Pete Seeger ist mit 94 Jahren gestorben

Pete Seeger war weit mehr als ein Folkmusiker: Er war auch Pazifist, politischer Aktivist, Umweltschützer und liberaler Vordenker. Pete Seeger ist am Montag im Alter von 94 Jahren in New York gestorben, berichtet die „New York Times“.

Pete Seeger war ein unbequemer Zeitgeist: Als noch niemand an die Gleichberechtigung von Schwarzen dachte, sang er schon darüber, als noch niemand erkannt hatte, dass die amerikanische Regierung nicht nur gute Entscheidungen trifft, rebellierte er schon und als er 1955 verdächtigt wurde, ein Kommunist zu sein, weigerte er sich, vor dem „Komitee für unamerikanische Umtriebe“ auszusagen, wurde Opfer der größten Hexenjagd der Nachkriegszeit und zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er kam zwar nach einem Jahr wieder frei, wurde aber bis in die 70er Jahre hinein von den Medien boykottiert und musste sich mit Auftritten in Ferienlagern und bei kleinen Festivals über Wasser halten. Von seiner links-politischen Einstellung ist er aber niemals abgewichen. Trotz allem, oder vielmehr gerade deshalb, wurde Pete Seeger eine Ikone der Hippie-Bewegung.

Pete Seeger bei einem Auftritt in New York im September 2009

Pete Seeger ist mit 94 Jahren gestorben. Er trat bis ins hohe Alter auf.

Pete Seeger und sein Song „Where Have All the Flowers Gone” avancierte in den Hochzeiten der Friedensbewegung zur Protest-Hymne und der traditionelle Gospelsong „We Shall Overcome“ wird noch heute als Protestlied angestimmt. Auch andere von ihm arrangierte Lieder wie „Turn! Turn! Turn!“, das in der Version von „The Byrds“ bekannt wurde, oder „If I Had A Hammer“ sind heute Klassiker.

Pete Seeger war bis vor wenigen Jahren noch aktiv

Pete Seeger hatte seinen letzten großen Auftritt auch zu einem der denkwürdigsten gemacht: Im Januar 2009 hatte Pete Seeger bei der Amtseinführungsfeier für Barack Obama 500.000 Menschen animiert, zusammen mit ihm und Bruce Springsteen „This Land Is Your Land“ zu singen. Später im selben Jahr spielten 40 renommierte Musiker zu seinem 90. Geburtstag ein Konzert für ihn, dessen Erlös er einer von ihm gegründeten Umwelt-Stiftung spendete. Außerdem verlieh im die Menschenrechtsbewegung „Freemuse“ einen Preis für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die musikalische Meinungsfreiheit. 2008 hatte Pete Seeger im Alter von 89 Jahren sein letztes Album aufgenommen. Er hinterlässt drei Kinder, sechs Enkel und einen Ur-Enkel. Pete Seegers Ehefrau Toshi war im Juli vergangenen Jahres gestorben, neun Tage vor ihrem 70. Hochzeitstag.

Pete Seeger mag gestorben sein, aber was er sein Leben lang tat und das, wofür er stand, hat nichts Vergängliches. Seine Fans werden ihn ohnehin nicht vergessen.

Bildquelle: Astrid Stawiarz/Getty Images


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