Hypnose

Wer das Wort „Hypnose“ hört, denkt meist sofort an eine Bühne mit armen Freiwilligen, die nicht mehr Herr ihrer Sinne sind, alberne Kunststückchen aufführen und sich später an nichts mehr erinnern können. Genau das sollte Hypnose aber eigentlich nicht sein – sondern ein wirksames Therapie- und Entspannungswerkzeug.

Als Hypnose bezeichnet man den Zustand in einer hypnotischen Trance, beziehungsweise den Weg dahin, also das Verfahren, mit dem der Proband hypnotisiert wird. Der Begriff „Hypnose“ leitet sich von dem altgriechischen Wort „hypnos“ ab, das nichts anderes als „Schlaf“ bedeutet. Mit ominösen Magiern, die zur Erheiterung des Publikums Personen willenlos machen, hat Hypnose allerdings herzlich wenig zu tun. Stattdessen werden verschiedene Hypnoseverfahren mit großem Gewinn in der Psychotherapie und sogar zu Anästhesiezwecken eingesetzt. Doch wie genau funktioniert Hypnose überhaupt, wem kann sie helfen und kann man sich eigentlich selbst hypnotisieren?

Was ist Hypnose?

Ein bekanntes Hypnosegenie ist zweifelsohne die Schlange Sir Hiss aus dem Disneytrickfilm „Robin Hood“, die mit bunten Spiralen in ihren leuchtenden Augen ihre Opfer willenlos machte. Ganz so läuft eine klassische Hypnose erfreulicherweise nicht ab und Du musst auch nicht fürchten, Deinen Willen zu verlieren.

Hypnose: So funktioniert sie

Hypnose: Humbug oder anerkanntes Verfahren?

Entscheidend für das Gelingen einer Hypnose ist die grundsätzliche Bereitschaft des Hypnotisanden (das ist derjenige, der hypnotisiert wird), sich auf das Verfahren einzulassen. Wenn Du Dich hypnotisieren lässt, wirst Du in einen Zustand tiefer Entspannung versetzt – das kann auf ganz unterschiedliche Weisen geschehen und etwa durch akustische, haptische oder sogar olfaktorische Signale verstärkt werden. Diesen Vorgang nennt man die Induktion der Hypnose. Ein häufiges Verfahren zur Hypnose-Induktion ist zum Beispiel Rückwärtszählen. Das Bewusstsein wird mit Tätigkeiten, die nur wenig Aufmerksamkeit benötigen, abgelenkt und dadurch sozusagen umgangen: Es verliert seine vorherrschende Stellung und damit seine kritische Rolle, quasi die Kontrollfunktion über die anderen Bewusstseinsebenen – das Unterbewusstsein wird so direkt ansprechbar. Die Anweisungen oder Ansprachen, die nun an den Hypnotisanden gerichtet werden, nennt man Suggestionen. Bei jeder Hypnose ist übrigens wichtig, dass sie auch wieder aufgelöst, der Patient als „aufgeweckt“ wird. Diesen Vorgang nennt man dann Exduktion. Wurde zur Induktion beispielsweise von fünf heruntergezählt, kann die Exduktion einfach sein, wieder bis fünf zu zählen.

Blitzhypnose

Eine so genannte Blitzinduktion sorgt dafür, dass die Hypnose innerhalb von wenigen Sekunden einsetzt – erforderlich dafür ist eine hohe Erwartungshaltung auf Seiten des Probanden und ein Überraschungsmoment, das sich der Hypnotiseur zunutze macht, um die Blitzinduktion einzusetzen. Diese Form der Hypnose kommt vor allem bei Hypnose-Shows zum Einsatz, im seriösen Therapiebereich wird sie eher selten genutzt.

Selbsthypnose

Grundsätzlich kannst Du Dich auch selbst hypnotisieren. Man spricht dann von Selbst- oder Autohypnose im Gegensatz zur Fremd- oder Heterohypnose. Eine Selbsthypnose funktioniert nicht anders und sie ist auch nicht schwieriger, allerdings bedarf es in der Regel etwas Übung. Das ist übrigens keineswegs so abwegig, wie Du zunächst vielleicht denkst: Auch das autogene Training, eine weit verbreitete Selbstentspannungstechnik, zählt zum Bereich der Selbsthypnose. Geht es bei einer Hypnose darum, einfach nur den Zustand der tiefen Entspannung zu genießen (wie meistens beim autogenen Training), spricht man von einer „Leerhypnose“. In diesem Fall richtest Du oder der Hypnotiseur während der Hypnose keine Suggestionen an Dich.

Hypnose in der Medizin

In der Medizin kommt Hypnose vielfach zum Einsatz. Am häufigsten wird Hypnose in der Hypnosepsychotherapie oder Hypnotherapie eingesetzt. In der Psychotherapie lassen sich mit Hilfe von Hypnose erfolgreich Krankheiten wie Depressionen, Suchterkrankungen, Sprech- und Schlafstörungen behandeln. Auch Stress kann durch Hypnosetechniken abgebaut werden und sogar bei chronischen Schmerzen konnten mit Hypnose bereits Erfolge erzielt werden. Zumeist zeigen sich bereits nach wenigen Sitzungen messbare Unterschiede. Doch auch im OP kann Hypnose eine sinnvolle Anwendung finden: So kann Hypnose auch zu Anästhesiezwecken eingesetzt werden – in Kombination mit anderen Verfahren oder auch alleine. Zwar liegen bisherigen Studien nur kleine Fallmengen zu Grunde, diese deuten aber auf gute Erfolge hin, sowohl während der Eingriffe als auch in Bezug auf die folgende Heilung und Besserung. In vielen Fällen wird eine medizinisch eingesetzte Hypnose übrigens ganz regulär von Deiner Krankenkasse übernommen – nachfragen lohnt sich auf jeden fall!

Zwischen Hypnose-Shows, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, und tatsächlich angewandter Hypnose liegen Welten – tatsächlich geht es bei Hypnose um eine tiefe Entspannung und einen direkten Zugang zum Unterbewusstsein. Angst brauchst Du vor einer Hypnose nicht zu haben, denn dabei verliert niemand sein Bewusstsein oder den freien Willen.

Bildquelle: © Sini?a Bot?a / iStock / Thinkstock

Hat dir der Artikel gefallen?
0
0

Täglich kostenlose News zu Lifestyle, Liebe & mehr!

In zwei einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

  • Klicke auf „Start“ und schicke in WhatsApp die Nachricht ab.
  • Speichere unbedingt unsere Nummer als „desired“, um den Newsletter zu erhalten!
Start
Sorry, beim ermitteln der Kontaktnummer ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuche es später noch einmal.

Durch senden der WhatsApp stimme ich der Verarbeitung personenbezogener Daten zu.

Was denkst du?