Neuinterpretation

Alice im Wunderland in 3D

Alice im Wunderland: Tim Burtons Neuinterpretation

Alice kehrt ins Wunderland zurück

Alice flüchtet sich als junge Frau zurück
in den Kaninchenbau

„Alice im Wunderland“ ist schon rund 50 Mal verfilmt worden. Nun bringt Regisseur Tim Burton Lewis Carrolls nonsens-anarchische Buchvorlage am 04. März erneut auf die Leinwand – gewohnt skurril und mit Johnny Depp in der Rolle des verrückten Hutmachers.

Lewis Carrolls “Alice im Wunderland” wird von Tim Burton, dem Meister des Romantisch-Skurrilen und der fröhlichen Grausamkeiten, auf die Leinwand gebracht. Seine Interpretation von „Alice im Wunderland“ ist allerdings eine Literaturverfilmung der besonderen Art: Das Figurenkabinett wurde zwar originalgetreu adaptiert, die Geschichte ist jedoch neu – Burtons Film ist quasi ein Sequel zu den Kinderbuchklassikern „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter dem Spiegel“.

Die Kindheit scheint für Alice endgültig vorbei zu sein, als sie vor versammelter Familie und deren aristokratischen Bekanntschaft in den Heiratsantrag des schnöseligen Geschäftsmann Hamish einwilligen soll. Kurzerhand erbittet sich Alice taktische Bedenkzeit und folgt einem wild mit einer Taschenuhr wedelndem Kaninchen erneut durch dessen Bau in eine bunt schimmernde Anderswelt. Alice ist wieder zurück im Wunderland. Doch etwas scheint diesmal anders zu sein: Die cholerische rote Königin (Helena Bonham) macht ihrer in weiß gewandeten Schwester (Anne Hathaway) die Krone streitig und unterjocht in ihrer despotischen Weise das gesamte Reich. Ein unzulässiger Zustand – und die Prophezeiung der blauen Raupe Absolom ist diesbezüglich gan unmissverständlich: Nur Alice kann das Wunderland befreien. Gemeinsam mit dem verrückten Hutmacher (Johnny Depp) und einer myseriösen Grinsekatze begibt sich die junge Frau auf eine abenteuerliche Reise…

Tim Burton kreiert aus Carrolls Sammelsurium von Verrücktheiten ein rauschhaftes, sehr verschrobenes Spektakel. Heraus gekommen ist eine knallbunte Bilderorgie in einer leicht psychedelischen 3D-Welt. Als größte Herausforderung des Stoffes empfand der Regisseur nach eigenen Angaben die Gegebenheit, dass die Buchvorlage von Carroll “von einem Mädchen handelt, das von einem verrückten Charakter zum nächsten wandert.“ Dass der Leser dabei im Grunde nie eine wirkliche emotionale Verbindung fühlt, ist für Burton das Kernproblem des Buches. Und tatsächlich hüpft Carrolls Buchheldin von einer merkwürdig-wahnsinnigen Begegnung zur nächsten, ohne die Spur von einer konventionellen Kinogeschichte mit Anfang, Mitte und Schluss. Dem wurde in der Verfilmung durch den neuen Plot entgegengewirkt. Die Drehbuchautorin Linda Woolverton hat den widerspenstig mäandernden, zielfreien Stoff im Sinne einer stringenten Filmhandlung zurecht geschnitten.

Bildquelle: image.net/Disney

Johnny Depp brilliert in der Rolle des verrückten
Hutmachers

Zudem ist „Alice im Wunderland“ auch aus technischer Sicht eine rundum geglückte Verfilmung. Burton zündet ein Feuerwerk der verschiedensten Trickverfahren: einige Figuren – wie der Darche Jabberwocky – sind computeranimiert, andere Charaktere, wie Rote Königin ein Ergebnis aus hervorragender Maske einerseits und wohl dosierten Computereffekten andererseits. Die einzelnen Techniken verschmilzen in dem Film bruchlos zu einem kurzweiligen Augenschmaus.

Einziger Wermutstropfen an dieser, im Grunde rundum gelungenen, Verfilmung ist vielleicht lediglich, dass es Tim Burton eingedenk der an sich schon bizarren Vorlage, nicht gelingt so originär genial-wunderlich aufzutrumpfen, wie man es von dem Regisseur („Charlie und die Schokoladenfabrik“, „Big Fish“, „Sweeney Todd“) gewohnt ist. Zwar verschiebt Burton die bekannte Geschichte gekonnt in Richtung Horror, der Wortwitz und die verschnörkelten Details der Vorlage bleiben dabei jedoch leider etwas auf der Strecke.

Fazit: 4,5 von 5 Erdbeeren

Bildquelle: image.net/Disney


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