Urteil

Hund im Büro: Der Chef entscheidet!

Hund im Büro: Der Chef entscheidet!

Ein Hund im Büro? Das kann schnell zu Problemen führen. Schließlich kommt mit den treuen Vierbeinern nicht jeder so gut zurecht wie das jeweilige Herrchen oder Frauchen: Während sich manche Mitarbeiter durch einen Hund im Büro bedroht oder gestört fühlen könnten, klagen andere womöglich über eine Hundehaarallergie. Nun hat das Arbeitsgericht Düsseldorf in einem Urteil einige grundlegende Sachverhalte klargestellt.

Das Arbeitsgericht Düsseldorf stärkte die Rechte der Firmenführung, über einen Hund im Büro bestimmen zu können. So entscheidet allein der Chef, ob er seinen Mitarbeitern erlaubt, ihren Hund während der Arbeitszeit um sich zu haben. Er kann einen Hund im Büro sowohl erlauben als auch sein Veto einlegen – selbst dann, wenn der Vierbeiner seinen Besitzer bereits seit Jahren zur Arbeit begleitet hat.

Ein Hund im Büro kann zu Streit führen

Auslöser des Urteils war die Klage einer Hundebesitzerin, die ihren Hund im Büro einer Werbeagentur um sich haben wollte. Mehrere Mitarbeiter fühlten sich durch das mutmaßlich aggressive Verhalten der aus Russland stammenden dreibeinigen Husky-Mischlings-Hündin „Kaya“ jedoch in ihrer Arbeit gestört. Zudem soll es zu Geruchsstörungen gekommen sein.

Hund im Büro
Ein Hund im Büro kann einiges durcheinander wirbeln

Aus diesem Grund wollte der Arbeitgeber den Hund im Büro nicht mehr sehen. Die Besitzerin reichte daraufhin Klage ein und berief sich dabei auf den Gleichheitsgrundsatz, da ihre Kollegen ihre Hunde weiterhin mitbringen dürften.

Hund im Büro: Allergiker müssen geschützt werden

Das Arbeitsgericht Düsseldorf wies diese Klage nun ab. Auch wenn ein Hund im Büro prinzipiell erlaubt sei, könne die Geschäftsführung gegen einzelne Hunde „Hausverbote“ erteilen. Sie allein habe in diesem Fall die Entscheidungsgewalt. Aus diesem Grund müssten Mitarbeiter es aber auch akzeptieren, wenn ihr Vorgesetzter einen Hund im Büro erlaube. Allerdings habe die Firmenführung gegenüber ihren Mitarbeitern eine Fürsorgepflicht: Allergiker haben demnach das Recht auf einen anderen Arbeitsplatz, an dem sie mit dem Hund nicht in Kontakt kommen.

Ein Hund im Büro kann das Arbeitsklima schnell verhageln. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten sich daher bereits im Vorfeld um eine akzeptable Lösung bemühen, um Streitigkeiten am Arbeitsplatz zu verhindern.

Bildquelle: © Photopitu | Dreamstime.com

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