Sin City 2

Damit hat wohl keiner mehr gerechnet: Neun Jahre nach der ersten Comicverfilmung aus der „Sin-City“-Serie von Frank Miller folgt nun mit „Sin City 2“ die Fortsetzung des einstigen Kultfilms. „Sin City 2: A Dame to Kill For“ heißt das neue Werk im Originaltitel. Genau wie sein Vorläufer trumpft die Verfilmung der Graphic Novels auch dieses Mal mit großen Staraufgebot, visuell eindrucksvoller Greenscreen-Technik und jeder Menge Action auf. Viel Neues bietet „Sin City 2“ dabei jedoch leider nicht.

Robert Rodriguez und Frank Miller haben es wieder getan! Die beiden Regisseure und Drehbuchautoren präsentieren nach langer Vorbereitungsphase nun endlich mit „Sin City 2: A Dame to Kill For“ den lange angekündigten Nachfolger des einstigen Kassenschlagers „Sin City“. Schon 2006 sollten die Dreharbeiten zu der umjubelten Comicverfilmung beginnen, doch erst jetzt findet „Sin City 2“ nun endlich seinen Weg auf die Kinoleinwand. Wieder orientiert sich der Film an den Graphic Novels von Frank Miller, die die düstere Stimmung der sündigen, fiktiven Stadt Basin City einfangen. In vier Episoden wird ausschnitthaft das Leben der mit moralisch dehnbaren Ansichten versehenen Stadtbewohner beleuchtet. Die schon 2005 optisch hochwertig inszenierte Schwarz-Weiß-Comicverfilmung kommt auch in „Sin City 2“ zum Einsatz. Auch das Staraufgebot ist mit Hollywood-Größen wie Jessica Alba, Mickey Rourke und Bruce Willis nicht zu verachten. Nahtlos dockt die Handlung in „Sin City 2“ dort an, wo sein Vorgängerstreifen aufhörte. Doch wie geht die Comicadaption weiter?

Sin City 2 im Kino

Sin City 2 jetzt im Kino

Sin City 2: Dubiose Szenarien und jede Menge Hinterhalt

„Sin City 2“ handelt von den beiden Erzählungen „A Dame to Kill For“ und „Just Another Saturday Night“. Das erste Skript handelt von Privatdetektiv Dwight McCarthy (Josh Brolin) und wie er seiner verführerischen Ex-Freundin Ava (Eva Green) erliegt. Diese brach ihm einst das Herz, indem sie mit dem Multimillionär Damien Lord (Marton Csokas) durchbrannte. Völlig unerwartet meldet sich die schöne Brünette wieder bei ihrem Verflossenen, um ihn um Hilfe zu bitten. Zunächst ist er skeptisch, doch sein trister Alltag und Avas Sexappeal stimmen ihn schnell um: Auch vier Jahre nach ihrer Trennung kann Dwight ihr einfach keinen Wunsch abschlagen. Ava berichtet ihrem Ex, dass Damien, mit dem sie nun verheiratet ist, sie misshandelt und quält – sogar seinen skrupellosen Chauffeur Manute (Dennis Haysbert) hat der Millionär auf seine schöne Frau angesetzt. Dwight soll sie aus diser misslichen Lage befreien. Doch was zunächst wie ein Hilferuf aussieht, entpuppt sich im Laufe von „Sin City 2“ als ausgeklügelter Plan einer Femme fatale.

Die zweite Rahmenhandlung von „Sin City 2“ bezieht sich auf die Erzählung „Just Another Saturday Night“. Mary (Mickey Rourke) wacht plötzlich inmitten eines Massakers auf: Um ihn herum liegen scharenweise Leichen von schlimm zugerichteten Teenagern. Er selbst kann sich an nichts erinnern, außer dass er den Vorabend eigentlich damit zubringen wollte, der schönen Stripperin Nancy (Jessica Alba) beim Tanzen zuzusehen. Nun versucht er, seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen und herauszufinden, warum er statt in der Tabledancebar auf einem Berg von Leichen aufgewacht ist.

Altbewährtes überzeugt auch in Sin City 2

Die Bewohner von Bastin City ziehen mit moralisch fragwürdigen Handlungen und düsterer Weltanschauung die Zuschauer erneut in ihren Bann. Frank Millers Comicreihe besteht ursprünglich aus 13 Bänden. „Sin City 2“ ist die Verfilmung des zweiten Bandes und beginnt mit einem Prequel. In diesem werden Ereignisse, die noch vor dem ersten Film stattfanden, anschaulich erläutert. Trotzdem startet die Fortsetzung rasant – es ist daher auf jeden Fall ratsam, sich den Vorgänger von „Sin City 2“ noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Wer den ersten Teil der Comicadaption gar nicht erst kennt, sollte deswegen nicht direkt mit dem zweiten Teil loslegen – zu verwirrend wirken die Handlungsstränge auf den vorkenntnislosen Betrachter.
Während noch an dem Drehbuch gefeilt wurde, dachten die Produzenten bereits über die potentielle Besetzung der Rollen nach. In „Sin City 2“ begegnet man zwar auch alten Bekannten aus dem Vorgängerstreifen – wie z.B. Jessica Alba als selbstzerstörerische und auf Rache gesinnte Stripperin Nancy und auch ihrem ehemaligen Retter Bruce Willis in der Rolle des grandiosen Cops John Hartigan. Aber auch neue Gesichter wie das von Eva Green als kühl berechnende und verführerische Ava Lord machen die Story sehenswert. Eigentlich wurden Angelina Jolie und Salma Hayek für die Rolle der Femme fatal gehandelt – aber auch die gebürtige Französin Green macht ihren Job gut. Glaubhaft verkörpert sie die leidenschaftliche und ihre körperlichen Vorzüge ausspielende Ava, der die Männer willenlos verfallen.
Besonders spektakulär macht sich erneut die visuell eindrucksvolle Greenscreen-Technik, mit der die ungewöhnlichen Bilder von „Sin City 2“ inszeniert wurden. Die Regeln eines gewöhnlichen Kinofilms wurden mit diesem Aufnahmeverfahren erfolgreich gesprengt und lassen den Zuschauer wie gebannt den Filmverlauf verfolgen. Der reduziert-stilisierte Schwarzweißfilm ist ein absoluter Hingucker und verleiht dem Streifen seinen ganz eigenen Flair. Allerdings bietet „Sin City 2“ leider nichts Neues. Die lange Pause zwischen den beiden Teilen kurbelte natürlich die Erwartungshaltung der Zuschauer an. Doch auch wenn „Sin City 2“ wieder raffiniert inszeniert wurde, stagniert der Streifen technisch und kann auch erzählerisch leider nicht ganz auf gleichbleibendem Niveau zum Vorgänger mithalten. Dies und auch ein fehlendes Marketingkonzept sind wohl auch die Gründe, warum die Strory um die düstere Stadt in den USA gerade einmal ein Einspielergebnis von 6 Millionen Dollar am ersten Wochenende des Filmstarts erzielte: Ein Flop im Vergleich zum ersten Teil mit 29 Millionen Dollar Umsatz in den ersten Tagen!

Wer den Vorgängerstreifen von „Sin City 2“ mochte, wird auch vom Nachfolger nicht enttäuscht sein. Auf Innovationen bezüglich der Technik oder unerwartete Handlungen der Darsteller wartet man jedoch vergebens. Vor allem die eigentliche Haupthandlung um Nancy kommt definitiv zu kurz. Der erste Teil der Comicverfilmung macht sich im direkten Vergleich wesentlich besser. Aber diese Erwartungshaltung begleitet den erfahrenen Kinogänger schließlich immer bei Sequels. Sehenswert ist „Sin City 2“ aber allemal.

Bildquelle: Sin City 2/Facebook


Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?