Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmanns Bestseller „Die Vermessung der Welt“ fand weltweit Millionen Leser. Jetzt hat Erfolgsregisseur Detlev Buck die Geschichte verfilmt – in opulenten Bildern und 3D. Seit dem 25.10. ist das Historienspektakel mit Florian David Fitz nun im Kino zu sehen.

Mit dem Roman „Die Vermessung der Welt“ gelang Daniel Kehlmann 2005 eine literarische Sensation. Die fiktive Doppelbiographie hielt sich wochenlang an der Spitze der deutschen Bestsellerlisten und wurde auch international ein großer Erfolg. Die Geschichte über die zwei herausragenden Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß hat Detlev Buck jetzt bildgewaltig in 3D und mit vielen Special-Effects verfilmt. Entstanden ist eine charmante Abenteuerkomödie mit Frauenschwarm Florian David Fitz in der Hauptrolle.

Filmplakat von die Die Vermessung der Welt

Die Vermessung der Welt: Im Kino

„Die Vermessung der Welt“ erzählt parallel die Lebensgeschichte zweier außergewöhnlicher Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts: Naturforscher Alexander von Humboldt und Mathematiker Carl Friedrich Gauß. Vom Wissensdurst angetrieben wollen die beiden die Welt vermessen und in Unbekanntes vordringen – der eine im Urwald, der andere im stillen Kämmerlein. In „Die Vermessung der Welt“ kommt es zu einem Aufeinandertreffen der beiden Wissenschaftler Humboldt und Gauß. Bei aller Verschiedenheit der beiden, eins eint sie: Ihre Neugier auf die Welt, die die Forscher entdecken möchten. In „Die Vermessung der Welt“ verbinden sich die grundverschiedenen Lebensentwürfe der Hauptfiguren zu einer Geschichte über Einsamkeit, Fortschritt, Liebe und Leidenschaft.

„Die Vermessung der Welt“ kann als Literaturverfilmung nicht überzeugen

Die große Schwäche von „Die Vermessung der Welt“ ist, dass die eigentlich spannende Geschichte des Romans im Film leider zu kurz kommt. Die Einteilung in zwei parallele Handlungsstränge, hier Humboldt, dort Gauß, geht auf Kosten des Tempos verloren. Durch die Sprünge zwischen den beiden Handlungssträngen wird das Eintauchen ins Leben der unterschiedlichen Männer erschwert. Die Story kommt in den 123 Minuten Laufzeit nicht so richtig in Gang – und die inhaltliche Tiefe des Romans bleibt im Film leider völlig auf der Strecke. Vom Plot her hätte „Die Vermessung der Welt“ eine spannende Abenteuergeschichte und großes Kino in 3D werden können – dieser Versuch ist kläglich gescheitert! Der Film hat klare Spannungsdefizite. Übrig bleibt aber eine launige Historienkomödie über zwei brillante Käuze!

„Die Vermessung der Welt“: Schräge Witze und grandiose Bilder

Der zeitweise lahmen Story und der an der Oberfläche bleibenden Geschichte zum Trotz, ist Detlev Buck mit „Die Vermessung der Welt“ eine schräge Komödie über zwei verschrobene Genies gelungen: Über den taffen Alexander von Humboldt, gespielt von Albrecht Abraham Schuch, den es hinaus in fremde Welten zieht und den zarten Carl Friedrich Gauß, gespielt von Florian David Fitz, der an seinem Schreibtisch hockt und Zahlensysteme ertüftelt. Die Darstellung beider Charaktere unterstreicht deren Unterschiedlichkeit: Während der rastlose Tatendrang Humboldts im Film auf liebevolle Art karikiert wird und er überspitzt als preußischer Spießer im Urwald herumreist, spielt Fitz den Stubenhocker Gauß betont nüchtern. Beiden Darstellern gelingt es, die Gratwanderung der Wissenschaftler zwischen Größe und Lächerlichkeit überzeugend auf die Leinwand zu bringen.
Natürlich fehlt dem Film nicht der für Detlev Buck typische norddeutsche, spröde und leicht kauzige Humor. Derbe Späße und völlig überzeichnete Charaktere – wie der von Michael Mertens gespielte grenzdebile Herzog, der wie ein pomadierter Lackaffe unfreiwillig komisch durchs Geschehen stolpert – sorgen für Gelächter. Stellenweise artet die Komödie jedoch in Klamauk aus – vor allem bei der adligen Verwandtschaft von Humboldts mit ihren Slapstickmäzchen. Allen voran der aus „Switch Reloaded“ bekannte Max Giermann ist in seiner Rolle des Militäroffiziers zu albern ausgelegt und Sunnyi Melles geht einem mit ihrer sehr überspitzten Darstellung der affektierten Mutter ziemlich schnell auf die Nerven.
Der große Pluspunkt des Films sind definitiv seine knalligen Bilder und Special-Effects, die einem die exotischen Schauplätze nahe bringen. Die opulenten Aufnahmen in 3D, die es so im deutschen Film zuvor wohl noch nie zu sehen gab, entschädigen für die eher lahme Story. „Die Vermessung der Welt“ bietet greifbare Bilder nackter Hintern, fremder Schauplätze, exotischer Tiere und üppiger Dschungel-Pflanzen – allen voran die bildgewaltigen bunten Naturaufnahmen aus dem Amazonasgebiet sind den Kinobesuch wert. Die prächtigen Kostüme, die liebevolle Ausstattung sowie Hauptdarsteller Florian David Fitz tragen ebenso dazu bei, die Komödie über Humboldt und Gauß trotz der eher schwach erzählten Story zu einem sehenswerten Augenschmaus zu machen.

Mit „Die Vermessung der Welt“ ist Detlev Buck, einigen Schwächen zum Trotz, eine schräge Komödie über zwei schrullige Wissenschaftler gelungen, die vor allem durch ihren derben Witz, ihre imposanten Bilder in 3D und ihre Hauptdarsteller überzeugt. Großes Kino ist die „Die Vermessung der Welt“ nicht – aber auf alle Fälle gute Unterhaltung!

Bildquelle: Warner Brothers

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