Ein russischer Sommer

„Liebe und geliebt zu werden, ist die einzige Realität die es gibt.“
Leo Tolstoi

Liebe in allen Formen ihrer Ausprägung und eine Verneigung vor dem großen russischen Schriftsteller Leo Tolstoi: Das alles bietet „Ein russischer Sommer“. Ein Film über den letzten Lebensabschnitt des Schriftstellers, basierend auf dem Roman „Tolstois letztes Jahr“ von Jay Parini. „Ein russischer Sommer“ zeigt eindrucksvoll, dass es oftmals eine der schwersten Aufgaben ist, nach selbstauferlegten Tugenden zu leben und dass der Kampf um Annerkennung, ein Kampf um Liebe ist.

Im Jahr 1910, wird der junge Walentin Bulgakow (James Mc Avoy) von Wladimir Tschertkow, einem sehr engen Vertrauten Tolstois, als Privatsekretär auf das Gut des Schriftstellers geschickt. Als er in Jasnaja Polijana auf dem Gut des berühmten Leo Tolstoi ankommt, ist er aufgeregt und stolz, diesen großen Mann endlich kennen lernen zu dürfen. Doch an seinem so ersehnten Ziel angekommen, gerät er zwischen die Fronten Tolstois (Christopher Plummer) und seiner Frau Sofia (Helen Mirren). Denn als sie erfährt, dass ihr Mann seine Werke dem russischen Volk überlassen möchte, beginnt ein unglaublich emotionaler Kampf zwischen den Eheleuten. Sofia versucht mir ihrer temperamentvollen Art, das Erbe der Familie zu sichern.

Große Liebe: Tolstoi und Sofia (Helen Mirren)

Sofja Andrejewna Behrs (Helen Mirren) ist Tolstois große
Liebe.

Der Kampf um Annerkennung ist immer auch ein Kampf um Liebe

Leo Tolstoi wird zu dieser Zeit sehr bewundert, so lagern Fotografen und Reporter vor dem Haus der Familie. Seine sozial-reformerischen Ideen haben Anhänger gefunden, die sich Tolstoianer nennen und streng nach den Ideologien des Schriftstellers leben. Das Gut dieser befindet sich ebenfalls in Jasnaja Polijana. Doch Tolstoi selbst lebt nicht nach seinen eigenen Ideen von einem friedlichen und glücklichen Leben, besucht jedoch so oft er kann seine Anhänger. Diese studieren seine Schriften voller Eifer und sind bereit jedes Wort des Meisters für die Nachwelt festzuhalten.

Walentin lernt in seiner Zeit auf Jasnaja Polijana, Tolstoi als Mentor zu schätzen und zu achten. Doch er empfindet auch Respekt und Achtung vor Sopfias Wesen. Zudem verliebt er sich leidenschaftlich in die Freidenkerin Mascha, die als Tolstoianerin auf dem Gut lebt. Sie ist Walentins erste große Liebe.

Walentin verliebt sich in Mascha, doch diese reist nach Moskau.

Walentin und Mascha (Kerry Condon) verlieben sich
inneinadner, doch Mascha reist nach Moskau.

Die Lage spitzt sich zu

Doch die Ideologien und Ansichten der Anhänger veranlassen Mascha dazu, nach Moskau zu reisen. Den eigenen Liebeskummer im Herzen, versucht Walentin in der erbitterten Schlacht um Liebe zwischen Leo und Sofia zu vermitteln. Doch es gibt nichts mehr zu vermitteln.

Verbittert von den Wutausbrüchen und Anklagen seiner Frau, lässt Tolstoi sich von Wladimir Tschertkow überzeugen, seine Werke dem russischen Volk zu überlassen. Tolstoi unterzeichnet in einer geheimen Sitzung mitten im Wald letztlich doch das Testament zugunsten der Allgemeinheit. Walentin ist dabei, allerdings bedrück ihn diese Situation sehr.

Nach weiteren dramatischen Streitereinen verlässt Tolstoi seine Frau und das Gut. Doch der Kampf um Liebe und Annerkennung geht weiter…

Tiefes Verständnis

Trotz ihrer Differenzen, haben Sofia und Leo tiefes
Verständins füreinander.

Die Liebe an sich und dazwischen Leo Tolstoi

Regie und Drehbuchautor Michael Hoffman zeichnet mit diesem Film eine liebenswert –dramatische Hommage an den russischen Schriftsteller Leo Tolstoi. Der Zuschauer taucht in eine ruhig Bilderwelt ein, die in diesem Fluss bleibt, bis die Liebe und ihre Dialoge Einfluss erhalten. Helen Mirren, James Mc Avoy und Christopher Plummer geben, jeder auf seine Weise, ihrem Charakter die emotionale Tiefe die sie benötigen.
„Ein russischer Sommer“, ist ein Film über die Liebe, jedoch wird diese ohne Kitsch oder übertriebene Dramatik geschildert. Ganz nach dem Leitgedanken Tolstois wird sie als „ewig ordnendes Prinzip“ verstanden. Man lernt, dass falsch interpretierte Liebe nur zu einer unvollkommenen führen kann. Während die echte, wie sie zwischen Leo und Sofia herrscht, keiner Interpretation bedarf. Eine warmherzige, zuweilen wütende Literaturverfilmung, mit Liebe zum szenischen Detail und Lachern, die von Herzen kommen.
Da der Film von den Dialogen lebt, kann er für Action Fans durchaus langatmig werden, ansonsten ist es ein Film für Freunde von Tolstois Werken und Literaturverfilmungen a la Jane Austen.

4 von 5 Erdbeeren

Bildquelle: Warner


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