Victress Award
Jessica Tomalaam 09.05.2017

Erfolgreich sein als Frau, dass ist leider oftmals immer noch nicht selbstverständlich und auch gar nicht so einfach. Umso wichtiger, dass es Preise wie den Victress Award gibt, die starke Frauen hervorheben und ehren. Am Montagabend wurden die Awards zum zwölften Mal in Berlin verliehen. Die Gewinnerinnen sind sozial engagiert, erfolgreich und habe eine starke Vision. Victress of the Year wurde Schauspielerin Natalia Wörner, die die Jury mit ihrem gesellschaftlichem Engagement überzeugen konnte.

Während sich für die Pressefotografen vor der Veranstaltung auf dem roten Teppich noch alles um das äußere Erscheinungsbild der geladenen Gäste, Juroren, Nominierten und Promis drehte, ging es während der Verleihung im Konzertsaal der Universität der Künste Berlin doch eher um die inneren Werte. Denn Frauen können eben mehr, als einfach nur hübsch aussehen und sich die Frage zu stellen „Was koche ich und was ziehe ich eigentlich an?“ wie die Kabarettistin und Laudatorin so treffend bei der Verleihung des Victress Sustainability Awards formulierte.

Preise für Hochwasserschutz und soziales Engagement

Neben dem Victress Sustainability Award, den die Unternehmerin Birgit Gehr für ihr Recyclingunternehmen und ihr Produkt FloodSax (eine Alternative zum Sandsack als innovative und nachhaltige Lösung im aktiven und passiven Hochwasserschutz) mit nach Hause nehmen konnte, wurde der Victress Award in vier weiteren Kategorien verliehen.

Den wichtigsten Award als Victress of the Year, durfte Schauspielerin Natalia Wörner entgegennehmen, die sich für die Kindernothilfe engagiert und eine Tsunami Direkthilfe gegründet hat, nachdem sie während ihres Urlaubs 2004 die Tsunami-Katastrophe in Thailand selbst miterlebte. Die rührende Laudatio hielt ihre Freundin, die Journalistin Sandra Maischberger, die den etwa 800 geladenen Gästen versicherte, die Schauspielerin würde ihr Leben in großer Unabhängigkeit führen und nicht „ihren Mann“, sondern auf jeden Fall „ihre Frau stehen“. Denn so sollte das Sprichwort eigentlich heißen, sagte Maischberger.

Selfapy.de: Eine Hilfe bei psychischen Krankheiten

Verdient gewonnen haben in der Kategorie Victress Vital Award Nora Blum, Katrin Bermbach und Farina Schurzfeld. Die drei haben mit ihrem Start-up selfapy.de ein interaktives Portal geschaffen, das lange Wartezeiten für Suizidgefährdete und psychisch kranke Menschen überbrücken soll. Ziemlich wichtig in Zeiten, in denen Betroffene oft monatelang auf einen Therapieplatz warten müssen. Oft als Volkskrankheit verspottet wird auch das Thema Burnout. Eine Krankheit, die aber auch, wenn sie nicht richtig behandelt wird, zu psychischen Problemen führen kann. Davon können sich auch Schauspieler wie Kostja Ullmann nicht freimachen, der zurzeit in der Komödie „Happy Burnout“ zu sehen ist. Wie er zum Thema steht, haben wir ihn beim Deutschen Filmpreis gefragt:

Ehrlich und direkt: Die Laudatio von Mateo Jaschik

Auch wenn alle Laudatoren wirklich schöne Lobesreden auf die Gewinner hielten, so ist uns eine jedoch besonders im Gedächtnis geblieben. Mateo Jaschik, Mitgründer der Band Culcha Candela, brachte nicht nur ein Star Wars Lichtschwert mit auf die Bühne („Etwas für die Männer“), sondern hielt auch eine zwar kurze, aber aufrüttelnde, politische Rede mit wichtiger Message: „Wenn eine Frau im September [Anm. d. Red.: bei den Bundestagswahlen] die AfD wählt, hat sie nicht alle Tassen im Schrank!“ Ich mag mich irren, aber da war der Applaus (zurecht) besonders laut. Den Victress Fusion Award verlieh er an Anne Kjær Riechert , die mit ihrer reDi School of Digital Integration Flüchtlingen den Einstieg in den Jobmarkt erleichert.

Die Jury: Ein Mix aus Wirtschaft und Medien

Den Victress Succession Award erhielt Antje von Dewitz für ihr Unternehmen „Vaude Sport“. Sie habe das Unternehmen zu einem Vorreiter in Sachen Familienfreundlichkeit gemacht, zudem produziere das Unternehmen Funktionskleidung in Ökoqualität. Ausgewählt wurden die Preisträgerinnen von 21 Persönlichkeiten wie Designerin Jette Joop, Schauspieler Ralph Morgenstern, Journalisten wie Klaus Bresser und Manfred Hart und vielen anderen.

Victress Award 2017

Heidi Hetzer hatte passend eine Auto-Handtasche dabei.

Überraschung für Weltenbummlerin Heidi Hetzer

Eine besondere Überraschung gab es noch für die Rallyefahrerin Heidi Hetzer, die mit ihrem 90 Jahre alten Oldtimer „Hudo“ um die Welt gereist war. Künftig wird in ihrem Namen nämlich der Heidi Hetzer Future Victress Award verliehen. Ein Nachwuchspreis für junge Mädchen, die Großes vorhaben. Die 79-Jährige schloss die Veranstaltung übrigens mit einer kurzen Schilderung ihrer Erfahrungen der Weltreise und dem passenden Satz „Ich konnte mich ja nicht weit von meinem Auto entfernen, weil niemand darauf aufpassen konnte, ich war ja alleine unterwegs. Aber Männer nehme ich ja nicht mit!“ Eben, geht ja auch ohne die Herren!

Bildquellen: desired


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