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Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft

Coco Chanel im Kino

Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft
Audrey Tautou spielt die großartige Coco Chanel.
Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft

Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft erzählt die bewegte Geschichte des Lebens, Leidens und Liebens der jungen Modeschöpferin Gabrielle „Coco“ Chanel. Der Film beleuchtet die frühen Jahre ihres Schaffens, noch bevor sie nach Paris auszog, um dort zu der legendären Designerin zu werden, die wir noch heute verehren. Die bildgewaltige Glanzleistung mit Audrey Tautou in der Hauptrolle setzt der großen Designerin ein weiteres Denkmal.

Bei dem Gedanken an Chanel kommt uns zuerst das verschlungene Doppel-C in den Sinn, Logo und Aushängeschild des weltberühmten Modehauses Chanel. Wir denken an grandiose Modenschauen und Haute Couture zum Dahinschmelzen – und dann haben wir plötzlich diese kleine, zierliche und ein wenig verbitterte Frau vor Augen, die überhaupt am Anfang des ganzen Modezirkus steht: Coco Chanel. In Anne Fontaines Biopic Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft liegt das Augenmerk nicht auf ihrem Ruhm, sondern vielmehr auf den Höhen und Tiefen ihres Lebens als junge Frau, perfekt verkörpert von Frankreichs Chérie Audrey Tautou, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht.

Der Inhalt von Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft

Im tiefsten Westen von Frankreich spielen sich um 1880 traurige Szenen ab, denn die zwei verwaisten Schwestern Gabrielle (Audrey Tautou) und Adrienne (Marie Gillain) fristen ein tristes Dasein im Waisenhaus und warten vergeblich auf ein harmonisches Familienleben. Doch auch die härteste Zeit im Leben geht einmal vorbei, so glauben jedenfalls die beiden jungen Frauen, und machen sich nach der lieblosen Zeit im Waisenhaus auf den Weg, um als Sängerinnen Karriere zu machen. Doch auch dieses Vorhaben ist keineswegs von Erfolg gekrönt, denn Gabrielles schwaches Stimmchen reicht nicht aus, um stimmgewaltige Chansons zu singen, obwohl dies dem Publikum, das vor allem aus Betrunkenen und Soldaten besteht, herzlich egal gewesen sein dürfte. Anstelle des großen Ruhms ernten die Schwestern nur unmoralische Angebote. Adrienne lässt sich auf das Heiratsversprechen des reichen Barons Étienne Balsan (Benoît Poelvoorde) ein und folgt ihm auf seinen Landsitz – das definitive Aus des Gesangsduos ist besiegelt.

Der Genussmensch Balsan ist von der ruppigen und aufmüpfigen Gabrielle fasziniert, die sich würdevoll lieber „Coco“ rufen lässt. Seine Versuche, sie zu zähmen und eine gefügige Gefährtin aus ihr zu machen, scheitern kläglich, denn Coco weiß genau was sie will. Zielsicher und mit einem Stilempfinden, mit dem sie ihrer Zeit weit voraus ist, beginnt sie zu schneidern und befreit sich auf modische Art und Weise von den erdrückenden Konventionen ihrer Zeit. Ihre Launenhaftigkeit und ihr ungestümer Freiheitsdrang sind Gründe, die die Reibereien mit Balsan erklären und die Beziehung schier unmöglich werden lassen. Erst der gutaussehende Geschäftsmann Arthur Capel (Alessandro Nivola) weckt in der zierlichen Frau mit dem harten Gesichtsausdruck das Feuer der Leidenschaft und unterstützt sie nicht zuletzt auch in ihren beruflichen Visionen. Natürlich sind auch hier wieder Spannungen und Konflikte vorprogrammiert, wenn zwei Männer um das Herz einer Frau buhlen, die eigentlich Niemandem außer sich selbt gehören will.

Fazit

Coco Chanel - Beginn einer Leidenschaft.
Coco Chanel findet Geborgenheit und Liebe bei Arthur Capel.

Wer bei Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft ein Portrait der Glanzzeiten der Haute Couture erwartet, der irrt sich. Vielmehr handelt es sich bei diesem Biopic der großartigen Regisseurin Anne Fontaine um das Spiegelbild eines widersprüchlichen Charakters. Die Besetzung, die fast ausschließlich aus französischen Filmgrößen besteht, brilliert in den vielfältigsten Nuancen. Angefangen bei der großartigen Audrey Tautou, die spätestens nach dieser Glanzleistung nicht mehr nur als Amélie Poulain bekannt sein dürfte, bis hin zu den überzeugenden Darbietungen von Alessandro Nivola und Benoît Poelvoorde, die als völlig unterschiedliche Charaktere die faszinierende Coco Chanel beeindrucken und für sich gewinnen wollen.

Der Film beleuchtet das Wechselspiel zwischen Mann und Frau, zwischen Abhängigkeit und Freiheitsdrang, Konventionen und Zukunftsvisionen und nicht zuletzt auch zwischen Liebe und Abneigung. Der Mut Cocos, sich ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen, wird nicht immer belohnt, sondern die junge Frau sieht sich immer wieder den Problemen ihrer Zeit ausgeliefert. Audrey Tautou verkörpert den Eigensinn und die Widersprüche der berühmten Créatrice bis zur Perfektion und scheint in der Rolle, die ihr im Prinzip auf den Leib geschnitten ist, vollends aufzugehen.

Natürlich geht es in diesem Film auch um Mode und deshalb hat der Zuschauer zurecht hohe Erwartungen an die Kostüme, aber Anne Fontaine geht es nicht um den Stil Chanels, sondern um den Weg, den Coco Chanel gegangen ist, um ihren eigenen Stil zu finden. Dafür bricht sie mit Traditionen und verbannt sämtlichen Schnickschnack aus ihren Kreationen, um am Ende die zeitlose und klassische Eleganz zu erschaffen, die Chanel bis heute so berühmt macht.

Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft ist kein spannungsgeladenener Blockbuster, sondern eine Hommage an eine Frau, die nicht nur ihre eigene Zeit so geprägt hat, wie keine Zweite. Dank der Kostüme, des Dekors und den überzeugenden Darstellern tauchen wir in das Leben der sonst so verschlossenen Coco Chanel ein – eine Frau, die bis heute sowohl Rätsel als auch Legende geblieben ist.

Fazit: 4 von 5 Erdbeeren

Bildquelle: © 2009 Warner Bros. Ent.

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