wasser trinken trockene haut
Nina Rölleram 28.05.2018

Egal, ob im Sommer oder im Winter, ich habe stets trockene Haut, obwohl ich zwei bis drei Liter Wasser täglich trinke. Wie kann das sein, wenn ich immer wieder den Tipp lese, bei dehydrierter Haut einfach mehr zu trinken? Muss ich meine Tagesration auf vier Liter oder mehr erhöhen? Ich habe nachgeforscht und herausgefunden, dass viele Dermatologen Wasser trinken für nutzlos im Kampf gegen trockene Haut halten und andere Methoden empfehlen.

Erst kürzlich wieder entdeckte ich im Magazin Instyle einen Test, mit dem man herausfinden kann, ob die Haut unter Flüssigkeitsmangel leidet: Man zieht etwas Haut am Handrücken leicht nach oben und lässt nach wenigen Sekunden wieder los. Wenn diese Falte für kurze Zeit in dieser Position bleibt, anstatt zurückzuschnellen, leide man unter trockener Haut und solle sofort mehr Wasser trinken. Klingt zunächst logisch: Die Haut ist unser größtes Organ, und wenn diesem Wasser fehlt, muss man dem Körper einfach mehr Flüssigkeit einflößen. Doch leider ist die Sache nicht ganz so einfach.

Menschen funktionieren nicht wie Pflanzen

Wasser pflanzen trocken

Was gegen trockene Blätter hilft, hilft nicht zwingend bei unserer Haut.

Wenn das Basilikumpflänzchen auf meiner Fensterbank mal wieder traurig die vertrockneten Blätter hängen lässt, lässt sich das mit etwas Wasser schnell wieder beheben. Ähnlich stellen sich viele scheinbar auch die Wirkung von Trinken auf den Feuchtigkeitshaushalt der Haut vor. Die amerikanische Dermatologin Katie Rodan erklärt im Magazin Real Simple jedoch, dass Wasser von Menschen nicht auf diese Art verarbeitet wird. Anstatt direkt von der Haut aufgenommen zu werden, landet es zunächst in den Gedärmen, wird dann in den Blutkreislauf aufgenommen, von den Nieren gefiltert und hydriert erst zum Schluss die Zellen. Die direkte Auswirkung auf die Haut sei nur minimal.

Dabei fehlt trockener Haut tatsächlich Wasser, wie Ingrid Moll, Leiterin der Dermatologie an der Universitätsklinik in Hamburg-Eppendorf, der Zeit erklärt. Dieser Zustand liege jedoch nicht an mangelnder Wasserzufuhr, sondern daran, dass es die Haut nicht schaffe, das Wasser zu binden. Duscht man zum Beispiel zu häufig oder zu heiß, verwendet aggressive Pflegeprodukte mit Duftstoffen, setzt sich zu lange der Sonne aus, hält sich in Räumen mit trockener Heizungsluft auf oder hat schlichtweg eine genetische Veranlagung zu trockener Haut, könne man auch noch so viel Wasser trinken. Zudem wird auch im Alter die Haut immer trockener, unabhängig davon, ob sich unsere Trinkgewohnheiten ändern. Das kann ich nur bestätigen: Während ich in meiner Jugend bis in meine frühen Zwanziger weniger Wasser täglich getrunken habe als jetzt und eine eher fettige Mischhaut hatte, ist meine Haut mit fast 30 stets sehr trocken, obwohl ich mittlerweile sehr viel stilles Wasser trinke.

Der Verzehr dieser Lebensmittel soll angeblich zu grauen Haaren führen. Ich erkläre dir, warum das nicht stimmt.

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Dieser Test zeigt dir wirklich, ob du dehydriert bist

Bei den meisten Menschen, die unter trockener Haut leiden, liegt das Problem also nicht an unzureichender Wasserzufuhr. Nur in seltenen Fällen liegt wirklich eine Dehydration vor. Wie die Dermatologin Franziska Ringpfeil im Philly Mag erklärt, kann die Zunge besser darüber Auskunft geben als der Test am Handrücken: Ist diese trocken, sollte man tatsächlich mehr trinken. Bei trockener Haut empfehlen Hautärzte jedoch andere Mittel.

Welchen Hauttyp du hast, kann dir unser Test verraten:

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Nicht dehydriert und trotzdem trockene Haut?

Ich hatte vor der Recherche schon vermutet, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Wasserkonsum und trockener Haut geben kann. Wie viel Wasser sollte ich bitteschön noch trinken? Anstatt das Problem von innen zu beheben, ist es laut den Dermatologen effektiver, es äußerlich anzugehen. Dr. Ringpfeil empfiehlt, die Haut mit speziellen Lotionen zu pflegen. Diese sollten Stoffe enthalten, die in der Lage sind, Wasser zu binden, wie Glycerin, Urea oder Hylauronsäure. Damit diese ihre Wirkung entfalten können, sollte man sie am besten auf die noch feuchte Haut nach dem Duschen auftragen und für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit in Räumen sorgen. Ich habe mir dafür diesen Luftbefeuchter bei Amazon* bestellt, der übrigens auch bei trockenen Nasennebenhöhlen hilft. Eine Schüssel Wasser auf der Fensterbank im Sommer oder auf der Heizung im Winter sei laut der Dermatologin jedoch genauso effektiv.

Mit fortschreitendem Alter muss ich leider auch feststellen, dass viele Drogerieprodukte keine Abhilfe bei meiner trockenen Haut schaffen. Viele bekannten Lotionen enthalten Duftstoffe und lassen meine Haut schon nach kurzer Zeit wieder schuppen.

Neben dem Luftbefeuchter funktioniert bei mir diese Creme von Cetaphil* sehr gut gegen trockene Haut im Gesicht und am Körper. Kürzlich habe ich jedoch eine Pflegeserie entdeckt, von der ich sehr begeistert bin, weil sie meine Haut noch besser befeuchtet. Mehr über die „Biomarine Cellsupport“-Produkte erfährst du in der Bildergalerie:

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Werde ich ab sofort weniger Wasser trinken? Ganz bestimmt nicht, denn eine hohe Flüssigkeitszufuhr ist für viele andere Körperfunktionen unabdingbar. Um meine Haut geschmeidig zu halten, versuche ich mir jedoch folgendes Ritual anzugewöhnen: Anstatt mich komplett abzutrocknen, hänge ich mein Handtuch auf und greife nun zu einem reichhaltigen Körperöl. Kennst du noch andere Tricks oder Produkte, die bei sehr trockener Haut helfen? Dann schreib sie gerne in die Kommentare!

Bildquelle:

iStock/seb_ra, iStock/aerogondo


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