Systemfehler - Wenn Inge tanzt

Arroganter Punkrocker trifft Öko-Braut – so könnte man den neuen Kinofilm von Regisseur Wolfgang Groos mit dem eher ungewöhnlichen Titel „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ in wenigen Worten beschreiben. Doch was hat der Teenie-Streifen, der am 11. Juli in den deutschen Kinos gestartet ist, tatsächlich zu bieten?

Das Plakat zu Systemfehler – Wenn Inge tanzt

Perfekt für Teenies: Systemfehler – Wenn Inge tanzt

Vor wenigen Wochen zogen „Die Vampirschwestern“ noch Kids und Teenies in die Kinosäle – jetzt ist das neuste Baby von Filmemacher Wolfgang Groos auf der großen Leinwand angelaufen! Doch statt um spitze Eckzähne und übernatürliche Superkräfte, dreht sich das Folgewerk des Filmemachers mit dem netten Titel „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ um eher alltägliche Streitereien auf dem Pausenhof.

Wer ist überhaupt Inge?

Man nehme klischeehaft überzeichnete Charaktere wie den coolen Bad Boy, den verpeilten Kiffer und den nerdigen Streber – und schon erhält man die Basiszutaten für einen waschechten Teenie-Film! An dieses – nicht wirklich geheime – Geheimrezept hält sich ohne Zweifel auch der neue Wolfgang Groos-Streifen „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“. Der Part des Außenseiters wird in stilechter „Nicht noch ein Teenie-Film“-Marnier durch Protagonistin Inge (Paula Kalenberg) zum Leben erweckt. Die etwas eigenwillige und alternative Streberin steht nicht nur auf Batik-Kleider, sondern ist trotz junger Jahre bereits eine echte Öko-Idealistin. In der Schulhof-Hierarchie steht die zierliche Blondine damit natürlich ganz unten und besonders mit dem arroganten Macho und angesagten Punkrocker Max (Tim Oliver Schultz) versteht sich die Umwelt-Aktivistin überhaupt nicht. Zu allem Überfluss hat Max der nerdigen Teenagerin auch noch den nicht wirklich schmeichelhaften Song „Wenn Inge tanzt“ gewidmet, der die Außenseiterin auf die Schippe nimmt. Für Inge ist der Track die Blamage schlechthin, für den Nachwuchsmusiker und seine Bandkollegen Fabio (Tino Mewes), Joscha (Constantin von Jascheroff) und Lukas (Thando Walbaum) ist die Inge-Verarsche jedoch ein absoluter Glücksgriff, der den Jungs und ihrer Schulband „Systemfehler“ sogar zum ganz großen Durchbruch verhelfen könnte. Nachdem sich der Gitarrist der Band vor einem wichtigen Auftritt schwer verletzt, ist dann ausgerechnet Inge die Einzige, die ihrem Erzfeind Max und seinen Kumpels aus der Patsche helfen könnte. Doch dabei stellt die Außenseiterin ein Ultimatum: „Wenn Inge tanzt“ soll bei dem Gig auf keinen Fall präsentiert werden.
„Wenn Inge tanzt“ hat Ohrwurm-Potenzial!

Mindestens genau so wichtig wie die Story, ist für einen Musikfilm wie „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ natürlich auch ein Soundtrack, der fetzt! Bei einigen Songs des Films ist dank eingängiger Melodien und guter Stimmen auch eindeutig Hit-Potential erkennbar. Besonders erfolgsverdächtig ist das namensgebende Herzstück des Teenie-Streifens „Wenn Inge tanzt“, das zudem mit frechen Lyrics überzeugt. Neben der fiktiven Schülerband „Systemfehler“ dürfen bei „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ allerdings auch ein paar echte Stars ans Werk: Madsen sorgen mit einem Gastauftritt für jede Menge Stimmung und man muss zugeben: Die Musik macht „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ zum absoluten Feel-Good-Movie!

„Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ trifft den Nerv der Teenies

Perfekt für alle Jungs und Mädels, die sich mitten in der Pubertät befinden, handelt „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ von typischen Problemen zwischen coolen Jungs und frechen Mädchen und trifft so genau den Nerv der jungen Generation. Aufgemotzt mit rotzfrecher Teenie-Sprache und jeder Menge Gags, ist „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ ein Film, der jedes Klassenzimmer ohne Zweifel zum Grölen bringt und trotz jeder Menge Fun auch ernste Themen, wie die das Leben von Max als Waise, nicht außer Acht lässt. Der Teenie-Streifen vermittelt gekonnt das Denken und Fühlen von Jungs und Mädels, die kurz vorm Erwachsenwerden stehen, und bietet somit eine Menge Identifikationspotenzial. Doch die Story von „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ ist nicht wirklich neu und auch nicht mit den kreativsten Überraschungseffekten gespickt: Dass Inge und Max trotz anfänglicher Schlammschlacht am Ende wie für einander geschaffen scheinen und sich der Systemfehler-Frontmann zwischen seinem großen Traum und der uncoolen Öko-Braut entscheiden muss, kennen wir bereits aus 90er-Jahre Streifen wie „Eine wie Keine“, „Zehn Dinge, die ich an dir hasse“ oder „Eiskalte Engel“. Der Plot des Films ist also ungefähr genau so vorhersehbar wie ein herauswachsender Ansatz bei falschen Blondinen. Regisseur Wolfgang Groos hat sich dennoch alle Mühe gegeben, dem abgedroschenen Stoff eine moderne Note zu verleihen. Besonders die authentisch wirkenden Charaktere und die treffenden Dialoge geben „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ den nötigen Pepp. Besonders amüsant sind außerdem die selbstironischen Auftritte von Alt-Schlagerstar Peter Kraus, der sich als exzentrischer und todessehnsüchtiger Onkel Herb ganz charmant selbst auf die Schippe nimmt, der Zielgruppe des Filmes aber absolut unbekannt sein dürfte. Doch auch der restliche Cast des Streifens kann sich sehen lassen: Jungschauspielerin Paula Kalenberg geht trotz ihrer 26 Jahre immer noch als freche Teenagerin durch und haucht Protagonistin Inge gekonnt Leben ein. Mit Co-Star Tim Oliver Schultz scheint dem Casting Director jedoch ein fast noch größerer Coup gelungen zu sein, denn der Schauspieler hat definitiv das Potenzial zum Mädchenschwarm à la Justin Bieber.

Auch wenn einige Kritiker den aktuellen Wolfgang Groos-Film als billigen Abklatsch von Marc Rothemunds „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ ansehen, ist „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ perfekt für alle Teenies, die auf coole Musik, süße Jungs und Witze unter der Gürtellinie stehen. Besonders die Auftritte der Schulband sorgen immer wieder für gute Stimmung im Kinosaal und machen die eher vorhersehbare Story von „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ absolut verzeihbar. Auch wenn der Streifen sicher nichts für den anspruchsvollen Kinofan ist, ist er charmant, dramatisch, lustig und romantisch – und damit ohne Zweifel wie geschaffen für das Teenie-Publikum, das er ansprechen möchte.

Bildquelle: © 2013 SPLENDID / Twentieth Century Fox

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