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Neue Beschlüsse

AstraZeneca-Stopp: Die Ergebnisse der Bund-Länder-Sondersitzung

Die Probleme rund um das Vakzin des Herstellers AstraZeneca nehmen kein Ende. Nachdem der Impfstoff bereits kurzzeitig ausgesetzt wurde, lief die Verwendung gerade auf Hochtouren an. Gestern allerdings der Schock: Die Verwendung des Impfstoffs wird erneut gestoppt – zumindest teilweise. Die Stiko kündigte an, ihre Empfehlung zu ändern. Eine Bund-Länder-Sondersitzung wurde umgehend einberufen und das sind die Ergebnisse. 

Update 31. März 08.44 Uhr: Der verzweifelte Kampf um Impfstoffe

Wie zu erwarten verkündete die Stiko gestern Abend tatsächlich eine Änderung ihrer Empfehlung. Wie bereits zuvor durchgedrungen war, empfiehlt sie den Impfstoff des Herstellers AstraZeneca mit sofortiger Wirkung nur noch für Menschen über 60 Jahren. Eine große Überraschung, wenn man bedenkt, dass anfangs sogar nur jüngere Menschen mit dem Impfstoff behandelt werden sollten. Und wozu entschieden sich der Bund und die Länder? Die ziehen wie zu erwarten mit und halten sich weiterhin an die Empfehlung der Stiko. Der Impfstoff wird also tatsächlich nur noch für Menschen über 60 Jahren angewandt. Wichtig sei es nun allerdings, deutlich zu machen, dass das Vakzin nicht verboten sei, sondern lediglich die Empfehlung geändert wurde. Man wolle das ohnehin angekratzte Image des Impfstoffs nicht noch weiter schädigen. Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich jedoch wenig optimistisch: „Es wird sehr schwer werden, das Ganze so darzustellen, dass kein Vertrauensverlust entsteht.“ Außerdem plädierte er erneut für eine Lockerung der strengen Impfreihenfolge – zumindest bei AstraZeneca.

Weiter diskutierten die Minister nun über eine Sonderzulassung des russischen Vakzins Sputnik, das ohnehin schon öfter in der Debatte aufgegriffen wurde. Gut möglich, dass das Vakzin bei der schlechten Ausgangslage Deutschlands nun doch eine Chance bekommt und somit AstraZeneca ersetzen könnte. Spahn zeigte sich jedoch noch immer kritisch: „Solange wir keine Daten haben, mache ich keine Notzulassung, nur weil Ungarn eine gemacht hat“, erklärte er in der Schalte und meinte weiter, dass es nun an der Zeit sei, den russischen Kontakten deutlich zu machen, Daten nach Deutschland zu schicken. Merkel hatte sich zuvor in einem Gespräch mit Wladimir Putin gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bereits dafür stark gemacht und Putin darum gebeten, Zulassungsdaten an die Europäische Arzneimittel-Agentur zu übermitteln.

Update 30. März 15.23 Uhr: Ständige Impfkommission ändert Empfehlung!

Die Nachrichten rund um AstraZeneca überschlagen sich! Nach Berlin zieht nun auch München nach und will den Impfstoff ab sofort nur noch für über 60-Jährige verwenden. Auch Kliniken Nordrhein-Westfalens teilen die Meinung und plädieren für eine Änderung des Impfverhaltens. Weitere Länder ziehen nach. Doch damit nicht genug! Nun geht laut Bild aus einem Beschlussentwurf der Stiko (Ständigen Impfkommision) hervor, das die Behörde seine Empfehlung für den Impfstoff ebenfalls verändern und lediglich auf Patient*innen über 60 Jahren eingrenzen will.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußert sich ebenfalls zum derzeitigen Geschehen. Er empfehle nach Sichtung der Daten sogar einen Impfstopp mit AstraZeneca für Menschen unter 55 Jahren! Um 18 Uhr des heutigen Tages wollen sich die Gesundheitsminister und Gesundheitsministerinnen von Bund und Ländern nach Angaben des Gesundheitsministeriums zu einer Schalte treffen, bei der sie gemeinsam über das weitere Vorgehen mit dem Vakzin des Herstellers AstraZeneca beraten. Gesundheitsminister Jens Spahn soll dabei einen ersten Entwurf vorlegen.

AstraZeneca ja, aber nicht mehr für alle

Neben den Vakzinen der Hersteller BionTech, Johnson & Jonson und Moderna ist AstraZeneca der vierte zugelassene Corona-Impfstoff in Deutschland. Doch von Anfang an gab es Probleme. Nachdem zunächst Liefermengen und -zeitpunkte nicht eingehalten werden konnte, wurden mehrfach seltene Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung mit AstraZeneca gemeldet, die schließlich zur offiziellen Pausierung des Impfstoffs führten. Nach einer Prüfung durch die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) wurden die Impfungen jedoch schnell wieder aufgenommen, die Fälle als Besonderheiten und keine reguläre Gefahr eingestuft. Inzwischen wurden allerdings weitere Fälle gemeldet, die nun das erste Bundesland zum Handeln zwingen.

Wie Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag bekanntgab, werde die Hauptstadt das Vakzin nicht weiter für Personen unter 60 Jahren einsetzen. Dabei handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärte sie weiter. Personen, die bereits Termine zur Impfung mit dem Vakzin vereinbart hätten, würden über eine Stornierung dieser oder einer Veränderung des Termins und des Impfstoffs benachrichtigt werden. Auch Zweitimpfungen würden darunter fallen. Das Land warte nun auf eine Stellungnahme verschiedener Fachleute wie denen des Paul-Ehrlich-Instituts und werde dann über weitere Schritte entscheiden. Zuvor hatten bereits renommierten Berliner Kliniken wie die Charité und Vivantes-Kliniken angekündigt, nicht weiter Personal unter 55 Jahren und generell keine Frauen mehr mit dem Vakzin impfen zu wollen. Zwar habe es in ihrem Umfeld keine konkreten Thrombosefälle gegeben, man wolle trotzdem auf Nummer sicher gehen.

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Hauptsächlich Frauen von der Nebenwirkung betroffen

Mittlerweile wurden bis zum 29. März in Deutschland 31 Fälle von Hirnvenenthrombosen gemeldet. 29 davon betrafen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die Männer, von denen die Nebenwirkung ebenfalls gemeldet wurde, seien 36 und 57 Jahre alt geworden. Zwei der betroffenen Personen verstarben, alle weiteren konnten rechtzeitig behandelt werden. Bis zum 29. März sind laut der Impfübersicht des RKI rund 2,7 Millionen Erst- und 767 Zweitdosen verabreicht, weitere werden zumindest in Berlin nun wohl nicht mehr für alle Altersgruppen folgen. Ob andere Bundesländer gleichziehen werden, ist zwar bisher nicht bekannt, jedoch zu erwarten.

Schlechte Neuigkeiten, doch die Coronakrise ist nicht die erste, die wir gemeinsam bestreiten müssen. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu schrecklichen Seuchen, die ganze Völker auslöschten und die Menschheit vor ein großes Rätsel stellten. Eins ist dadurch sicher: Irgendwie geht es immer weiter – auch trotz Rückschläge! 

Bildquelle: Getty Images/scaliger

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