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Zwischen Selfcare & Selbstzweifeln: Der steinige Irrweg zu mehr Selbstliebe

Mit unserer neuen Kampagne #IchLiebeMichDafür feiern wir uns alle. Dich, mich und jede*n da draußen. Denn wir alle sollten viel häufiger die Selbstzweifel sein lassen und uns einfach genau so lieben, wie wir sind. Warum Selbstliebe uns trotzdem so schwer fällt und warum es kein Patentrezept für sie gibt, liest du hier.

Der Hashtag #Selbstliebe hat bei Instagram fast zwei Millionen Beiträge. Das zeigt, wie omnipräsent der Begriff in unserer Gesellschaft – insbesondere bei jungen Frauen – ist. Selbstliebe ist das selbstauserkorene Ziel, der heilige Gral des 21. Jahrhunderts. Denn wenn man sich erst mal selbst liebt, so der allgemeine Tenor, dann ist alles im Leben plötzlich viel besser. Doch scheint es mit der Selbstliebe gar nicht so einfach zu sein. Wie lerne ich denn nun, mich selbst zu lieben? Online entdecke ich To-do-Listen, die ich befolgen soll. Selfcare-Menüs und Yoga-Workouts. Superfood-Rezepte und Meditationsanleitungen. Sogar Coachings, Workshops und ganze Festivals werden angeboten. Wow, denke ich mir, dieser Weg zur Selbstliebe erfordert ganz schön viel Aufwand! Zumindest für eine Person wie mich, die mit Meditation so gar nichts anfangen kann und lieber Pizza bestellt als das vegane Superfood-Menü zu kochen. Muss ich nun mich und mein Leben erst mal optimieren, damit ich mich selbst lieben kann?

Ist Selbstoptimierung der Weg zu Selbstliebe?

Ich finde zahlreiche Retorten-Routinen, die glücklich und selbstzufrieden machen sollen... Aber bin ich überhaupt noch ich selbst, wenn ich mich so verstelle? Irgendwie erscheint mir das nicht richtig. Daher schaue ich lieber noch mal bei Wikipedia vorbei. Und siehe da! Dort steht eine Definition zu Selbstliebe, die sich eigentlich ganz simpel anhört: „Selbstliebe, auch Eigenliebe, bezeichnet die allumfassende Annahme seiner selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich selbst." Das klingt nun wiederum gar nicht so schwer. Es bedeutet nämlich: Wenn ich nicht gerne Yoga mache, ist das ok. Und wenn ich lieber einen Burger als eine Superfood-Bowl esse, dann ist das ebenfalls ok. Selbstliebe bedeutet schließlich, dass ich mich genau so liebe, wie ich bin. Punkt. Warum aber fällt das vielen trotzdem so schwer?

Ständige Vergleiche wecken Selbstzweifel

In einer aktuellen desired-Umfrage gab fast jede dritte Frau an, dass ihr Selbstwertgefühl „im Keller" ist. Eine erschreckende Zahl, die noch einmal verdeutlicht, dass es vielen Menschen unheimlich schwerfällt, Selbstliebe zu empfinden. Das liegt unter anderem auch an den Medien. 77 Prozent der befragten Frauen bestätigten, dass ihr Selbstwertgefühl durch Social Media beeinflusst wird. Irgendwie hat man auf Social Media immer das Gefühl, dass es bei den anderen besser läuft als bei einem selbst. Vergleiche werden automatisch aufgestellt: Warum sieht sie immer so gut aus? Warum verreist sie ständig? Warum hat sie so eine perfekte Beziehung? Warum kann sie sich so viele Designertaschen leisten? Fakt ist: Heutzutage bekommen wir durch die Medien permanent eine Flut an Eindrücken vorgesetzt, die uns dazu verleitet, unser Leben bzw. uns selbst in Frage zu stellen. Doch diese ständigen Vergleiche nagen an unserem Selbstwertgefühl, denn meist werden zwei wichtige Fakten einfach übersehen:

  1. Social Media ist eine „Momentaufnahme" und zeigt nur das, was wir sehen sollen, nicht etwa die Realität.
  2. Die eigene Zufriedenheit ist ein subjektives Konstrukt. Das heißt: Dein persönliches Glück ist nicht von anderen abhängig, sondern einzig und allein von deinen eigenen Gedanken.

Vergiss Instagram! Perfektion gibt es nicht

Um sich tatsächlich selbst zu lieben, sollte man zunächst folgenden Fakt verinnerlichen: Perfektion gibt es nicht (auch wenn Social Media uns das oft vorheucheln möchte). Und wer stets nach Perfektion strebt, wird unweigerlich scheitern. Stattdessen sollten wir uns einfach eingestehen, dass wir sind, wie wir sind, mit allen Ecken und Kanten. Natürlich spricht nichts dagegen, an sich selbst zu arbeiten, sich stetig weiterzuentwickeln und sich selbst Ziele zu setzen. Jedoch sollten wir uns nicht dafür verurteilen, wenn mal etwas nicht optimal gelingt. Die meisten Menschen sind mit sich selbst viel strenger, als sie es mit anderen sind. Dabei sollten wir viel häufiger zu uns selbst sagen: „Was soll's? Es ist ok."

Vielleicht hast du schon mal von sogenannten „Fuckup-Events" gehört? Bei diesen Veranstaltungen treten Speaker auf, die davon erzählen, wie sie im Leben grandios gescheitert sind. Vom abgebrochenen Studium bis zur missglückten Firmengründung – hier ist nichts so gelaufen wie geplant. Doch statt sich zu grämen, sich dafür zu schämen oder gar von Selbstzweifeln zerfressen zu lassen, gehen die Leute an die Öffentlichkeit und teilen ihren „Fuckup-Moment“ mit der ganzen Welt. Denn es ist ok, nicht immer perfekt zu sein. Es ist ok, einfach mal nicht nach Plan zu funktionieren. Manchmal ist es sogar besser. Die härtesten Zeiten sind oft die, aus denen wir am stärksten herausgehen.

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Ich liebe mich dafür

Wie weit muss man also gehen, um sich selbst lieben zu lernen? Simple Antwort: Für Selbstliebe gibt es keine Anleitung und keine To-do-Liste. Du musst dich nicht verbiegen, bestimmten Regeln folgen oder einen bestimmten Weg gehen, um dich selbst lieben zu können. Im Gegenteil! Selbstliebe ist kein Ziel, sondern ein Mindset. Du bestimmst deinen Weg im Leben, deinen eigenen Rhythmus und das, was dich glücklich macht. Statt also ständig dem Selbstoptimierungszwang zu folgen und sich am Ende gar in ihm zu verlieren, sollten wir uns einfach häufiger sagen: „Ich bin so und ich liebe mich dafür.“ Genau daran wollen wir mit unserer aktuellen Kampagne #IchLiebeMichDafür erinnern. In dem Sinne: Be your most desired person!

Zum Glück gibt es auch auf Instagram immer mehr User*innen, die mehr Authentizität und Realität zulassen. Kennst du schon diese Accounts?

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Bildquelle: Stocksy/Lucas Ottone

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