SPIELMACHER (5)
Jessica Tomalaam 12.04.2018

Düster, ernst, brutal und ziemlich spannend: In seinem neuen Kinofilm „Spielmacher“, der am 12. April in den deutschen Kinos startet, spielt Frederick Lau einen Ex-Fußballprofi, der seine Fehler aus jungen Jahren versucht wieder gut zu machen. Dabei gerät er jedoch immer tiefer in die Fänge der kroatischen Wettmafia und gefährdet damit auch die Karriere des Nachwuchstalents Lukas. Wir haben den Schauspieler in Berlin zum Interview getroffen und mit ihm über seine Liebe zu Borussia Dortmund, den Drang zu gewinnen und sein neues Instagram-Profil gesprochen.

desired: Frederick, was ist ein Spielmacher für Dich?

Ich glaube, das ist jemand, der das Spiel in die Hand nimmt, so wie wir alle hoffentlich. Jemand der auch die Fäden zieht. Vor allem jemand, der sich nicht versteckt und alles laufen lässt. Einfach jemand, der den Stier bei den Hörnern packt.

Würdest Du Dich selbst als Spielmacher bezeichnen?

Na, ich würde auf jeden Fall sagen, dass ich mich nicht verstecke (lacht).

Du bist ja ein riesiger Dortmund-Fan. In Spielmacher gibt es ja die Szene, in der Du mit Lukas zum Signal-Iduna-Park fährst und auch nach dem Spiel noch sitzen bleibt, in dieser großen, leeren Arena. Was war das für ein Gefühl für Dich als Fan?

Das war das größte Erlebnis für mich! Das Schöne ist ja auch, die Fußball-Geschichte war ja schon immer in Dortmund angesiedelt oder allgemein im Ruhrpott-Raum. Dort kommt auch meine Familie her und für mich als Dortmund-Fan war diese Szene natürlich das Beste. Auch mal so alleine im Stadion zu sitzen, war gerade für mich als Fan natürlich etwas, was ich nicht so schnell vergessen werde. Ich habe auch ziemlich viele Fotos gemacht, um ehrlich zu sein (lacht). Ich glaube auch, dass der Film so gut in den Ruhrpott passt, weil im Ruhrpott so eine starke Fußballmentalität vorherrscht und einfach gefühlt jeder irgendetwas mit Fußball zu tun hat.

Schau dir hier den Trailer zum Film an:

Wie würdest Du Deine Fußballqualitäten beschreiben? Es gibt ja eine Szene im Film, in der Du den Ball hochhalten sollst in einer ziemlichen ernsten Situation. War das eine Leichtigkeit für Dich oder hast Du da lange für geübt?

Mein Regisseur sagte immer, ich solle üben, aber um ehrlich zu sein, habe ich das nicht wirklich gemacht (lacht). Ich hoffe, dafür sieht es noch okay aus. Aber ich war früher schon oft auf dem Bolzplatz und war schon immer recht fußballaffin. Ich habe zwar nie im Verein gespielt, aber ich hab zumindest versucht, das so rüberzubringen.

Für die Serie „4 Blocks“ habt ihr Euch sehr viel Input aus dem Clan-Milieu geholt. Wie war das bei Spielmacher? Wie viel Wahrheit steckt in dem Film? Und glaubst Du, dass dieses Wettgeschäft und die Manipulation so alltäglich ist im deutschen Fußball, wie ihr es im Film dargestellt habt?

Ich glaube, da steckt ziemlich viel Wahrheit drin. Es geht in dem Film ja auch nicht nur um Fußball, sondern auch darum, einen Traum zu verfolgen. Auch bei Schauspielern ist es ja so, dass nur sechs Prozent vielleicht davon leben können und wirklich diesem Traum nachjagen und sich durchsetzen können. Und ich glaube, dass auch jeder Junge, der Fußball spielt und Bock hat, Profi zu werden, sich auch mal überlegen muss, was er macht, wenn es denn nicht klappt.

Und dann haben wir uns natürlich auch intensiv mit der Unterwelt beschäftigt. Ich denke, dass jeder Fußballfan oder vielleicht auch jeder andere schon mal den Gedanken hatte: Ok, da geht irgendwas nicht mit rechten Dingen zu. Und das wollten wir ansprechen. Es geht ja auch nicht nur um die Manipulation auf dem Platz, sondern auch, dass jeder Mensch manipulierbar ist, gerade in der Welt, in der wir uns befinden. Zwar auch im Fußball, wo zum Teil absurde Summen gezahlt werden, aber auch politisch! Das hat inzwischen schon fast mafiöse Verhältnisse angenommen. Und ich glaube, dass wir das zeigen wollen und dass wir da einen spannenden Thriller draus gemacht haben.

Im Wettbüro lässt sich Ivo (Frederick Lau) von Dejan (Oliver Masucci) abzocken. Das Spiel beginnt.

Du setzt Dich ja immer sehr intensiv mit den Rollen auseinander, die Du spielen wirst. Wie hast Du Dich auf Deine Rolle als Ivo vorbereitet? Warst Du auch im Wettbüro?

Ja klar, ich habe mir alles zeigen lassen und viel Zeit in diesen dunklen Räumen verbracht. Auch in den Wettbüros ist es ja so ein bisschen, wie bei Lukas im Film. Man hofft, Gewinn abzustauben. Da geht es ja auch im Leben manchmal drum, gewinnst du oder kassierst du die Niederlage? Und jeder Mensch braucht Erfolgserlebnisse und manche holen sich die halt im Wettbüro. Manche machen das aus Spaß, aber andere betreiben das wirklich professionell, um damit Geld zu verdienen. Da haben die Leute, die ich so kennengelernt habe, richtig Ahnung von Fußball. Und zwar bis in die vierte Liga, die kennen jeden Fußballer. Das hat mir schon imponiert. Ich mag das ja auch, wenn Leute sich in etwas verlieren oder sich mit etwas so aufopferungsvoll beschäftigen. Ich finde alles gut, was man intensiv macht, deswegen habe ich da auch gar keinen Vorurteil.

Was im Film ja allerdings etwas untergeht, ist die Gefahr und die Sucht, die auch da hinter steht, oder?

Das stimmt schon. Ich denke schon, dass es viele Leute gibt, die sich darin verlieren können. Aber wir sagen ja auch: Spiele oder mit dir wird gespielt. Es gibt auch viele Leute, die sich in ihrem Traum verlieren und etwas nachjagen, was sie nicht standhalten können. Wir wollen erzählen, dass das Leben manchmal auch einfach ein Spiel ist. Mit Höhen und Tiefen und dass man, genauso wie Ivo, auch Entscheidungen treffen muss. Und manche Entscheidungen können eben dein Leben verändern. Darüber sollte man sich vielleicht auch Gedanken machen, nochmal selbst reflektieren und realistisch sein.

Ein Leben mit Höhen und Tiefen: Mit Vera (Antje Traue) erlebt Ivo einen Höhenflug.

Du warst in Deiner Jugend selbst sportlich sehr aktiv, warst Judomeister und wolltest sogar Eishockey-Profi werden. Inwieweit hat Dir das vielleicht sogar geholfen, Dich in Ivo oder Lukas hineinzuversetzen, auf deren Schultern ja auch sehr viel Druck lastet?

Ich kenne die Situation auf jeden Fall und es hat mir bei meiner Rolle geholfen. Ich vermisse Eishockey auch noch sehr. Es ging mir auch lange so, dass ich mir kein Eishockey-Spiel anschauen konnte, weil ich dachte, ich würde so gerne selbst da stehen. Ich kann diesen Ehrgeiz nachvollziehen, den man da als Sportler hat. Das ist ein anderer Ehrgeiz, als wenn man einen guten Film machen will. Erfolg und gewinnen macht im Sport immer mehr Spaß, als zu verlieren. Deshalb kann ich auch verstehen, dass das vielleicht zur Sucht wird. Schließlich will man auch seine Leistung abliefern und viele haben halt nur einen kurzen Zeitraum von vielleicht zehn Jahren, wenn du ganz oben mitspielst. Aber wenn Du keine Ausbildung oder Ähnliches gemacht hast und dann wieder in eine Gesellschaft rutscht, die ja auch eine Ellenbogengesellschaft ist, genauso wie auf dem Platz, dann merkst du, dass der Kampf auf dem Platz auch genauso im Leben fortgeführt wird.

In den letzten Jahren hast Du vermehrt auch Rollen angenommen, die etwas düsterer sind, wie bei „Spielmacher“, „Gutland“, „4 Blocks“ oder auch „Das kalte Herz“. Was gefällt Dir denn besser, eine tiefgründige Rolle oder bist Du auch gerne mal der lockere, verliebte, charmante Typ wie in „Traumfrauen“, „SMS für Dich“ oder „Wie Männer über Frauen reden“?

Es hat auf jeden Fall nochmal eine andere Tiefe bei diesen Rollen. Ich war schon immer an einem Milieu interessiert, an dunklen Themen oder an Kriminalität. Wir Deutschen lieben ja auch Krimis, wir lieben es, die Abgründe zu sehen. Das gefällt mir auch. Und was auch noch wichtig ist: Du kannst Welten bereisen, die Du sonst nicht kennenlernen würdest. Deswegen macht man ja auch Filme, um andere Welten aufzuzeigen. Und auch für mich als Schauspieler ist es natürlich klasse, diese Welten zu betreten. Und manchmal ist das auch schöner oder interessanter, als einfach der Good Boy von der nächsten Ecke zu sein. Auch die Vorbereitung ist bei diesen Rollen mega intensiv. Und manchmal hast du auch Momente, in denen du denkst: Oh man, jetzt bist du wirklich in so einer prekären Situation. Hast vielleicht sogar manchmal Angst vor dir selbst. Aber ich gehe da vielleicht schon etwas naiv dran und denke, dass ich mich da ganz gut im Griff habe.

Auch in „Simpel“ spielt Frederick eher den netten Typen mit großem Herz. Warum diese Rolle trotzdem sehr besonders für ihn war, erzählt er uns im Interview.

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Ich hab mit Freude gesehen, dass Du seit einiger Zeit bei Instagram bist und folge Dir natürlich auch. Ich kann mich aber erinnern, dass Du Dich bisher in den sozialen Medien eigentlich eher zurückgehalten hast, warum also plötzlich der Wandel?

Das Ding ist, dass mich jeden Tag Leute angerufen haben und meinten, dass ich jetzt bei Instagram sei. Aber da hat sich jemand für mich ausgegeben. Und der hat dann auch mit meinen Freunden geschrieben. Auch mit einem Schauspielkollegen von mir und das geht natürlich nicht. Und wenn sich jetzt Leute schon ausgeben für mich, dann muss ich auch zeigen, dass ich das nicht bin. Der hatte auch Bilder hochgeladen, von Shootings im Anzug und so und das bin ich halt nicht. Ich würde so etwas niemals posten, das wäre mir mega unangenehm. Und das musste ich dann auch zeigen, damit die Leute auch sehen, das hat nichts mit Frederick Lau zu tun.

Du hast Deiner Frau Annika zum dritten Hochzeitstag einen sehr rührenden Post gewidmet. Verrate unseren Leserinnen doch mal einen kleinen Beziehungstipp? Was ist Eure Formel fürs Glücklichsein?

Ich glaube, dass es ehrlich gesagt nicht immer leicht mit mir ist. Wichtig ist aber, dass die positiven Momente überwiegen. Die Waage zu halten, ist gar nicht mal so gut, die positiven Sachen müssen einfach herausstechen.

Vielen lieben Dank für das Interview, Frederick!

Bildquellen:

Warner Bros. GmbH


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