An was denkst Du hierbei?
Katharina Meyer am 01.06.2016

Die meisten sozialen Medien haben ganz klare Regeln: Bilder und Videos mit pornografischem Inhalt sind verboten. Nahaufnahmen von leckerem und gesundem Essen mit dem Hashtag #foodporn versehen absolut erwünscht. Doch was, wenn die Grenzen zwischen Obst und Erotik miteinander verschwimmen?

Im Januar begann die Künstlerin Stephanie Sarley damit, bei Instagram kurze Videos hochzuladen, in denen sie verschiedene Früchte streichelt. Ja genau: Sie streichelt Obst. Schlimm? Nicht wirklich. Und doch wurde ihr Instagram-Account für zwei Wochen gesperrt.

Stein des Anstoßes: Die von ihr liebkosten Obstsorten erinnern an eine Vagina. Nicht nur die Form von Honigmelone, Blutorange und Co. lässt den Betrachter an weibliche Geschlechtsteile denken, sondern auch das im Video zu sehende Eindringen mit dem Finger ins Fruchtfleisch ruft diese Verbindung hervor. Doch genau das ist es, was die US-amerikanische Künstlerin, die neben den Fruchtvideos auch freizügige Bilder rund um die weibliche Sexualität anfertigt, mit den sprichwörtlichen Foodporn-Videos erreichen will:

„Es ist mir wichtig zu zeigen, dass Vaginas nichts sind, wofür man sich schämen, was man beschützen, verstecken oder kontrollieren müsste.“

Nachdem Stephanie Sarley sich bei Instagram über die Sperrung beschwert hatte, wurde ihr Account wieder freigegeben.

Wir müssen zugeben, die Assoziation der Fruchtvideos mit der weiblichen Sexualität kann uns schon ein wenig zum Erröten bringen. Aber warum eigentlich? Schließlich ist weder an Obst noch an Vaginas irgendetwas obszön. Dass Stephanie Sarley mit ihren Clips also zum Nachdenken über das Mumu-Tabu anregt, wird deshalb wohl höchste Zeit!

Bildquelle: iStock/Dmitri Mihhailov


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