Guy Sebastian

Eurovision Song Contest: Australiens Guy Sebastian im desired-Interview!

Eurovision Song Contest: Australiens Guy Sebastian im desired-Interview!

Während ganz Europa bereits auf den 60. Eurovision Song Contest hinfiebert, macht sich auch der australische Sänger Guy Sebastian für die Jubiläumsshow des größten Musikcontests der Welt bereit. Der 33-Jährige ist in seiner Heimat bereits ein Superstar, doch wie stehen seine Chancen beim Finale des ESC am 23. Mai? Im exklusiven desired-Interview stand Guy Sebastian uns Rede und Antwort.

Guy Sebastian singt am 23. Mai für Australien
Guy Sebastian nimmt für Australien am ESC teil

Als Guy Sebastian 2003 als Sieger der ersten Staffel der Castingshow „Australian Idol“ hervorging, änderte sich sein Leben schlagartig. Der aus einer kleinen Stadt stammende Sänger mit malaysischen Wurzeln landete mehr Nummer-Eins-Hits als jeder andere australische Künstler vor ihm und gilt in seiner Heimat unumstritten als Superstar. Daher war es gar keine Frage, dass Guy Sebastian angerufen wurde, als die Europäische Rundfunkunion Australien als Gastland für die Show zum 60. Jubiläum des ESC nach Wien einlud. Nun repräsentiert der Sänger sein Heimatland und tritt am 23. Mai mit seinem Lied „Tonight Again“ unter anderem gegen die deutsche ESC-Teilnehmerin Ann Sophie an. Im Interview fragten wir Guy Sebastian wie es sich anfühlt, als erster australischer Teilnehmer am größten Musikwettbewerb der Welt teilzunehmen und wie er sich auf den „Eurovision Song Contest“ vorbereitet.

EL: Guy, Du bist der erste australische Teilnehmer, der beim ESC performen wird. Wie fühlt sich das an?

Es ist eine große Ehre. Der ESC ist eine Riesensache in Australien und wird hier seit über 30 Jahren im Fernsehen gezeigt. Ich mache also besser einen guten Job!

EL: Der ESC hat ja eine lange Tradition in Europa. Glaubst Du, es wird für Dich schwieriger, mit den europäischen Künstlern zu konkurrieren?

Sicher wird es definitiv schwierig. Ich versuche normalerweise, Musik nicht als Wettbewerb anzusehen. Ich habe mich zwar ein kleines bisschen wie ein Außenseiter gefühlt, aber ich wurde so herzlich von allen europäischen Fans willkommen geheißen und das europäische Publikum war generell so warmherzig und freundlich. Ich möchte mein Land auf die mir bestmögliche Weise repräsentieren – und danach in Wien richtig Party machen!

EL: Wie hast Du erfahren, dass Du ausgewählt wurdest, um für Australien beim ESC teilzunehmen?

Ich wurde eines Tages von dem Sender angerufen, der den ESC jedes Jahr in Australien überträgt. Sie sagten mir, dass sie wollten, dass ich beim ESC 2015 singe und ich war erstmal total verwirrt. Ich traf mich mit ihnen und sie erzählten, dass Australien das große Glück hätte, als Gast für das 60. Jubiläum des ESC eingeladen worden zu sein. Natürlich dachte ich, dass es eine super Sache wäre, daran teilzuhaben, also habe ich ihnen gesagt, dass ich liebend gerne dabei bin!

EL: Wie hast Du den Song ausgewählt, den Du performen wirst? Wurde er extra für den ESC geschrieben?

Ich habe ihn drei Tage vor der Deadline geschrieben, die ich hatte, um den Song einzuschicken. Ich wollte eigentlich eine Ballade singen, die ich vorher schon geschrieben hatte, aber dann dachte ich, dass ich lieber eine spaßigere Uptempo-Nummer haben wollte. Ich habe also meine Band ins Studio geschliffen, jeden einzelnen aufgenommen und mit einem befreundeten Produzenten zusammengearbeitet, um alles rechtzeitig aufzunehmen, zu mixen und abzumischen. Das Video haben wir dann auch in diesen 72 Stunden gedreht!

Guy Sebastian liebt den ESC
Daumen hoch für den ESC!

EL: Das klingt ja nach einer Menge Arbeit! Hat es da geholfen, dass Du auch für „Tonight Again“ mit Deinem bereits bewährten Songwriting-Partner David Ryan Harris zusammengearbeitet hast? Und wie war generell die Zusammenarbeit mit Harris und Louis Schoorl, der den Text geschrieben hat?

Die ganze Zusammenarbeit war eigentlich ziemlich zufällig. An dem Tag, als ich ins Studio gegangen bin, um etwas für den ESC zu schreiben, bin ich auf der anderen Straßenseite gegenüber vom Studio buchstäblich mit David zusammengestoßen. Ich habe ja bereits mit David zusammengearbeitet und wir hatten schon jede Menge gemeinsame Erfolge mit Millionen verkauften Songs, die wir zusammen geschrieben haben, also war es eine nette Überraschung und hat gut funktioniert. Louis kam dann in letzter Minute dazu und hat sich den Arsch abgearbeitet um das Lied fertig für die Aufnahmen zu bekommen.

EL: Deine Karriere begann ja so richtig, als Du 2003 „Australian Idol“ gewonnen hast. Wie hat sich Dein Leben seitdem verändert?

Ich hatte großes Glück und wurde von vielen Menschen unterstützt. Seitdem habe ich insgesamt acht Alben aufgenommen und war mit sechs Nummer-Eins-Hits und Nummer-Eins-Alben gesegnet. Ich komme aus einer kleinen Stadt in Australien, also muss ich mich echt oft kneifen, um das alles zu glauben. Ich liebe Musik. Ich liebe es, wie Musik die Seele berühren kann. Ich war so glücklich, auch einen Platin-Song in den USA zu landen und bin bei Letterman, Jimmy Fallon, Conan und Oprah aufgetreten. Ich habe vor der Queen und dem Papst performt, weil ich den Titelsong für den Weltjugendtag geschrieben habe und so weiter und so fort. Ich nehme diese Dinge nicht als selbstverständlich hin. Ich habe unglaubliches Glück. Jetzt darf ich beim ESC singen!!

EL: Das sind echt eine Menge Erfolge, die mit Deinem Sieg bei der Castingshow angefangen haben. Durch „Australian Idol“ bist Du es ja auch gewöhnt, auf einer riesigen Bühne zu stehen und live im Fernsehen zu performen. Glaubst Du, dass Du dadurch einen Vorteil für Deinen ESC-Auftritt hast?

Ich glaube, die beiden Shows sind sehr verschieden. Ich sehe das eigentlich nicht als das gleiche Ding an. Beim ESC geht es um Gute Laune und die Show ist so positiv, während Castingshows manchmal ganz schön negativ sein und Leute herunterziehen können. Ich hasse diese Seite von solchen Sendungen und liebe deshalb den ESC so sehr, weil es hauptsächlich um Spaß und positive Energien geht.

EL: Du bist ja in Australien schon sehr berühmt. Versprichst Du Dir vom ESC auch eine neue Fanbase in Europa?

Ich hoffe einfach, dass dem europäischen Publikum meine Musik gefällt und dass sie sich mir anschließen, wenn ich neue Musik mache. Und hoffentlich natürlich auch, dass ich regelmäßig in Europa auftreten kann, so wie ich es in Australien tue.

EL: Der ESC findet dieses Jahr in Wien statt. Warst Du da vorher schon einmal? Wie hat es Dir dort gefallen?

Ich war jetzt zum ersten Mal da und fand es atemberaubend! Auch Salzburg war unheimlich schön. Die Architektur der Stadt hat mich umgehauen und die herrlichen schneebedeckten Berge der Alpen rundherum.

EL: Was hältst Du von der Vorjahressiegerin Conchita Wurst und vom ESC im Allgemeinen?

Conchita ist großartig. Was für eine Stimme!! Ich liebe den Song und finde, er klingt wie ein „James Bond“-Titellied. Ich habe sie bei der Graham Norton Show zum 60. Jubiläum getroffen und sie war sehr witzig. Und am ESC liebe ich, dass er so viele verschiedene Länder durch Musik miteinander vereint.

EL: Hast Du Dir die Beiträge der anderen Teilnehmer angehört? Was hältst Du vom deutschen Beitrag „Black Smoke“ von Ann Sophie?

Ann ist großartig. Tolle Stimme und dann auch noch wunderschön.

EL: Wie bereitest Du Dich auf die Show vor?

Ich gucke mir vorher die Kampfszene aus „Rocky 4“ gegen Ivan Drago an. Die feuert mich immer an!

Dann summen wir am besten alle einmal „Eye of the Tiger“ bei Deinem Einmarsch auf die Bühne! Vielen Dank, Guy Sebastian, und viel Erfolg beim Finale der Jubiläumsausgabe des ESC am 23. Mai in Wien.

Bildmaterial: Sony Music/Guy Sebastian

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