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Expertin verrät:

Diese Fragen musst du dir stellen, bevor du dir einen Hund anschaffst

In der Corona-Zeit gab es einen regelrechten Hundeboom. In zahlreichen Haushalten zog ein süßer Vierbeiner ein, musste aber mitunter schon bald wieder ausziehen, weil Herrchen oder Frauchen die Herausforderung unterschätzt hatten. Trotzdem ist es für viele natürlich das Schönste der Welt, ein flauschiges Familienmitglied zu sich zu holen. Welche Fragen man sich vorher stellen und worauf man achten sollte, damit alles glatt läuft, darüber haben wir in unserer neuen Podcast-Folge mit Tierärztin und Influencerin Sophia Lola gesprochen. Auch sie hat bereits zwei Hunde zu sich geholt und verrät, wie das am besten geht.

Dies ist eine gekürzte Fassung des Interviews. Das volle Gespräch könnt ihr euch in unserer Podcast-Folge anhören.

desired: Du hast selbst zwei Hunde. Wie hast du sie zu dir geholt?

Sophia: Als ich meine erste Hündin Mascha zu mir geholt habe, war ich noch relativ blauäugig. Das war 2012 und habe ich sie tatsächlich über ebay Kleinanzeigen gekauft. Das würde ich heute nie wieder machen, aber ich hatte damals wahnsinniges Glück. Sie kommt aus einer sehr netten Familie, denen ihre Hündin während der Läufigkeit abgehauen ist. Grundsätzlich ist zu ebay Kleinanzeigen aber nicht zu raten, da hier leider auch viele Hunde aus dem illegalen Welpenhandel angeboten werden. Meinen zweiten Hund Leo habe ich tatsächlich aus schlechter Haltung übernommen.

Viele Menschen sehnen sich gerade jetzt während der Pandemie nach einem Hund und holen diesen eher unbedacht zu sich. Dadurch kommt es auch vor, dass der Hund letztendlich doch wieder ins Tierheim gebracht wird. Wie stellt man sicher, dass ein Hund wirklich ins eigene Leben passt?

Man muss sich vor allem darauf einstellen, dass man sein Leben auf gewisse Weise nach dem Hund richten muss. Zu denken, dass man keinerlei Abstriche machen muss, was zum Beispiel Freizeitgestaltung und Reisen angeht, wäre naiv. Gerade zu Beginn können die Hunde nicht viel allein sein und in dieser Zeit muss man bereit sein, andere Interessen zurückzuschrauben oder aufzugeben. Natürlich kann man auch mit Hund noch in den Urlaub fliegen oder Hobbies haben, aber zumindest am Anfang wird das Tier den Alltag dominieren. Zudem sollte einem auch bewusst sein, dass ein Hund ziemlich teuer ist.

Wenn man einen Hund vom Züchter kauf, kostet das meist bereits über 1000 Euro, aber dabei bleibt es nicht. Auch ein Hund aus dem Tierheim, für den man erst mal nur eine Schutzgebühr zahlt, kostet im Laufe der Zeit viel Geld. Es sind eben nicht nur die Kosten für Futter und Impfungen, auch Tierarztkosten können gerade im ersten Jahr sehr hoch ausfallen. Deshalb kann es sinnvoll sein, eine Krankenversicherung für den Hund abzuschließen. In anderen Ländern wird das schon sehr häufig gemacht, in Deutschland ist das Konzept noch eher unbekannt.

Viele Menschen haben sich auch einen Hund angeschafft, als sie im Home Office arbeiten konnten und standen dann vor einer Herausforderung, als es wieder ins Büro ging. Kann es funktionieren, sich trotz Vollzeitjob im Büro gut um einen Hund zu kümmern?

Da scheiden sich die Geister. Ich kenne eine Besitzerin vom Hundeplatz, die jeden Morgen vor der Arbeit um sechs Uhr aufsteht und zwei Stunden mit ihren Hunden joggen geht und dann nach der Arbeit auf den Hundeplatz. Die Hunde sind während sie arbeitet zu zweit in der Wohnung und schlafen auch sehr viel. Theoretisch kann man sich also auch die Freizeit um die Arbeit herum so gestalten, dass man viel Zeit mit dem Tier verbringt. Da kommt es eben sehr stark auf gute Planung an. Es macht natürlich auch noch mal einen Unterschied, ob man allein ist oder sich die Verantwortung teilt.

Alternativ kann man sich auch immer noch einen Hundesitter holen, der tagsüber mit dem Hund rausgeht oder sich Hilfe bei Verwandten oder Bekannten suchen. Meine erste Hündin ist tagsüber, wenn ich bei der Arbeit bin, zum Beispiel bei meinen Eltern im Garten, meinen zweiten Hund kann ich mit zur Arbeit nehmen. Trotzdem könnte ich selbst es mir nicht vorstellen, neben einem 40-Stunden-Job im Büro noch die Zeit für einen Hund zu finden, aber das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Angenommen, die persönlichen Voraussetzungen stimmen. Wie geht man die Suche nach einem Hund am besten an? Lieber adoptieren oder beim Züchter kaufen?

Als erstes sollte man sich überlegen: Was will ich von dem Hund? Soll es ein Familienhund sein, der mit Kindern gut klarkommt? Will man vielleicht eine bestimmte Ausbildung mit dem Hund machen, etwa zum Jagdhund oder Begleithund? Abhängig davon kommen vielleicht nur bestimmte Rassen in Betracht und es macht durchaus Sinn, einen Hund vom Züchter zu holen. Ich bin zwar immer ein Fan von „Adopt, don’t shop“, aber man sollte Züchter*innen deshalb auf keinen Fall verteufeln. Hier gibt es natürlich auch schwarze Schafe, aber auch viele professionelle Anbieter*innen, die sich sehr viel Mühe mit den Hunden geben. Wenn man nur einen Wegbegleiter möchte, finde ich persönlich es schöner, einen Hund zu adoptieren, schließlich gibt es schon so viele Hunde, die ein Zuhause suchen. In beiden Fällen gibt es jedoch einige Dinge, die man beachten sollte.

Was wäre das zum Beispiel?

Bei den Tierschutzvereinen besteht die Schwierigkeit darin, dass sie meistens gar nicht hier vor Ort sind. Da ist es natürlich schöner, wenn man hier ins Tierheim gehen und den Hund schon einmal vorher kennen lernen kann. Sollte man sich trotzdem für einen Hund aus dem Ausland entscheiden, sollte man sich den Internet-Auftritt des Vereins vorher auf jeden Fall gut angucken. Auch hier gibt es viele schwarze Schafe, die zum Beispiel kranke Hunde vermitteln und über erforderliche Impfungen lügen. Hier ist es wichtig, darauf zu achten, wie auf Fragen eingegangen wird und ob Impfungen, Kastration und Mittelmeerkrankheitstests ordentlich dokumentiert werden. Idealerweise kann man sich den Hund schon vorher auf einer Pflegestelle in Deutschland anschauen oder bekommt zumindest viele Fotos und Videos aus der Pflegestelle im Ausland und sieht nicht nur ein Bild und muss sich dann entscheiden. Ein gewisses Vertrauen gehört aber natürlich immer dazu.

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Und wie sieht es bei Züchtern aus?

Bei Züchtern sollte ein Sachkundenachweis vorliegen. Bei vielen Rassen sind die Züchter auch Mitglied des VDH (Verband für das deutsche Hundewesen). Zudem sollte man sich vorher anschauen können, wie die Hunde leben. Interessant ist auch, in welchem Abstand Würfe angeboten werden und ob man sich die Papiere der Elterntiere anschauen kann. Hieraus lassen sich zum Beispiel Erbkrankheiten ablesen. Auch wie alt die Welpen bei der Abgabe sind, ist entscheidend. Seriöse Züchter geben sie in Deutschland in der Regel erst nach zwölf Wochen und nicht schon nach neun, was das gesetzliche Mindestmaß ist, ab und entwurmen und impfen die Welpen bereits.

Auch den Pass des Welpen oder zumindest der Mutter sollte man sich vorher anschauen. Wir hatten dieses Jahr zum Beispiel zweimal den Fall, dass Hunde angeblich von einem deutschen Züchter kamen, dann aber einen polnischen bzw. bulgarischen Pass hatten. Besonders vorsichtig sollte man deshalb bei Angeboten auf ebay Kleinanzeigen sein. Die Plattform geht zwar aktuell selbst schon gegen unseriöse Züchter vor, aber leider sind hier immer noch viele illegale Welpenhändler unterwegs, die den Hundeboom während Corona ausnutzen.

Die vollständige Podcast-Folge kannst du dir hier anhören.

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Bildquelle: istock/ChristinLola

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