Lost: Das neue „Star Trek“?

Lost ist eine amerikanische Fernsehserie, die von 2004 bis 2010 in insgesamt sechs Staffeln ausgestrahlt wurde und auch über die Grenzen der USA hinaus immensen Erfolg hatte. Lost erfreut sich auch Jahre nach dem Ende der Serie ungebrochener Beliebtheit, sowohl bei den Fans als auch bei den Kritikern. Bis heute setzen sich eingeschworene Fans von Lost vor allem im Internet mit den mysteriösen Ereignissen, die der Serie ihren individuellen Charakter verliehen haben, auseinander und entwickeln immer neue Verschwörungstheorien, warum die Passagiere des Flugs Nummer 815 auf der Insel gestrandet sind, was ihre eigentliche Aufgabe dort ist und ob sie es schaffen, diese Insel jemals zu verlassen.

Im Zentrum der Handlung von Lost stehen die 48 Passagiere, die den Absturz des Fluges Nummer 815 der Fluggesellschaft Oceanic Airlines, der vom australischen Sydney nach Los Angeles unterwegs war, überlebt haben. Sie sind dazu gezwungen, auf einer scheinbar unbewohnten Insel mitten im Pazifik miteinander zu leben. Jeder dieser 48 Überlebenden hat ein Geheimnis – das größte Geheimnis ist jedoch die Insel selbst, die sich nach und nach als gefährlich und von mysteriösen Wesen bevölkert herausstellt.

Lost: Eine rätselhafte Geschichte

Die Handlung von Lost setzt unmittelbar nach dem Absturz der Passagiermaschine ein. Schon bald wird deutlich, dass die Passagiere, die diesen Absturz überlebt haben, mit weitaus schlimmeren Dingen als ihren traumatischen Ergebnissen fertig werden müssen: Der undurchsichtige Dschungel der Insel scheint von unsichtbaren Kreaturen heimgesucht zu werden und übernatürliche Ereignisse versetzen die neuen Insel-Bewohner in Angst und Schrecken. Merkwürdige Fügungen offenbaren, dass die Passagiere nicht zufällig auf der Insel gestrandet sind, sondern dass alles einem höheren Zweck dient. Doch was genau dieser Zweck ist – das findet der Zuschauer, zusammen mit den Charakteren, erst zum Ende von Lost heraus. Auch was die Dharma-Initiative ist, was die verlorenen Zahlen bedeuten und wer die Anderen sind, wird erst am Ende – und das noch nicht einmal vollständig – geklärt.
Der Zuschauer hat es mit der Geschichte von Lost nicht leicht: Die Storyline von Lost wird von den Machern in eine komplexe und verwinkelte Erzählstruktur eingebunden, die sich durch viele Rückblenden, sich überschneidende Erzählstränge, Zukunftsausblicke und nicht lineare Handlungsstränge auszeichnet und so den surrealen Charakter von Lost noch weiter verstärkt.

Lost: Namhafte Darstellerriege

Lost hatte zu Anfang der Serie 14 Darsteller und somit einen der größten Casts in der amerikanischen Seriengeschichte. Die Hauptrolle in Lost, Dr. Jack Shephard, sollte eigentlich von dem bekannten Hollywoodstar Michael Keaton übernommen werden. Da der Ex-Batmandarsteller aber keine Lust hatte, an eine Serie gebunden zu sein, sprang Matthew Fox ein. Die legendäre Figur des Hurley wurde hingegen von Anfang an für Jorge Garcia erschaffen. Garcia war auch der erste Darsteller, der für Lost verpflichtet wurde. Da geplant war, Jack noch in der ersten Folge sterben zu lassen, sollte die von Evangeline Lilly gespielte Kate Austen zunächst die eigentliche Hauptfigur der Serie werden.
Nach Protesten des Testpublikums blieb die Figur des Jack am Leben und avancierte sogar zur Hauptfigur, die im Laufe von Lost eine komplizierte Beziehung mit Kate eingeht.

Lost: Ein großer Erfolg

In ihrer sechsjährigen Laufzeit war die Serie Lost für unzählige Preise nominiert und konnte unter anderen acht Emmys und einen Golden Globe einheimsen. Lost hat sich längst als Kultserie etabliert und hat die Hauptdarsteller Matthew Fox und Evangeline Lilly zu gefragten Stars gemacht. Die Serie wurde nach großem Erfolg in Amerika in viele andere Länder verkauft und lief auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Lost und die Fans: Eine Liebesgeschichte

Wie kaum eine andere Serie lebte Lost von der Begeisterung der Fans. Um sie immer enger an die Serie zu binden, gaben die Macher von Lost den Fans die Möglichkeit, sich aktiv an der Entstehung der Serie zu beteiligen. So gab es neben den vielen Lost gewidmeten Fansites auch ein offizielles Diskussionsforum auf der Internetseite von ABC, sowie The Fuselage, ein von dem Lost-Produzenten J.J. Abrams gesponsertes Forum, in dem die Fans direkt mit den Darstellern und Produzenten von Lost in Kontakt treten und so ihre Wünsche und Sorgen los werden konnten.

Lost: Bis zum Ende mysteriös

Die letzte Folge von Lost wurde von vielen Fans und Kritikern als unbefriedigend empfunden, da das große Rätsel von Lost zwar gelöst worden ist, viele kleinere Rätsel und Fragen jedoch offen und unbeantwortet geblieben sind. Das trug andererseits aber auch dazu bei, dass Lost auch nach dem Serien-Aus nichts an Faszination und Mysterium verloren hat und die Fantasie der Fans immer weiter anfeuert.

Lost ist eine Serie, die durch Einfalls- und Ideenreichtum, eine spannende Geschichte und eine exzellente Darstellerriege überzeugt und neben anderen von Fans kultisch verehrten TV-Serien wie Star Trek oder auch Akte X vollkommen verdient bestehen kann.