Priscilla, Julia, Shakira – Zach Braff hat viele Namen. Warum aber weibliche Vornamen? In der Erfolgsserie „Scrubs – die Anfänger“ verkörpert Zach Braff den jungen Arzt John Dorian – kurz: J. D. – dem sein Chef Dr. Cox allzu gerne Mädchennamen gibt. Doch der Schauspieler ist viel mehr als nur der Träumer im blauen Arztkittel.

Zach Braff arbeitet zuerst hinter den Kameras

Zachary „Zach“ Israel Braff kam am 6. April 1975 in New Jersey auf die Welt und wuchs als das jüngste von vier Kindern in einer jüdischen Familie auf. Wie seine Geschwister war auch Zach Braff ein kreatives Köpchen: Sein ältester Bruder Adam schreibt heute Drehbücher für das Fernsehen, sein Bruder Joshua ist Schriftsteller und seine Schwester Shoshanna ist Modedesignerin. Schon im jungen Alter interessierte sich Zach Braff für das Showgeschäft und durfte seinen Vater, einen Anwalt, zu den Aufführungen von dessen Laienspielgruppe begleiten. Sein Vater war es auch, der dem zehnjährigen Zach Braff seine erste Bühnenerfahrung im örtlichen Gemeindetheater verschaffte. Doch ehe Zach Braff hauptberuflich vor der Kamera stehen konnte, machte er seine Anfänge hinter der Kamera. Im College studierte er Filmkunst und führte im Rahmen seines Studiums bei verschiedenen Kurzfilmen Regie, schrieb Drehbücher, belegte Schauspielkurse und spielte in Theaterstücken mit. Nach seinem Abschluss im Jahr 1997 zog Zach Braff schließlich nach New York, um dort als Produktionsassistent für Musikvideos zu arbeiten. Neben den vielen Low-Budget-Produktionen spielte er im New Yorker Public Theatre neben Alec Baldwin und Angela Bassett in den Hauptrollen der Shakespeare-Inszenierung „Macbeth“. Den ersten großen Erfolg vor der Kamera konnte Zach Braff im Film „Der Club der gebrochenen Herzen“, in dem er einen drogenabhängigen schwulen Clubgänger spielt, feiern. Der Durchbruch in Hollywood blieb trotz positiver Kritik allerdings aus, und der amtierende Schauspieler hatte keine andere Wahl, als sich sein Geld mit Nebenjobs zu verdienen. An diesem Punkt hätte Zach Braff beinahe seine Karriere aufgegeben. Doch nach seinem Vorsprechen gegen Ende des Jahres 2000 für die Hauptrolle in der Comedy-Serie „Scrubs – Die Anfänger“ änderte sich plötzlich alles.

Zach Braff wird zu „John Dorian“

Beim Vorsprechen für die Rolle des tollpatschigen und liebenswürdigen Arztes „John Dorian“, kurz „J.D.“ genannt, in „Scrubs – Die Anfänger“ begeisterte Zach Braff sofort die Produzenten. Der Erfolg war unglaublich: Von der ersten Folge an, im Frühling 2001, wurde der Schauspieler sofort zum Publikumsliebling und begeisterte zugleich die Kritiker. Somit durfte Zach Braff die nächsten zehn Jahre seines Lebens den im „Sacred Heart Hospital“ arbeitenden Arzt und besten Freund von „Dr. Turk“, gespielt von Donald Faison, mimen. Auch im echten Leben ist der Schauspieler mit seinem Kollegen Donald Faison eng befreundet. Für die Rolle des „John Dorian“ wurde Zach Braff ein Mal für den Emmy und drei Mal für den Golden Golbe nomminiert. Für die siebte Staffel der erfolgreichen Serie schaffte Zach Braff es sogar, eine Gage von 350.000 US-Dollar pro Folge auszuhandeln und gehört seitdem zu den bestverdienenden Schauspielern. Die neunte und letzte Staffel „Scrubs – Die Anfänger“ wurde im Jahr 2010 ausgestrahlt.

Zach Braff etabliert sich als Regisseur

Schon während der Dreharbeiten zu „Scrubs – die Anfänger“ durfte Zach Braff bei sieben Folgen in der Serie Regie führen. Die Zeit am Set nutzte der Schauspieler ebenfalls, um das Skript zu „Garden State“ zu schreiben. Im Jahr 2004 fand er tatsächlich einen Produzenten, der seinen Film auf die große Leinwand brachte, und machte somit sein Regie- und Drehbuchdebüt. Bereits im Vorfeld hatte Zach Braff angekündigt, sich nach Serienende auf seine Regisseur-Tätigkeiten konzentrieren zu wollen. Sein erster Film „Garden State“ spielte über 35 Millionen US-Dollar ein und begeisterte die Kritiker. Für seine Arbeit gewann Zach Braff viele Auszeichnungen, darunter den „Grammy Award für den besten Soundtrack“ im Jahr 2005. Um seinen Traum weiterzuführen und einen zweiten Film, dessen Drehbuch er mit seinem Bruder gemeinsam schrieb, zu produzieren, organisierte Zach Braff eine Crowdfunding-Kampagne. Bereits nach drei Tagen sammelte sich eine Summe von zwei Millionen Dollar an, und am Ende des Crowdfundings ergaben alle Spenden eine Summe von über drei Millionen Dollar. Über das Endprodukt, die Filmkomödie „Wish I Was Here“, scheiden sich jedoch die Meinungen der Kritiker. Auch Fans, die sich am Crowdfunding beteiligt hatten, waren enttäuscht: Zach Braff hatte versprochen, dass alle Spendenden den Film schon vor der Veröffentlichung streamen könnten. Doch statt des Filmes erschien den Fans außerhalb der USA nur die Fehlermeldung „This screening is not available in your region“. Neben seiner Arbeit als Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler arbeitet Zach Braff auch als Synchronsprecher. Zudem eröffnete er im Jahr 2009 sein eigenes Restaurant in New York City.

Wer den Namen „Zach Braff“ hört, denkt automatisch an den lustigen jungen Arzt im blauen Kittel. Und obwohl der Schauspieler immer wieder aufs Neue beweist, dass er weit mehr in seinem Repertoire anzubieten hat, wird er von seinen Fans wohl immer mit der Rolle des „J.D.“ in Verbindung gebracht werden.