Narbenpflege
Katja Nauckam 28.06.2018

Die Bildung von Narben lässt sich nach einer OP oder einem Unfall kaum verhindern. Du kannst jedoch mit der richtigen Behandlung dafür sorgen, dass die Wunde besser verheilt und später möglichst unsichtbar bleibt. Wir haben die besten Tipps für deine Narbenpflege.

Wie entstehen Narben?

Wenn unserer Haut eine Wunde zugefügt wird, reagiert sie mit der Bildung von Narbengewebe. Eine Narbe ist also eine Schutzfunktion der Haut. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie oftmals heller ist als die umgebende Haut, keine Talg- oder Schweißdrüsen besitzt und auf ihr auch keine Haare mehr wachsen. Oftmals kann es vor allem bei Beginn der Vernarbung Bewegungsspannungen um die Narbe herum geben. Eine frische Narbe ist oftmals rosa bis rötlich und juckt, eine reife Narbe ist blass und schmerzt nicht mehr.

Manche Haut neigt nach einer tiefen Verletztung zu verstärkter Narbenbildung und wulstigem Gewebe. Das kann an einer Entzündung der Wunde liegen, aber auch an einer bestimmten Körperstelle, unregelmäßigen Wundrändern, Hormonen oder Vererbung. Außerdem neigen wir in der Kindheit zur Entstehung größerer Narben als im höheren Alter. Daher sieht man die Merkmale von Unfällen oder OPs aus der Kindheit meist im Erwachsenenalter noch auf der Haut.

Narbenpflege nach OP

Wie stark eine Wunde vernarbt, hängt von vielen Faktoren und der Art der Pflege ab.

Narbenpflege nach einer OP oder einem Unfall

Narben sind kein Weltuntergang, erzählen sie doch davon, was uns im Leben passiert ist. Dennoch leiden wir darunter, wenn die Narbe besonders groß ist und sich an prominenter Stelle befindet. Narben nach tiefen Schnittverletzungen oder größere Schnitte nach einer OP brauchen besonders lange für die Heilung und daher intensivere Pflege. Bei manchen größeren Narben hilft nur noch eine professionelle Behandlung. Generell kannst du jedoch jede Narbe von Anfang an durch gute Pflege beim Heilen unterstützen. Wie gut sie heilt, hängt jedoch von deinem ganz persönlichen Haut- und Bindegewebe ab.

# Die richtigen Pflegeprodukte

Salben und Cremes

Bei Schnittwunden und schorfigen Wunden, die durch einen Unfall entstanden sind, hilft es, zu Beginn eine Wund- und Heilsalbe* aufzutragen, damit die Haut elastisch bleibt. Wenn die Narbe vollständig mit Gewebe verschlossen ist, kann ein Silikongel* die Wucherung von Narbengewebe verhindern. Silikonhaltige Cremes und Narbengele* lockern das Gewebe, wirken schmerzlindernd, juckreizstillend und sorgen dafür, dass keine Wucherungen entstehen. Solche Cremes eigenen sich sowohl für OP-Narben als auch Unfallnarben. Sie werden über mehrere Wochen täglich in die Narbe einmassiert.

Narbenpflaster

Sollte die Narbe bereits wuchern, kann man sogenannte Narbenpflaster* einsetzen, die alle 24 Stunden gewechselt werden. Sie unterstützen den Heilungsprozess und sollen die Bildung von hypertrophen (verdickten) Narben verhindern. Sie sind atmungsaktiv, sollen die Stoffwechselproduktion und Regeneration der Haut anregen. Narbenpflaster dürfen erst aufgetragen werden, wenn kein Schorf mehr vorhanden ist, alle Fäden gezogen sind und die Wundheilung abgeschlossen ist. Die Behandlung mit so einem Pflaster kann zwischen zwei und drei Monate andauern. Für die Narbenpflege brauchst du Geduld, denn die Haut heilt langsam.

Öle

Eine weitere Möglichkeit ist die regelmäßige Narbenpflege mit regenerierenden Präparaten, die Hyaloronsäure oder Zwiebelextrakt enthalten oder andere pflanzlichen Ölen wie Johanniskrautöl, die die Heilung fördern und die Haut geschmeidig halten.

Tipp zur Narbenpflege nach einem Kaiserschnitt: Meine Kollegin Anna hat hervorragende Erfahrungen mit Kokosöl oder Kokosbutter gemacht. Sie massierte damit täglich mehrere Wochen ihre Kaiserschnittnarbe, so dass sie nur noch minimal zu sehen ist. Hierfür empfiehlt sie hochwertiges Bio-Kokosöl*, das du auch recht günstig bei Rossmann oder dm bekommst. Du kannst aber auch Kokosbutter* verwenden.

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# Narbenmassage

Wenn die Narbe schon älter ist, aber auch bei jüngeren Narben, wirkt eine Massage der betroffenen Stelle, die Haut elastisch zu halten. Massiere deine Narbe am besten täglich nach dem Duschen mit einem der oben genannte Öle oder Salben ein. Fahre dazu in kreisenden Bewegungen mit den Fingern über die Narbe und übe leichten Druck aus. Du kannst auch zusätzlich in diagonalen und kreuzenden Linien über die Hautstelle fahren. So eine Massage hilft übrigens auch gegen Dehnungsstreifen.

# Methoden der Narbenkorrektur

Es gibt sogenannte hypertrophe Narben (verdickte, kordelförmige Narben) oder Keloide (wulstige Gewebewucherungen), die sich nur sehr selten allein zurückbilden. Wenn du nach einer OP feststellst, dass deine Narbe sehr unschön wuchert und du sehr darunter leidest, dann solltest du mit deinem behandelnden Arzt über die Varianten der Narbenkorrektur sprechen. Es gibt Möglichkeiten der Laserbehandlung sowie operative Narbenkorrektur. Welche Methode bei dir geeignet ist, kann nur ein Facharzt beurteilen.

Frische Narben pflegen: Das solltest du vermeiden

#1 Reinige sie nur mit klarem Wasser

Eine frische OP-Narbe sollte nur mit klarem Wasser in Berührung kommen. Reinige die Hautstelle ganz sanft mit einem Schwamm und übe keinen zu starken Druck aus.

#2 Verzichte auf Seifen und chemische Produkte

Du solltest auf jegliche seifenhaltige Produkte und Duschbäder gänzlich verzichten. Wenn du unbedingt etwas verwenden möchtest, dann achte darauf, dass es keinen Alkohol und kein Parfum enthält und möglichst pH-neutral ist.

#3 Trage weite, lockere Kleidung

Damit die Kleidung die frische Narbe nicht zusätzlich reizt, sollte sie möglichst weit und locker liegen. Eng sitzende Stoffe verursachen durch die Reibung zusätzliche Spannung, die die Narbe nur reizen und ihre Heilung verlangsamen können.

#4 Meide Sonne und starke Wärme

Setze deine Narbe nicht unbedingt einem langen Sonnenbad aus und vermeide auch den Gang in Sauna und Solarium. Starke Hitze kann die Bildung von neuem Gewebe negativ beeinflussen, während UV-Strahlen Pigmentstörungen verursachen können.

#5 Verzichte eine Weile auf dein Workout

In den ersten Wochen nach einem Unfall oder einer OP solltest du deine Narben nicht durch Dehnungs- und Stretchingübungen beanspruchen. Lass deiner Haut etwas Ruhe, damit sie sich erholen kann und beanspruche die Muskeln an der Stelle nicht zu stark.

Die regelmäßige Narbenpflege kann helfen, deine Haut bei der Regeneration zu unterstützen. Das heißt jedoch nicht, dass deine Narbe sofort verschwinden wird. Du wirst sie an der Hautstelle immer erkennen und es braucht seine Zeit, bis sie weniger sichtbar wird, manchmal mehrere Monate. Kontaktiere bei großen Narben am besten deinen Hautarzt und besprich mit ihm, welche Möglichkeiten du zur Entfernung hast.

Bildquelle:

iStock/Artem_Furman/PORNCHAI SODA


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