Planet der Affen: Revolution

Eine Kinolegende kehrt zurück auf die Leinwand! „Planet der Affen: Revolution“ ist bereits der achte Film, der auf dem Roman „La Planète des singes“ basiert. Mit technischer Raffinesse ausgestattet besticht der Science Fiction-Klassiker im neuesten Teil mit unglaublich lebensecht wirkender Computeranimation und Bildgewalt. Doch auch die Geschichte von „Planet der Affen: Revolution“ kann überzeugen: Sie zeichnet ein Bild unserer heutigen Gesellschaft, das zum Nachdenken anregt.

Düster gehaltene Bildaufnahmen, bedrohlich menschenähnlich wirkende Affenarten, schrille Tierschreie, eine verlassene Großstadt: Ein einladendes Szenario mit Wohlfühlatmosphäre sieht wirklich anders aus. Aber solch eine Stimmung zu erzeugen, war ja auch der Plan von Regisseur Matt Reeves für „Planet der Affen: Revolution“. Der Sci-Fi-Blockbuster beschreibt einen dystopischen Zustand unserer Welt, in der sich Menschen und Affen gegenseitig bekämpfen. Für beide Lebensformen geht es um die blanke Existenz und die soll mit allen Mitteln verteidigt werden. Der Krieg zwischen Mensch und Tier ist nicht mehr aufzuhalten. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Planet der Affen: Revolution Filmplakat

Planet der Affen: Revolution jetzt im Kino

Planet der Affen: Revolution – Der Kampf ums Überleben beginnt

„Planet der Affen: Revolution“ baut auf seinem Vorgängerstreifen „Planet der Affen: Prevolution“ auf, in dem das Grundszenario bereits festgelegt wurde. Vor zehn Jahren entwickelte der Forscher Will Rodman einen Virus, der ursprünglich Alzheimer heilen sollte. Bei Versuchsaffen führte der Erreger zu einer enormen Intelligenzsteigerung, auf Menschen wirkte er jedoch tödlich.
Ein Ausbruch des Virus aus dem Labor führte zur Katastrophe: Beinahe die gesamte Menschheit wurde durch die sogenannte „Affengrippe“ ausgerottet. Nur einige wenige entwickelten eine Imunität gegen die Krankheit und überlebten die Pandemie. Die intelligenten Affen ließen sich unbehelligt davon in den Wäldern von San Francisco nieder und gründeten eine eigene Zivilisation – frei von Menschen mit ihren quälenden Tierversuchen. In einfachen Holzhütten haben sich die menschenähnlichen Wesen niedergelassen. Untereinander verständigen sie sich in Zeichensprache, erteilen ihren Sprößlingen Schulunterricht und versuchen immer wieder, die menschliche Sprache anzuwenden. Die vereinzelten Menschen kämpfen währenddessen um das nackte Überleben, denn ihre Ressourcen sind bald aufgebraucht. Einzig das sich im Affenreservoir befindende Wasserkraftwerk ist ihr letzter Ausweg. Doch dafür müssen sich die Menschen einen Weg durch den Lebensraum der Affen bahnen. Der in menschlicher Obhut aufgewachsene Affenanführer Caesar (gespielt von Andy Serkis) plädiert für eine friedliche Lösung des Problems. Sein Artgenosse Korba (gespielt von Toby Kebbell) sieht das jedoch völlig anders – er wurde von den Menschen als Versuchstier gequält und sinnt nun auf Rache für die begangenen Taten. Der Kampf, um die Überlegenheit der eigenen Rasse vor der anderen in „Planet der Affen: Revolution“ beginnt. Sind die Menschen immer noch die radikalen Folterknechte, die anderen Lebewesen nicht auf Augenhöhe begegnen? Oder tun es ihnen die Affen nun gleich, um den vergangenen Schmerz zu rächen?

Planet der Affen: Revolution überzeugt mit bildtechnischer Qualität

Unglaublich lebensecht wirken die Aufnahmen der Affen, wenn sie durch die Wälder streifen und erbittert gegen die Menschen kämpfen. Die technische Entwicklung ist nicht zu bremsen und die durch „motion capturing“ generierten Affendarstellungen belegen dies eindeutig. „Planet der Affen: Revolution“ ist ein visuelles Spektakel, das den Zuschauer gebannt auf die Leinwand starren lässt. Eingelullt von beeindruckenden Bildeffekten, ist man doch überrascht über die so authentisch wirkenden Affen, die sich so harmonisch in das Bild einfinden. Die Schauspieler Andy Serkis, der schon als Gollum in „Herr der Ringe“ brillierte und Toby Kebbell leisteten beim Bewegungstrackingverfahren ganze Arbeit, um die später vom Computer generierten Abläufe so natürlich wie möglich wirken zu lassen. Wenn man sich erst einmal an den Anblick der sprechenden und mehr menschlich als tierisch wirkenden Affen gewöhnt hat, ist an dem in 3D inszenierten Streifen nichts mehr zu bemängeln.
Auch die Story besticht mit Einflüssen aus dem wahren Leben. Der Mensch versucht seit jeher, die Natur und andere Lebewesen zu unterwerfen – in „Planet der Affen: Revolution“ und seinen Vorgängerstreifen ist dies nicht anders und führte schließlich zur Katastrophe. Mit dem Ausbruch des Affenvirus schuf sich der Mensch regelrecht sein einziges Grab. Und die wenigen Überlebenden sind nun auf die Gnade der Affen angewiesen, die einst bestialisch von den „nackten Zweibeinern“ gequält wurden. Beide Lebensformen müssen nun entscheiden, wie sie in der nun vorherrschenden Welt bestehen wollen. Dabei sind sich beide Rassen so ähnlich – doch die alte Feindschaft wird immer wieder neu entflammt. Bis es schließlich zum Krieg kommt. Vergleichbare Zustände lassen sich in jedem Gebiet mit Konfliktherden finden – noch heute enden Feindseligkeiten häufig mit dem Griff zur Waffe. Taugt „Planet der Affen: Revolution“ also als moralische Instanz? Jein. Sklaverei, Rassenverfolgung und ethnische Konflikte gibt es zwar seit jeher und werden auch anschaulich in dem Film thematisiert. Doch wo sind die Frauen und weiblichen Affen geblieben?

Planet der Affen: Revolution – Weibliche Hauptdarsteller? Fehlanzeige!

Alten Traditionen, ob verkommen oder nicht, bleibt man gerne treu: Daher bleiben Frauen in einem so modernen Sci-Fi-Blockbuster wie „Planet der Affen: Revolution“ auf der Strecke. Krieg scheint noch immer die letzte Männerbastion zu sein, auch im Jahr 2014. Fast ausschließlich Männer und männlichen Affen machen sich auf, die jeweils eigene Rasse im Kampf blutig zu vertreten. Ellie (gespielt von Keri Russell), die Freundin des menschlichen Hauptdarstellers Malcolm (gespielt von Jason Clarke), darf in ihrem einzigen großen Auftritt Caesars Frau behandeln – eine reine Helferfunktion, mehr nicht. Sonst sehen wir die anderen Damen nur in kleineren Rollen am Rande des Geschehens und auch die weiblichen Affen kümmern sich lieber um ihren Nachwuchs. Schade, hätte Regisseur Matt Reeves doch auch dieses gesellschaftliche Problem thematisieren können. Stattdessen wird die Abwesenheit der Frauen in „Planet der Affen: Revolution“ schlichtweg als selbstverständliche Gegebenheit in einem vor Testosteron und Gewalt strotzenden Film übergangen.

„Planet der Affen: Revolution“ ist für Freunde des eindrucksvollen Science Fiction-Spektakels ein Augenschmaus. Auch wer sich schon nicht dem Charme der anderen „Planet der Affen“-Teile entziehen konnte, sollte den Streifen nicht verpassen. Wem allerdings sprechende Affen eindeutig zu affig sind und wer weibliche Präsens in einem guten Film schätzt, kann nur hoffen, dass Matt Reeves den nächsten Teil noch ein bisschen besser ausklügelt. Der soll nämlich schon 2016 erscheinen.

Bildquelle: 20th Century Fox

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